Retro-Sportwagen Jannarelly Design-1 Einfach, geil

Wenn man als Autodesigner in Dubai arbeitet, weckt die dort allgegenwärtige automobile Protzerei offenbar Sehnsucht nach Schlichtheit. Zumindest bei Anthony Jannarelly: Er hält mit einen nackten Retro-Renner jetzt dagegen.

Jannarelly

Der Franzose Anthony Jannarelly gestaltete einst Sitzgelegenheiten im Rennhelmdesign und entwarf für die in Dubai beheimatete Firma W-Motors die millionenteuren Supersportwagen Lykan und Fenyr. Jetzt hat der Mann, der privat puristische Feger der Marken Caterham und Donkervoort fährt, seine eigene Idee von einem Sportwagen verwirklicht - der Zweisitzer sieht aus wie eine rollende Erinnerung an Sergio Pininfarina und Steve McQueen: sehr sixties, sehr klassisch, sehr cool.

Schlicht wie das Äußere ist auch der Name des Autos: Jannarelly Design-1. In den kommenden Wochen soll die Kleinserienfertigung des Sportwagens anlaufen. Jannarelly hat dafür mit seinem Geschäftspartner Frédéric Juillot die Firma Jannarelly Automotive gegründet, 17 Mitarbeiter hat das Unternehmen mit Sitz in Dubai. Wenn der Betrieb läuft, sollen mindestens fünf der offenen Sportwagen pro Monat entstehen. "Knapp 15 Bestellungen", sagt Jannarelly, "liegen aktuell bereits vor."

Das Konzept hinter dem Auto ist durch und durch klassisch. Über einem Stahlrohrrahmen sitzt eine Karosserie aus Aluminium-, Karbon- und Fiberglasbauteilen. Der Motor ist direkt hinter den Sitzen platziert; es handelt sich um einen 3,5-Liter-V6-Saugmotor mit rund 300 PS, den die Firma von Nissan zukauft.

Jannarelly

Über ein manuelles Sechsganggetriebe werden die Hinterräder angetrieben. Und weil das nur 3,86 Meter lange Auto lediglich 710 Kilogramm wiegt, gibt Jannarelly Automotive als Spurtvermögen eine Beschleunigung von 0 auf Tempo 100 in vier Sekunden an und als Höchstgeschwindigkeit 220 km/h.

Das Auto soll nicht durch aberwitzige Superlative auffallen, sondern durch seinen zeitlos eleganten Stil. "Wir bauen Wagen nach den britischen Bestimmungen für Kleinserienfahrzeuge", sagt Jannarelly. "Damit darf das Auto ohne weitere Veränderungen auch in Holland und Deutschland auf die Straße gebracht werden." Im Übrigen kümmere sich der Importeuer Marcassus Sport aus Colomiers bei Toulouse um die Zulassungsregularien auf den europäischen Märkten.

Ein spektakulärer Sportwagen für 75.000 Euro

"Wir bieten das Auto zum Nettopreis von 55.000 US-Dollar an", sagt der Firmengründer. "Für Kunden in Deutschland wird es dann inklusive aller Papiere und Steuern auf einen Endpreis von etwa 75.000 Euro hinauslaufen."

So schlicht der Wagen, so komplex scheint in manchen Regionen mit hohem Verkaufspotenzial die Zulassung zu sein. In einigen US-Staaten zum Beispiel muss der Wagen als Replika eines Ferrari Testarossa, Baujahr 1957, deklariert werden, um ihn auf der Straße bewegen zu dürfen.

Wer den Jannarelly Design-1 nur auf der Rennstrecke bewegen möchte, muss sich um derlei Details nicht kümmern. Für alle anderen, die das Auto eher als Blickfang beim Cruisen nutzen wollen, bietet der Hersteller unter anderem auch eine größere Windschutzscheibe inklusive Scheibenwischer sowie ein Hardtop an. Und auf Sonderwünsche der Kunden werde man natürlich auch reagieren, versichert Jannarelly.

jüp

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insgesamt 72 Beiträge
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shopper34 30.03.2016
1. E-Fahrzeuge?
Was für ein völlig unsinniger Mist, SPON ! Teure Spottwagen gibts genug. Was fehlt sind praktikable E- Fahrzeuge .
pablocremer 30.03.2016
2. Da kommen die Traeume meiner Jugend zurueck !
Gutes Design aus den 60ern. Und die Verbindung von Grossserientechnik mit individuellem AUfbau wird noch viel Erfolg zeitigen. Ein patentes Rezept. Alles Gute den Machern.
wakaba 30.03.2016
3.
Fahr Cobra mit Frontmittelmotor und 2 kleinen Aeroscreens als Alltagsauto. Das Grand Prix Fahrgefühl ist so einmalig. Bin gespannt auf diesen Wagen. Design ist äusserst gelungen. Fahrwerk sieht gut aus, die hochwangigen Reifen, wahrscheinlich Mickey Thompson, fahren sich toll und komfortabel. Heck-Mittelmotor und trotzdem etwas Motorhaube kommen gut rüber. Der Nissan Motor ist eine gute Wahl. Extrem haltbar und kräftig. Der Tuningkatalog dafür ist fast so gross wie für den Chevy Small block. So einfach ist Spass. Da sieht jeder Seriensportler nur alt aus.
boseta 30.03.2016
4. Cobra
..wäre mir lieber und sieht auch noch besser aus!
Palisander 30.03.2016
5. Sieht aus wie
aus der Zeichentrickserie meiner frühen Kindheit. Speedracer. Hat der auch ne eingebaute Säge und eine "Hüpffunktion"?
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