Infiniti LE Concept: Bye-bye Steckdose

Aus New York berichtet

Infiniti LE Concept: Kabellos Energie nachfassen Fotos
Wieck

Laden ohne Kabel - was bei elektrischen Zahnbürsten funktioniert, kann auch beim Auto klappen. Auf der New York Auto Show zeigte die japanische Nobelauto-Marke Infiniti die Studie LE Concept mit Induktionsladetechnik. Das Beste dabei: Das Auto kommt tatsächlich - und zwar 2014.

Kommt er, oder kommt er nicht? Wenn Designstudien auf Automessen gezeigt werden, bleibt diese Frage in der Regel unbeantwortet - obwohl sich die Betrachter meist wünschen, dass die Studie den Weg in die Serie schafft. Bei der Premiere des LE Concept dieser Tage in New York jedoch wurde die Antwort gleich mitgeliefert. Und sie ist: ja.

"Dieses Auto wird ohne nennenswerte Änderungen in den nächsten zwei Jahren in Serie gehen", sagte Carlos Ghosn, der Vorstandsvorsitzende der Allianz von Renault und Nissan zum Infiniti LE Concept. Damit bekommt auch die dritte Marke des Konzerns, nämlich der Edel-Ableger von Nissan, ein Elektroauto.

Ladetechnik wie bei einer Zahnbürste

Die Antriebstechnik des Infiniti LE Concept stammt weitgehend aus dem Nissan Leaf. Von diesem übernimmt das kommende E-Modell die 136 PS starke Elektromaschine an der Vorderachse sowie die flachen Lithium-Ionen-Akkus im Wagenboden, die mit einer Kapazität von 24 kWh für rund 160 Kilometer Reichweite gut sein sollen.

Die bekannten Komponenten stecken in diesem Fall allerdings im Smoking. Und aus dem Steilheck-Modell Leaf wurde eine kompakte Stufenheck-Limousine von Infiniti, mit Hightech-Instrumenten im Innenraum, feinen Ledersitzen und überhaupt einer exquisiten Ausstattung. Und dann gibt es da noch eine neuartige Ladetechnik: Damit man sich bei schmuddeligem Wetter nicht mehr am nassen Stromkabel schmutzig macht und es bei mehreren Elektroautos auf einem Parkplatz nicht zum Kabelsalat kommt, erhielt die Studie einen Induktionslader. Wie zum Beispiel bei einer elektrischen Zahnbürste fließt der Strom beim LE Concept ohne Strippe.

Parken per Autopilot

Wenn diese Technik ins Serienmodell übernommen wird, brauchen LE-Käufer eine Ladespule, die im Garagenboden installiert wird und über die dann der Strom kabellos an eine Induktionsplatte im Fahrzeugboden übertragen wird. Das klappt automatisch über eine Entfernung von 15 bis 20 Zentimeter.

Und es funktioniert natürlich nur dann, wenn ein entsprechend bestücktes Elektroauto über der Induktionsplatte geparkt hat und der Ladevorgang über den Bordcomputer oder eine App auf dem Smartphone gestartet wurde. Für Menschen wie für Haustiere sei die Technik - auch während des Ladevorgangs - absolut ungefährlich, sagt Infiniti.

Ebenso muss niemand fürchten, ewig über der Induktionsplatte hin und her zu rangieren, bis endlich eine Verbindung zum Stromtransfer zustande kommt. Denn zur Serienpremiere der Induktionsladetechnik plant Infiniti auch einen speziellen Einparkassistenten, der den LE punktgenau auf den Stellplatz lotst.

Außerdem bekommt der Wagen eine Kameraüberwachung mit 360-Grad-Blick und ein Navigationssystem, das die Koordinaten der Ladeplatte speichert und jedes Mal beim Nachhausekommen automatisch den Parkroboter startet. Und für den Fall, dass unterwegs die Akkus nachgeladen werden müssen, hat der Infiniti zusätzlich noch eine normale Ladebuchse sowie ein Schnellladesystem an Bord.

