Sportwagen Gestohlener Jaguar taucht nach 46 Jahren wieder auf

Im März 1968 parkte ein junger Anwalt seinen Jaguar E-Type vor der Haustüre - am nächsten Morgen war der Sportwagen weg. Ein halbes Jahrhundert später ist er wieder aufgetaucht.

AP

Ivan Schneider spricht von einem "Wunder", wenn die Sprache auf seinen Jaguar E-Type kommt. Wunder ist ein starkes Wort. Vielleicht zu stark für das, was Schneider zu erzählen hat. Doch die Geschichte, die der 82-jährige Mann aus Miami über sein Auto berichten kann, darf fraglos als besonders bezeichnet werden. Oder: einfach wundervoll.

Denn Schneiders Jaguar E-Type ist wieder aufgetaucht - 46 Jahre, nachdem er gestohlen wurde. Ein US-Zöllner entdeckte den Wagen im Juni bei einem Routine-Check auf einem Containerschiff. Der Oldtimer sollte von Long Beach, Kalifornien, in die Niederlande verfrachtet werden. Doch die Datenbank des Zöllners meldete den Wagen als gestohlen - seit März 1968.

Ivan Schneider war ein erfolgreicher, junger Anwalt in New York, als er den britischen Wagen kaufte. Es war sein erstes und "schönstes Auto", das er sich zulegte, wie er laut "Miami Herald" sagte - und das einzige, das ihm gestohlen wurde. Eines Tages stand der Roadster nicht mehr vor seinem Appartement. Doch aus dem Kopf ging ihm das gute Stück nie. Immer, wenn Schneider ein neues Auto kaufte, musste er an den E-Type denken.

Der E-Type Besitzer dachte zunächst an einen Streich

Nach der spektakulären Entdeckung des Wagens von 1967 auf dem Container-Schiff nahm die kalifornische Highway-Polizei (CHP) mit Schneider Kontakt auf. Dieser glaubte zunächst an einen Streich. "Doch als wir ihn überzeugen konnten, war er aus dem Häuschen", erzählt CHP-Fahnder Michael Maleta, der mit Schneider in Florida sprach, wo der Rentner heute lebt.

Maletas Ermittlungen hatten ergeben, dass der Mann, der den Wagen in die Niederlande exportieren wollte, den E-Type drei Monate zuvor von einem Besitzer aus dem San Joaquin Valley, südlich von San Francisco, gekauft hatte. Dieser war 40 Jahre im Besitz des Jaguar. Was in der Zeit nach dem Diebstahl mit dem Roadster geschah, hofft Maleta, werde er noch herausfinden.

Das Auto wurde tatsächlich in die Niederlade geschifft, die Abfahrt des Containerschiffes war nicht mehr zu stoppen. Zwei Monate nachdem der Zöllner das Diebesgut entdeckt hatte, kam der Wagen wieder in Kalifornien an.

"Ich werde ihn als Sonntagsauto nutzen"

Der E-Type ist rostig und verkratzt. Doch laut Gutachten liegt sein Wert immer noch bei etwa 24.000 Dollar (etwa 18.500 Euro). Eine Restaurierung des Klassikers - wie Schneider sie plant - würde den Preis nach oben treiben. Doch verkaufen will Schneider sein zurückgekehrtes Baby nicht: "Ich werde es als Sonntagsauto nutzen."

mhu

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insgesamt 19 Beiträge
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Seite 1
davaoit 18.09.2014
1.
Und wieder ein Artikel, den ich eher in Baeckerblume & Co erwartet hätte. Mal ehrlich, braucht SPON solche Artikel, fällt euch sonst nichts mehr ein?
markus_wienken 18.09.2014
2.
Zitat von davaoitUnd wieder ein Artikel, den ich eher in Baeckerblume & Co erwartet hätte. Mal ehrlich, braucht SPON solche Artikel, fällt euch sonst nichts mehr ein?
Ich finde es OK hin und wieder auch mal "Banales" im SPON zu lesen. Zu Ihrer Frage: je mehr Menschen den Artikel lesen (Klicks) und darüber hinaus auch dazu noch posten, je attraktiver wird es für SPON weitere Artikel dieser Art zu veröffentlichen. Sie haben also durchs Lesen des Artikels und darüberhinaus durch Ihr Post dazu beigetragen, dass die Redaktion erkennt, dass diese Artikel bei den Lesern gut ankommen. :-)
ixfüru 18.09.2014
3. Acuh ein solcher Artikel ist
Zitat von davaoitUnd wieder ein Artikel, den ich eher in Baeckerblume & Co erwartet hätte. Mal ehrlich, braucht SPON solche Artikel, fällt euch sonst nichts mehr ein?
eine Nachricht. Es ist ja schon zum K...., dass man immer nur von Krieg und sonstigen schlimmen Dingen lesen muss - leider sind das aber die überwiegenden Nachrichten und diese spiegeln ja auch das Geschehen auf der Welt wider.
peterbrocki 18.09.2014
4. Jaguar
Wunderbar diese Geschichte!Das kann man dann auch erzählen!Warum sollte man immer nur von Folter,Tod Vergewaltigung usw lesen und das schöne ausklammern?Nein das nicht das Leben!Ich finde das toll und hoffe darauf das auch über das Ergebnis der Restauration berichtet wird!Mit Bildern des Ergebnisses!
vanni-ffm 18.09.2014
5. Grossartig
Eine tolle Geschichte! Zumindest für jeden, der ermessen kann, was eines der schönsten und aufregendsten Autos, das je gebaut wurde, für seinen Besitzer bedeutet. Die heutige Marke gleichen Namens hat mit dieser glorreichen Vergangenheit leider nichts mehr gemeinsam.
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