Jeep Treo Da waren's nur noch drei

Die zum DaimlerChrysler-Konzern gehörende Marke Jeep zeigt bei der Tokio Motor Show ein eigenwilliges Konzeptfahrzeug. Das kühn gestaltete Auto deutet zugleich einen Wertewandel in der US-Autoindustrie an: small & smart.


Punkte sammeln bei zukünftigen Käufergenerationen: Jeep Concept Treo

Punkte sammeln bei zukünftigen Käufergenerationen: Jeep Concept Treo

Just make it big! Der ehemalige Werbeslogan einer Fast-Food-Kette hätte jahrzehntelang auch auf die allermeisten Produkte der US-amerikanischen Autohersteller gepasst. Und er würde noch immer passen. Doch offenbar setzt allmählich ein Umdenken ein. So genannte Micro- und Neigbourhood-Cars sind immer häufiger in US-Vorstädten zu sehen, Importmarken wagen sich auch mit vergleichsweise kleinen und kompakten Autos nach Nordamerika, und nun hat offensichtlich auch die heimische Industrie den Trend zu kleineren und clevereren Fahrzeugkonzepten entdeckt. Bei der Tokio Motor Show nämlich zeigt die Chrysler-Marke Jeep, bislang bekannt für urige Geländewagen und martialisch aufgeblähte Film-Allradler (zuletzt für den Kinofilm Lara Croft), ein überraschend kleines, kreatives und zukunftsträchtiges Konzeptauto: den Jeep Treo.

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Jeep Treo: Da waren's nur noch drei

Der Name deutet schon auf ein wesentliches Konstruktionsmerkmal hin: In der sich nach hinten tropfenförmig verjüngende Fahrgastzelle befinden sich lediglich drei Sitzplätze. Dabei lässt sich das hintere Gestühl auch noch zusammenfalten, so dass zusätzlicher Stauraum entsteht. Doch es sind nicht nur die äußeren Abmessungen des nur 3,23 Meter langen und 1,68 Meter breiten Autos, die auf seinen XXS-Charakter hindeuten. Auch das Design wirkt so, als ob nur das Nötigste an diesem Auto verbaut wurde. Die großen 19-Zoll-Räder werden lediglich von zarten Kotflügel-Hauben abgeschirmt, die Vorderradaufhängung ist frei sichtbar, die Frontpartie besteht praktisch nur aus dem typischen Jeep-Kühlergrill sowie runden Scheinwerfern und Blinkleuchten - dann kommt schon die Windschutzscheibe.

Dahinter geht es ebenfalls futuristisch zu: Lenkrad, Pedale, Tacho und andere Instrumente sind in einem Modul untergebracht, das sich komplett von links nach rechts verschieben lässt. So lässt sich der Wagen ruckzuck von einem Rechts- in einen Linkslenker verwandeln und umgekehrt. Ein weiteres Modul, das auch ganz abgenommen werden kann, enthält das Radio, das Navigationssystem und die Klimaanlage.

Weil der Wagen so klein, leicht (816 Kilogramm Leergewicht) und knuffig geraten ist, verzeiht man ihm seine kantige Military-Optik. Und sogar für ökologisch rücksichtsvolle Autofahrer bietet der Jeep Treo Argumente. Der Allradler ist mit zwei Elektromotoren - einer für die Vorder- der andere für die Hinterachse - ausgestattet. Darüber hinaus ist die Plattform des Autos sowohl für den Einsatz künftiger By-Wire-Technologie als auch für die Installation eines Brennstoffzellenantriebs vorbereitet.

Chrysler möchte mit dem Jeep Treo nicht nur die Reaktionen auf ein solches Autokonzept testen, sondern auch Punkte sammeln bei künftigen Autokäufer-Generationen in den USA. Denn die, so vermelden Marktbeobachter und Trendforscher, rücken immer weiter ab von Automodellen, wie sie ihre Eltern fahren und gefahren haben. Vor allem von schweren SUVs und massigen Vans.



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