Indisches Billigauto Tata plant Elektroversion des Nano

Schon 2009 soll er erhältlich sein: Das vom indischen Konzern Tata geplante Billigauto Nano wird einem Bericht zufolge auch als Elektroversion auf den Markt kommen. Der E-Nano soll schon in etwa einem Jahr erhältlich sein.


Hamburg - Das Modell wird nach einem Bericht der "Auto Bild" von Tata gemeinsam mit dem norwegischen Elektroautospezialisten Miljöbil Grenland entwickelt. Das 1997 gegründete Unternehmen hat sich der Zeitschrift zufolge auf den Umbau von Fahrzeugen zu Elektromobilen spezialisiert. Dem Blatt bestätigte Geschäftsführer Björn Nenseth, dass es Kontakte nach Indien gebe, ohne auf weitere Details einzugehen. Tata hatte den Nano im Januar vorgestellt, angelaufen ist die Produktion bislang nicht. Das sehr einfache Auto soll umgerechnet rund 1700 Euro kosten und wird in Indien als "Volkswagen" beworben. Experten rechnen angesichts des Booms in Schwellenländern wie Indien und China in den nächsten Jahren mit einer deutlich steigenden Nachfrage nach Billigautos.

Falls Tata tatsächlich schon 2009 ein Elektroauto anböte, wäre das eine Sensation. Bisher plant lediglich der japanische Mitsubishi-Konzern, schon im kommenden Jahr ein an der Steckdose ladbares Vehikel anzubieten. Die meisten anderen Hersteller wollen erst 2010 oder 2011 nachziehen.

hil/AFP

Hintergrund: Tata Nano
Technische Daten
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Der Nano wird mit einem 33 PS starken 623-Kubikzentimeter-Zweizylindermotor angetrieben, der im Heck untergebracht ist. Die dreitürige Basisversion ist 3,10 Meter lang, 1,50 Meter breit und 1,60 Meter hoch. In Europa soll der Wagen ein Dreizylinder-Aggregat erhalten.
Preis
Mit rund 1700 Euro kostet der Nano die Hälfte des bislang weltweit billigsten Modells. Der QQ3 des chinesischen Herstellers Chery wird bei den Autohändlern in der Volksrepublik für rund 3400 Euro angeboten. Der Nano soll im März 2009 in den Verkaufsräumen der indischen Händler stehen. Experten erwarten, dass der Viersitzer weltweit in vielen Schwellenländern Käufer finden wird. In Europa wird es das Fahrzeug vermutlich ab 2012 geben - für rund 5000 Euro.
Sicherheit
Der Nano hat eine Metallkarosserie und serienmäßig Sicherheitsvorkehrungen wie Knautschzone, verstärkte Türen und Sicherheitsgurte. Er erfüllt nach Herstellerangaben die indischen Sicherheitsstandards. Die Europa-Version erhält Airbags und ein NCAP-Crashtest-Rating.
Umweltschutz
Durch die Verarbeitung von Kunststoffen ist das Auto leicht und verbraucht weniger als vier Liter Benzin auf 100 Kilometer. Das entspräche CO2-Emissionen von 94,8 g/km. Umweltschützer befürchten aber, dass durch hohe Verkaufszahlen der sparsame Verbrauch relativiert wird. Dem Chef des Weltklimarats, Rajendra Pachauri, bereitet der Kleinwagen nach eigenen Worten "Alpträume".



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