Japanische Marken: Vorsichtig beschleunigen

Von Jürgen Pander

Nach jahrelangem Schlingerkurs finden die japanischen Autohersteller allmählich wieder in die Erfolgsspur zurück. Jüngste Zahlen von Toyota, Nissan und Mitsubishi deuten auf eine freundliche Zukunft hin.

Designierter Mitsubishi-Chef Eckrodt: Erstes Etappenziel auf Sanierungsweg
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Designierter Mitsubishi-Chef Eckrodt: Erstes Etappenziel auf Sanierungsweg

Richtig rosig sehen die Prognosen für den japanischen Branchenprimus Toyota aus. Nachdem bereits im vergangenen Geschäftsjahr ausgezeichnete Zahlen vorgelegt wurden, übertrifft das aktuelle Ergebnis nochmals die bisherigen Werte. So kletterte der Umsatz des Unternehmens um zwölf Prozent auf 130 Milliarden Euro und der Gewinn um rund 30 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro - ein Rekordergebnis.

"In diesem Jahr", sagte Toyota-Vizepräsident Ryuki Araki, "hoffen wir noch besser zu sein." Ganz so optimistisch sind die Verantwortlichen bei Mitsubishi nicht, doch auch sie haben Grund zur Zuversicht. Das Unternehmen, an dem DaimlerChrysler zu gut 37 Prozent beteiligt ist, schloss das abgelaufene Fiskaljahr erstmals seit drei Jahren wieder mit einem Plus ab. Als Nettogewinn wurden umgerechnet 97,2 Millionen Euro ausgewiesen. Noch im vergangenen Jahr lag der Verlust bei mehr als zwei Milliarden Euro.

Der designierte Mitsubishi-Chef Rolf Eckrodt bewertete die Rückkehr in die Gewinnzone als erstes Etappenziel des auf drei Jahre angelegten Sanierungsweges. Vordringliche Aufgabe für Mitsubishi ist es, die Imagedelle auf dem Heimatmarkt auszubeulen. Denn dort musste die Marke vor zwei Jahren zugeben, dass Mängel an den Fahrzeugen über Jahre systematisch vertuscht worden waren.

Die finanzielle Erholung von Mitsubishi ist Ergebnis eines rigorosen Sparkurses, den DaimlerChrysler den Japanern verordnet hat. Eine Produktionslinie in Japan wurde geschlossen, die Zahl der Beschäftigten von 73.100 auf 64.000 gedrückt.

Durchaus entspannt blickt auch Nissan in die Zukunft. Der japanische Renault-Partner ist wieder in Tritt gekommen, neue Produkte wie der Geländewagen X-Trail oder das Mittelklasse-Modell Primera kommen bei der Kundschaft an. Nissan-Chef Carlos Ghosn erklärte vor wenigen Tagen, auf Grund des unerwartet zügigen Aufschwungs werde die Produktion erhöht. Außerdem werde man es schaffen, den Schuldenberg von umgerechnet 3,3 Milliarden Euro früher als geplant abzutragen.

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