Elektroautos Schäuble dämpft Hoffnungen auf Kaufprämie

Die Bundesregierung wird sich laut Wolfgang Schäuble an einer Förderung der Elektromobilität beteiligen. Industrie und Käufer sollten sich aber nicht zu früh freuen: Einen Bonus von 5000 Euro pro E-Mobil lehnt der Finanzminister ab.

Steckersymbol auf einem E-Mobil
DPA

Steckersymbol auf einem E-Mobil


Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat allzu große Hoffnungen der Autoindustrie auf eine staatliche Förderung von Elektroautos gedämpft. "Der Bund wird sich daran beteiligen", sagte Schäuble am Mittwoch. Allerdings werde diese Beteiligung nicht so hoch ausfallen, wie man es vor einiger Zeit schon lesen konnte.

Im Februar hatten sich verschiedene Ministerien bereits auf eine Kaufprämie für Privatkunden von 5000 Euro pro E-Mobil verständigt. Gewerbliche Käufer sollen einen Zuschuss in Höhe von 3000 Euro bekommen. Starten sollte die Maßnahme am 1. Juli. Im sogenannten "Konzept der Bundesregierung zur Unterstützung des Markthochlaufs der Elektromobilität" war außerdem zu lesen, dass die Prämienzahlungen bis 2020 befristet seien und sich jedes Jahr um 500 Euro verringerten.

"Begrenzter Anreiz"

"Ich glaube, dass wir auch eine Lösung mit der Automobilindustrie finden werden, die nicht alle Erwartungen von Verbandsvertretern der Automobilindustrie erfüllen wird", sagte Schäuble jetzt. "Es kann sein, dass wir einen begrenzten Anreiz vereinbaren werden." Ob das Förderinstrument eine Kaufprämie sein wird, ließ er offen. Ein starkes Element für den geplanten Ausbau der Elektromobilität, so Schäuble, werde die Infrastruktur samt Ladestationen sein.

Abgewickelt werden soll die staatliche Förderung der Elektroautos nach Schäubles Worten über den Klimafonds. Von daher werde dieses Thema keinen Einfluss auf die Eckwerte für den Haushalt 2017 und die Finanzplanung bis 2020 haben. Er sei sich mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) "ziemlich einig" darüber, dass man eine Lösung finden werde.

Kaufprämie für Elektroautos

cst/dpa/Reuters



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 359 Beiträge
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Seite 1
Rubyconacer 23.03.2016
1. Ladesäulen genauso wichtig
Ich möchte mein Elektrofahrzeug gern nachladen und nicht wegwerfen, so wie der Akku leer gefahren ist. Am Straßenrand gibt es in Berlin nicht eine öffentliche Ladesäule in Wohngebieten. Den Akku würde ich nicht empfehlen, zu kaufen. Nach zwei Jahren ist der durch, was dann? Das Auto ist dann unverkäuflich! Ein Leasingmodell propagiere ich seit 1993 und dass der Akku innerhalb 5-10min wechselbar sein muss.
tennislehrer 23.03.2016
2. Wäre ja auch
eine Unverschämtheit gewesen, so wie die Abwrackprämie, als Geschenk an die Autoindustrie, wo völlig passable Autos verschrottet verkauft wurden. Kein Geld für Schulen und Kindergärten, aber den Autokäufern Geld in den Rachen werfen....?!?!?
gangnamstyle 23.03.2016
3. Geld für Diesel - kein Geld für Elektro
Geld ist da und das reichlich. Gemeint ist damit nicht der Steuerüberschuss, was den deutschen Fiskus temporärer zum Lächeln bringt, sondern für Dieselfahrzeuge. Denn Diesel wird in Deutschland seit langer Zeit subventioniert. Und als die Abwrackprämie gab, um die deutsche Autoindustrie unter die Arme zu greifen, wurden nicht wenig Dieselfahrzeuge gekauft. Und jetzt ist kein Geld da für Elektrofahrzeuge. Nun, die werden ja auch kaum von deutschen Hersteller gebaut...
carlitom 23.03.2016
4.
Elektroautos als aus ökologischen Gründen förderungsfähig anzusehen, ist Riesenhumbug. Warum sollte es umweltfreundlich sein, Kernkraft- oder Kohlekraftwerke zu betreiben? Und komme mir keiner mit Wind- und Sonnenenergie. Diese sind in Deutschland nach wie vor keine Alternative, nur heißer "Wind". Alles nur psychologisch: mein Auto ist sauber, wenn hinten kein Dreck rauskommt, dafür aber - weit weg von mir und für mich nicht sichtbar - am Kraftwerk. Super!
Plasmabruzzler 23.03.2016
5.
Richtig so. Elektroautos ist eh nur etwas für Gutbetuchte, die ihren Flitzer in der eigenen Garage in der eigenen Immobilie aufladen können. Die brauchen diese Prämie nicht wirklich. Otto-Normalverbraucher hat nicht unbedingt das nötige Geld, sich solch ein Auto leisten zu können (Kleinwagen kosten ab ca. 27.000 EUR, dafür bekommt man bspw. einen sehr gut ausgestatteten VW Golf [Mittelklasse]) und auch nicht die Möglichkeiten zur Nachladung. Eine Stromtankstelle ein paar Kilometer entfernt widerspricht der Mobilität. Auf der Straße wird es noch schwieriger: Ladesäulen sind nur sporadisch vorhanden und Leitung vom Balkon über die Straße bis zum Auto ist doch eher gewagt als praxistauglich.
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