Italienisches Dorf Radarfalle blitzt 58.568 Raser in 15 Tagen

In einem italienischen Dorf hat ein Blitzer in kurzer Zeit Tausende Verkehrssünder erfasst. Einer überschritt die erlaubte Höchstgeschwindigkeit um fast das Dreifache.

Getty Images/iStockphoto


In der italienischen Gemeinde Pieve di Teco im Nordwesten Italiens hat eine neu aufgestellte Radarfalle einen rekordverdächtigen Einstand gehabt. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa erfasste der Blitzer in 15 Tagen 58.568 Temposünder. Das sind rund 3900 Geschwindigkeitsüberschreitungen pro Tag. Im Ortsteil Acquetico, in dem der Blitzer steht, leben gerade einmal 120 Einwohner.

Auf der Staatsstraße 28, die mitten durch die Gemeinde führt, gilt im betreffenden Bereich ein Tempolimit von 50 Stundenkilometer. Die Strecke ist vor allem bei Autofahrern beliebt, die Mautgebühren auf den umgebenden Straßen umgehen wollen.

Laut Ansa beschloss der Bürgermeister der Stadt, eine Radarkamera aufzustellen, nachdem sich die Einwohner über zahlreiche Tempoverstöße beschwert hatten. Die Kommune erwartete, ein paar Verkehrssünder zu erwischen und so die Sicherheit der Bewohner zu erhöhen. Mit derart vielen - und zum Teil gravierenden - Verstößen rechnete allerdings niemand.

Mit 135 km/h durch die Ortschaft

"Ein Autofahrer fuhr mit einer Geschwindigkeit von 135 Kilometern pro Stunde, um 16.45 Uhr", sagt Alessandro Alessandri, der Bürgermeister der Gemeinde. Innerhalb der ersten 15 Tage wurden aber viele weitere Autofahrer mit Geschwindigkeiten über 100 km/h erfasst.

Den ersten Schätzungen zufolge waren fast die Hälfte aller Fahrzeuge, die durch das Dorf fahren, zu schnell unterwegs. "Es ist wirklich verrückt, wenn man bedenkt, dass die Einwohner an dieser Stelle regelmäßig die Straße überqueren", sagt Alessandri.

Stehen der Gemeinde nun sämtliche Einnahmen aus den Bußgeldern zu? Diese Frage ließ der Bürgermeister dem SPIEGEL gegenüber bisher unbeantwortet. Das ist ihm womöglich auch nicht das Wichtigste. "Ich hoffe, dass die Radarfalle abschreckend auf die Autofahrer wirkt", so Alessandri. "Wir möchten damit kein Geld verdienen, sondern die Sicherheit der Menschen schützen."

Im Video: Kampf gegen Tempo-Rowdys

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cfr

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