Karmann in der Krise Cabrio-Spezialist fertigt letztes Fahrzeug

Der insolvente Auto- und Karosseriebauer Karmann hat sich von der Fahrzeugproduktion verabschiedet. Am Montag rollte der letzte Wagen vom Band, der komplett bei Karmann hergestellt wurde. Andere Geschäftsbereiche wie etwa die Fertigung von Cabrio-Dächern soll weiterlaufen.


Osnabrück - Mit einem schwarzen Mercedes CLK-Cabriolet hat am Montag die Fahrzeugproduktion beim Traditionsunternehmen Karmann geendet. Um 11.35 Uhr sei der Wagen vom Band gefahren, teilte ein Sprecher des insolventen Cabrio-Spezialisten in Osnabrück mit. Der Geschäftsbetrieb in anderen Firmenteilen werde jedoch trotz des Aus für die Autoproduktion weiterlaufen.

Mercedes CLK (Archivbild): Am Montag rollte bei Karmann das letzte Auto vom Band
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Mercedes CLK (Archivbild): Am Montag rollte bei Karmann das letzte Auto vom Band

So konzentriere sich Karmann künftig auf die Fertigung von Cabrio-Dächern, die Fahrzeugentwicklung und den Werkzeugbau. Seit 1949 habe Karmann insgesamt 3,3 Millionen Fahrzeuge im Auftrag der großen deutschen Autohersteller gefertigt. Das letzte Auto aus der Karmann-Produktion sei ein Mercedes-Benz CLK Cabrio gewesen. Seit 1997 hatte Karmann den CLK 225.000 Mal für Mercedes hergestellt

Karmann hatte im April Insolvenz angemeldet. Derzeit arbeiten noch knapp 2000 Mitarbeiter bei dem Traditionsunternehmen. Der Autobauer leidet massiv unter der Krise der Autobranche. Bereits im Herbst hatte Karmann angesichts der schwachen Auftragslage angekündigt, sich aus dem Fahrzeugbau zurückziehen. Berühmt wurde Karmann in den Nachkriegsjahrzehnten unter anderem durch das Kultauto Karmann Ghia und die Produktion des VW-Käfer Cabrio.

rom/AFP/dpa

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