Autonomes Fahren Karlsruhe wird Testgebiet für Roboter-Autos

Baden-Württemberg will zum Vorreiter beim autonomen Fahren werden. Deshalb dürfen Robo-Autos jetzt auf ausgewählten Straßen rund um Karlsruhe fahren.

Ein selbstfahrendes Auto von General Motors.
REUTERS

Ein selbstfahrendes Auto von General Motors.


Das Auto fährt von selbst ins Büro, geht selbstständig auf Parkplatzsuche, nur um den Fahrer pünktlich zum Feierabend abzuholen. Ob so etwas im Alltag funktioniert, soll das neue Testfeld autonomes Fahren Baden-Württemberg ausloten.

Worum geht es bei dem Projekt?

Es soll ein Reallabor für verschiedene Mobilitätskonzepte sein. Vor allem kleine und mittlere Unternehmen und Forschungseinrichtungen sollen ihre Systeme und Geschäftsmodelle erproben können - und zwar im Alltagsverkehr mit Autos, Bussen, Zustelldiensten oder Fahrzeugen der Straßenreinigung.

Was ist das Besondere?

Im Unterschied zu Projekten in Braunschweig, an der A9 in Bayern oder im Saarland erfasst es alle Arten von öffentlichen Straßen: innerstädtische Routen mit Rad-, Fußgänger- und Straßenbahnverkehr, Tempo-30-Zonen, Wohngebiete, Parkhäuser, Landes- und Bundesstraßen und Autobahnabschnitte.

Wo fahren die autonomen Fahrzeuge?

Auf ausgewählten Strecken zwischen Karlsruhe, Bruchsal und Heilbronn. Los geht es zunächst in Karlsruhe mit einer 13 Kilometer langen Schleife, die große Kreuzungen wie die Südtangente einschließt. In Heilbronn führt ein sieben Kilometer langer Abschnitt vom Autobahnanschluss Heilbronn/Neckarsulm bis in ein Parkhaus. Später soll das Testfeld an die 200 Kilometer umfassen.

Was ändert sich für den normalen Straßenverkehr?

Das Testfeld nutzt die vorhandene Straßeninfrastruktur, die Robo-Autos sind also ganz normale Verkehrsteilnehmer. Für alle anderen ändert sich laut Forschungszentrum Informatik (FZI) nichts. Dass man auf der Teststrecke fährt, bemerkt man an Hinweisschildern, Hightech-Test-Autos mit Warnlicht auf dem Dach und an der Technik am Straßenrand.

Welche Infrastruktur braucht das autonome Fahren?

Die Fahrzeuge werden mit Sensoren, Kameras sowie intelligenter Soft- und Hardware ausgestattet. Damit können sie ihre Umgebung wahrnehmen. Aber auch das Umfeld übermittelt den Autos Informationen, zum Beispiel über Sendeantennen für Mobilfunk, Kameras an Ampelmasten und Sensoren. Sie erfassen Straßenbahnen, Autos, Radfahrer und Fußgänger und übermitteln die Daten an die Fahrzeuge, damit die sich an die jeweilige Verkehrssituation anpassen können.

Wer stoppt das Robo-Fahrzeug im Notfall??

Im Idealfall erkennt es gefährliche Situationen selbst und bremst. Falls nicht, ist stets ein ausgebildeter Sicherheitsfahrer an Bord. "Die haben gelernt, solche Situationen abzuschätzen und entsprechend zu reagieren", betont FZI-Sprecherin Julia Feilen. Doch auch mit Sicherheitsfahrern kann es beim autonomen Fahren noch zu Unfällen kommen. Im März überfuhr ein autonomes Fahrzeug der Firma Uber in Arizona eine Fußgängerin, die Sicherheitsfahrerin an Bord war jedoch abgelenkt und konnte nicht mehr reagieren.

ene/dpa



insgesamt 79 Beiträge
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Seite 1
c.PAF 03.05.2018
1.
Prima, es geht voran.
joG 03.05.2018
2. Das ist ein ziemlich großer Sprung....
....über den Schatten der Bedenkenträger und Schützer des deutschen Leistungsbilanzüberhangs.
mapcollect 03.05.2018
3. Als Auto-Nation
kann es Deutschland sich auch nicht erlauben, in diesem Bereich von Patenten anderer abhängig zu sein. Autonomes Fahren wird kommen und viele Vorteile mit sich bringen. Leider werden wir dadurch auch wieder ein weiteres Stückchen Freiheit verlieren.
joG 03.05.2018
4. Hier wäre eine sehr wichtige....
....Frage welche Autohersteller wann und wie in die Vorbereitung dieses Projekts einbezogen wurden. Ich hoffe wir haben aus den Deutschland abgestimmtes Kartellen der Autoindustrie gelernt haben und hier nicht wieder mit nicht tarifären Verfahren politisch das Leistungsbilanzungleichgewicht stützen.
taglöhner 03.05.2018
5. In Baden wurde das Auto erfunden...
...von einem gebürtigen Karlsruher der ebenda sein Ingenieursstudium absolvierte. Eine Spitzenuni voll mit technischem Wissen und harten Wissenschaften und dementsprechend unterrepräsentierter esoterikaffiner Bedenkenträger-Szene.
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