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1. Super Idee!
Romiman 10.04.2012
Zitat von sysopWieckLaden ohne Kabel - was bei elektrischen Zahnbürsten funktioniert, kann auch beim Auto klappen. Auf der New York Auto Show zeigte die japanische Nobelauto-Marke Infiniti die Studie LE Concept mit Induktionsladetechnik. Das beste dabei: Das Auto kommt tatsächlich - und zwar 2014. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,826488,00.html
Ist doch das all- abendliche und -morgendliche Ein- und Ausstöpseln eine sehr nervige Angelegenheit. Jetzt müssen nur noch Preis, Reichweite (echte* 150km) und Design (nicht so schwülstig) stimmen. *also mit Heizung/Klima, Beschleunigungen, E-Sitze, -Spiegel, -Fenster und Musik.
2.
citizengun 10.04.2012
Zitat von sysopWieckLaden ohne Kabel - was bei elektrischen Zahnbürsten funktioniert, kann auch beim Auto klappen. Auf der New York Auto Show zeigte die japanische Nobelauto-Marke Infiniti die Studie LE Concept mit Induktionsladetechnik. Das beste dabei: Das Auto kommt tatsächlich - und zwar 2014. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,826488,00.html
Die Technik wollte man doch auch schon für Notebooks einführen und hat dies nicht getan, eben weil der Wirkungsgrad so schlecht ist. Er sinkt im Quadrat zum Abstand der Spule. Natürlich erfährt dies der Kunde nicht.
3. dieses
Ditmar 10.04.2012
Zitat von sysopWieckLaden ohne Kabel - was bei elektrischen Zahnbürsten funktioniert, kann auch beim Auto klappen. Auf der New York Auto Show zeigte die japanische Nobelauto-Marke Infiniti die Studie LE Concept mit Induktionsladetechnik. Das beste dabei: Das Auto kommt tatsächlich - und zwar 2014. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,826488,00.html
ist allerdings nur etwas für "Kurzstrecken" so wie Hausbesitzer. Mann stelle sich die Strecke HH-M vor, wie weit komme ich da, und vor allem wo gibt es dann eine Schnellladestation für den Akku, oder ist das garnicht vorgesehen. Ich mit meinem Tiefgaragenstellplatz brauche mir da keine Gedanken zu machen, denn dort gibt es keinerlei Lademöglichkeit, nicht mal per Kabel, also bleibt alles beim alten. Denn so lange wie die Infrastruktur bzüglich Lademöglichkeiten nicht da ist, wird sich so etwas kaum durchsetzen.
4.
ctrlaltdel 10.04.2012
Zitat von citizengunDie Technik wollte man doch auch schon für Notebooks einführen und hat dies nicht getan, eben weil der Wirkungsgrad so schlecht ist. Er sinkt im Quadrat zum Abstand der Spule. Natürlich erfährt dies der Kunde nicht.
ja, genau wie die Intensität einer Lampe im Quadrat des Abstandes abnimmt. Es ist aber nicht so, dass durch den geringer werdenden Wirkungsgrad bei der Induktion die Verluste höher würde; es wird nur weniger Engergie übertragen, verloren geht dabei (fast) nichts.
5.
khertel 10.04.2012
Zitat von RomimanIst doch das all- abendliche und -morgendliche Ein- und Ausstöpseln eine sehr nervige Angelegenheit. Jetzt müssen nur noch Preis, Reichweite (echte* 150km) und Design (nicht so schwülstig) stimmen. *also mit Heizung/Klima, Beschleunigungen, E-Sitze, -Spiegel, -Fenster und Musik.
Absolut. Die Rangiererei über der Platte, Assistent hin oder her, nervt natürlich überhaupt nicht. Vom Wirkungsgrad einer induktiven Übertragung verglichen mit direkter Kopplung mal ganz zu schweigen. Und so eine Platte aufm Garagenboden rumliegen haben, nunja - muss man mögen. Aber ich bin ja nur ein ewiggestriger Innovationsverhinderer und Schlechtredner.
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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Roadster, Chevy Volt/Opel Ampera, Think City
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Honda Civic, Honda Insight
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz)
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

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