Defekte Airbags: Japans Hersteller rufen Millionen Autos zurück

Defekte Airbags: Diese Modelle sind betroffen Fotos
Toyota

Die Autobauer Toyota, Honda, Nissan und Mazda holen weltweit mehr als drei Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten zurück. Grund für den Rückruf ist ein möglicher Defekt bei den Airbags des japanischen Zulieferers Takata. Betroffen sind auch Fahrzeuge in Deutschland.

Tokio - Die japanischen Autobauer rufen weltweit rund 3,4 Millionen Autos zurück. Neben Toyota sind nach Firmenangaben vom Donnerstag Honda, Mazda und Nissan betroffen. Grund für die umfassende Rückrufaktion ist ein möglicher Defekt bei den Beifahrer-Airbags des japanischen Zulieferers Takata. Das Unternehmen beliefert mehrere Marken, darunter auch die deutschen Hersteller Mercedes, Volkswagen und BMW.

Laut Angaben eines Sprechers von Takata wurden im Zeitraum von 2000 bis 2002 sieben Millionen der möglicherweise defekten Airbag-Bauteile produziert. Weil bei der Auslösung der Luftsäcke ein zu hoher Druck entstehe, würden die Airbags sich nicht vollständig entfalten. Der Fehler wurde zum einen bei der Verschrottung von Fahrzeugen entdeckt, in denen die Takata-Airbags aus dem entsprechenden Zeitraum verbaut waren. Zudem lösten die Airbags bei Unfällen nicht richtig aus. Laut Angaben von Takata sind keine Fälle bekannt, bei denen es dadurch Verletzte gab.

Von der Rückrufaktion sind mehrere Modelle verschiedener Hersteller betroffen:

  • Toyota muss die meisten Fahrzeuge zurückrufen. Weltweit sind es laut Angaben eines Unternehmenssprechers 1,73 Millionen Autos, in Deutschland 62.000. Bislang habe es in Japan und den USA fünf Fälle von Fehlfunktionen bei den Airbags gegeben, bei denen aber niemand verletzt worden sei. In Deutschland sind laut Angaben des Sprechers keine Fälle bekannt. "Trotzdem wollen wir den vorsichtigen Weg gehen", sagte er. Betroffen seien die Modelle Yaris, Corolla, Avensis, Avensis Verso, Picnic, Camry und Lexus SC 430, jeweils aus den Baujahren 2000 bis 2004. Besitzer seien aufgerufen, den Wagen in die Werkstatt zu bringen, den Beifahrer-Airbag überprüfen und wenn nötig austauschen zu lassen. Das daure je nach Modell eine bis zweieinhalb Stunden und sei für den Kunden kostenlos.
  • Honda muss nach eigenen Angaben weltweit 1,14 Millionen Autos zurückrufen, davon 10.000 in Deutschland. Betroffen seien die Modelle Civic, Stream, Jazz, CRV, jeweils aus den Baujahren 2001 bis 2003.
  • Nissan ordert insgesamt 480.000 Fahrzeuge in die Werkstätten, in Europa sind es laut Angaben eines Firmensprechers 31.000 Autos. Betroffen seien die Modelle X-Trail, Patrol, Pickup und Pathfinder aus den Jahren 200 bis 2003.
  • Bei Mazda sind es rund 45.500 Autos. In Deutschland seien 5200 Exemplare des Mazda 6 der Baujahre 2002 und 2003 betroffen.
  • Die deutschen Hersteller Volkswagen, Audi und Mercedes teilten mit, dass keine ihrer Fahrzeuge betroffen seien. Bei BMW prüfe man derzeit noch, ob die möglicherweise defekten Airbags aus dem betreffenden Zeitraum verbaut wurden. Ein Sprecher von General Motors sagte, ihm seien weder Rückrufe bei der Konzern-Tochter Opel noch bei anderen GM-Marken bekannt.

Zu den Kosten des Rückrufs wurden keine Angaben gemacht. Takata-Aktien verloren an der Tokioter Börse neun Prozent. Der 1933 gegründete Konzern mit Sitz in Tokio ist auf Schutzsysteme wie Gurte oder Airbags spezialisiert. Weltweit beschäftigt Takata rund 37.000 Menschen und hat nach eigenen Angaben 53 Werke in 20 Ländern.

Der Europasitz liegt im fränkischen Aschaffenburg, dem Sitz des früheren deutschen Airbag- und Lenkradherstellers Petri AG. Takata hatte Petri 2000 übernommen. 1980 hatte das Aschaffenburger Unternehmen zusammen mit Mercedes-Benz den Airbag zur Serienreife gebracht und in größeren Mengen produziert.

cst/rom/dpa/afp/Reuters

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insgesamt 22 Beiträge
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1. its not a bug its a feature
niewo 11.04.2013
Wo bleiben die Toyota-Jünger, die diesen Fehler wieder als hohe Qualität dieser Reisschüssel preisen? [Reisschüssel ist in diesem Kontext nicht rassistisch gemeint]
2. its not a bug its a feature
niewo 11.04.2013
Wo bleiben die Toyota-Jünger, die diesen Fehler wieder als höchste Qualität preisen?
3. Wo bleiben eigentlich Airbag-Tests?
urknallmarinchen@yahoo.de 11.04.2013
Jeder Jahrgang eines jeden Autoherstellers sollte m.M.n. kontinuierlich überprüft werden. So könnte man weitgehend ausschließen, daß ganze Fahrzeugflotten mit untauglichen Airbags unterwegs sind und so ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstellen. Jetzt, nach ca. 10 Jahren wird man plötzlich munter und startet eine groß angelegte Rückrufaktion. Vielleicht sollte man bei so macher Rostlaube, auch gleich ein paar sicherheitsrelevante Blechteile kulanterweise mit auswechseln, quasi als Entschuldigung für nicht eingehaltene Sicherheitszusagen. Hochfeste Stähle waren meines Wissens damals im Automobilbau wohl noch nicht aktuell. Aber das ginge dann wohl doch zu weit... Hauptsache die Gewinne sind dank Offshore steuergünstig im Paradies gebunkert...
4. Toyota
AnonymZZ 11.04.2013
was soll dieser Kommentar von riewo. Toyota fährt hier sofort Rückrufe - andere Hersteller überlegen sich dies zweimal, bevor man zu einem Rückruf schreitet. Aber Teile sind prinzipiell auch bei allen Herstellern irgendwann betroffen. Der richtige Umgang mit Fehlern ist es, der zur Fehlervermeidung noch hinzukommt. Der mengenmäßig größte Anbieter hat hier natürlich die meisten Rückrufe. Bei VW in China sieht man wie lange es bei deutschen Herstellern dauert und nur durch politische Einflußnahme wird hier kundengerecht gehandelt.
5. Ich habe ihren Beitrag
H-Vollmilch 11.04.2013
Zitat von niewoWo bleiben die Toyota-Jünger, die diesen Fehler wieder als hohe Qualität dieser Reisschüssel preisen? [Reisschüssel ist in diesem Kontext nicht rassistisch gemeint]
mit schmunzeln zur Kenntnis genommen. Sie sind schon ein armes Würstchen. Wenigstens erfahren wir "Toyota-Jünger" es rechtzeitig in den Medien und können uns darauf einstellen. Die armen VWBMWDAIMLER-Bestraften können nur hoffen das sie im Falle des Falles rechtzeitig einen Brief vom KBA kriegen BEVOR die deustche Wundertechnik ihren Dienst versagt....
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