Kältemittelstreit mit Mercedes EU droht Deutschland mit Konsequenzen

Der Kältemittelstreit zwischen Mercedes und der EU geht in die nächste Runde. Nach einem Verkaufsstopp der betroffenen Modelle in Frankreich droht der EU-Industriekommissar Antonio Tajani Deutschland erneut mit Konsequenzen.

Mercedes-Stern: Markenzeichen auf dem Bahnhofsturm von Stuttgart
DPA

Mercedes-Stern: Markenzeichen auf dem Bahnhofsturm von Stuttgart


Stuttgart - Seit Anfang Juli darf Mercedes die A- und B-Klasse sowie die Baureihe SL nicht mehr in Frankreich verkaufen, sofern die Autos nach dem 12. Juni vom Band gelaufen sind. Der Grund: Der Hersteller rüstet diese Fahrzeuge mit dem von der EU verbotenen Kühlmittel R123a aus. Das Unternehmen hält die zulässige und klimaschonendere Substanz mit der Bezeichnung R1234yf für gefährlich.

Wie lange das Verkaufsverbot noch gelten wird, ist nicht bekannt. Dass es den Hersteller hart treffen könnte, belegt diese Zahl: Nach Mercedes-Angaben werden pro Jahr etwa 30.000 Exemplare der betroffenen Baureihen in Frankreich verkauft. Mit der Zulassungsblockade steht Frankreich in der EU allein auf weiter Flur. "Soweit wir wissen, erkennen alle anderen Länder die Zulassung des KBA an", sagte der Daimler-Sprecher.

Rückendeckung bekommen die französischen Behörden von der EU-Kommission. Diese will das klimaschädliche Kältemittel R134a aus Neuwagen verbannen, hat dazu aber lange Übergangsfristen gesetzt. Mercedes wollte für seine Neuwagen der A-, B-und SL-Klasse diese Übergangsfristen nicht nutzen, entschied sich dann aber um: Vom Kraftfahrtbundesamt holte sich der Autobauer Mitte Juni grünes Licht für die weitere Verwendung des Kältemittels R134a - wie zuvor bereits der VW-Konzern oder BMW.

Die EU-Kommission prüfe Daimlers Boykott, sagte Sprecher Carlo Corazza am Dienstag. Wenn sich der Verdacht eines Richtlinienverstoßes bestätige, würden gegen Deutschland als Mitgliedsland "die notwendigen Maßnahmen" ergriffen. Industriekommissar Antonio Tajani droht Deutschland wegen des Kältemittelstreits bereits seit Monaten mit einem Vertragsverletzungsverfahren. Im Bundestag wird die französische Haltung auch als Retourkutsche für die jüngste Blockade Deutschlands bei der Verschärfung der CO2-Emissionen von Neuwagen ab 2020 eingeschätzt.

rom/Reuters



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insgesamt 30 Beiträge
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+.+ 09.07.2013
1.
Die EU droht Deutschland? Dieser von uns finazierte und zusammengehaltenen Saftladen soll mal schön die Füße still halten - was kümmerts den Mond wenn ihn der Hund anbellt?
cosy-ch 09.07.2013
2. @ .
genau solche Kommentare von reinrassigen Deutschen kommen in Resteuripa sehr schlecht an. Sie sind sich gar nicht bewusst- Plus-komma-plus, wie NEGATIV Sie auf das Brutosozialprodukt wirken.
commanderbond 09.07.2013
3. ch
steht bestimmt für Schweiz?! Damit wären Sie raus!
dale_gribble 09.07.2013
4.
Zitat von cosy-chgenau solche Kommentare von reinrassigen Deutschen kommen in Resteuripa sehr schlecht an. Sie sind sich gar nicht bewusst- Plus-komma-plus, wie NEGATIV Sie auf das Brutosozialprodukt wirken.
Es interessiert mich schlicht überhaupt nicht, wie meine (oder andere) Kommentare irgendwo ankommen. Ich stimme "+.+" zu 100% zu. Je schneller dieser unsägliche Saftladen namens "EU" im Orkus der Geschichte verschwindet desto besser. Vielleich ist ha dieser an Idiotie kaum zu überbietende "Kältemittelstreit" einer der Tropfen der das Fass ENDLICH mal zum Überlaufen bringt!
warlock2 09.07.2013
5. EU droht Deutschland
Ich bin mal gespannt wer gewinnt! Aber es ist schon traurig wie unsere Politik agiert. Auf der einen Seite wird Atomkraft abgebaut und grüne Energie aufgebaut und dann wird der CO2 Ausstoß bei Autos nicht gesenkt! Dabei hatte die Automobilindustrie genügend Zeit sich auf die niedrigen Werte einzustellen. Es geht mal wieder nur ums Geld. Wenn Autos mit Strom fahren könnten, würde der Staat sehr viel weniger Steuern einnehmen.
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