Hamburg - Bereits seit 2011 testet Shell an 20 Stationen den Verkauf von Luft für Autoreifen. Ab 21. Januar weitet das Unternehmen das Projekt auf insgesamt 120 Tankstellen aus, sagte Cornelia Wolber, Pressesprecherin bei Shell. Als Grund nannte sie unter anderem "die positiven Reaktionen der Autofahrer". Viele seien bereit, für die Druckluft zu zahlen, wenn es dafür funktionsfähige und saubere Druckluftgeräte gibt.
Das Prüfen des Luftdrucks bleibt nach wie vor kostenfrei. Erst wenn die Reifen befüllt werden müssen, wird das Entgelt fällig. Fünf Minuten neue Luft kosten dann einen Euro.
Zum Einsatz kommen dabei laut Shell neue Digitalgeräte, die der Hersteller bei Bedarf wartet und repariert. Hauptsächlich würden sie in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen installiert. "Eine Entscheidung über einen flächendeckenden Einsatz ist noch nicht getroffen worden. In Abhängigkeit von den weiteren Ergebnissen wird eine Entscheidung hierüber nicht vor Mitte des Jahres fallen", sagte die Unternehmenssprecherin.
Einer Umfrage des Reifenherstellers Bridgestone zufolge checken nur 40 Prozent der Autofahrer regelmäßig den Reifendruck. Diese Nachlässigkeit hat Folgen: Rund ein Drittel der Fahrzeuge in Deutschland sind mit zu geringem Reifendruck unterwegs. Der TÜV Süd empfiehlt mindestens einmal im Monat eine Kontrolle. In den Übergangszeiten zwischen kalten und warmen Jahreszeiten sollten Autofahrer sogar wöchentlich die Luftfüllung inspizieren.
Ein korrekter Luftdruck der Reifen erhöht die Haltbarkeit der Pneus. Außerdem verbraucht der Wagen dann weniger Sprit. Schon wer mit 0,2 Bar zu wenig Druck unterwegs ist, muss im Stadtverkehr nach Angaben des TÜV Süd mit einem um bis zu fünf Prozent erhöhten Kraftstoffverbrauch rechnen.
rom/dapd
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