VW-Skandal Auch erhöhte Abgaswerte bei anderen Autoherstellern

Der VW-Abgasskandal könnte sich bald auf andere Marken ausdehnen. Bei Messungen stellte das Kraftfahrt-Bundesamt erhöhte Abgaswerte bei verschiedenen Fahrzeugen fest. Details stehen noch aus.

Abgasuntersuchung: Das KBA prüft nun auch andere Fahrzeuge
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Abgasuntersuchung: Das KBA prüft nun auch andere Fahrzeuge


Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) hat bei Tests infolge des VW-Abgasskandals auch bei Autos anderer Hersteller erhöhte Abgaswerte gemessen. "Auf Basis von Rohdaten wurden bisher zum Teil erhöhte Stickoxid-Werte (NOx) bei unterschiedlichen Fahr- und Umgebungsbedingungen festgestellt", teilte die Behörde mit. Die Messergebnisse würden nun mit den Autoherstellern und anderen Behörden besprochen und ausgewertet. "Erst danach liegen rechtlich belastbare Ergebnisse vor", hieß es.

Welche Marken betroffen sind, teilte das KBA nicht mit - auch nicht, wie hoch die Abweichungen ausfallen und welche Schlüsse aus den bisher vorliegenden Ergebnissen gezogen werden können. Seit Ende September prüft die Behörde in großem Stil neben Fahrzeugen aus dem VW-Konzern auch Autos anderer Hersteller - darunter etwa BMW, Ford, Mercedes-Benz, Alfa Romeo, Dacia, Hyundai oder Mazda. Insgesamt geht es um mehr als 50 unterschiedliche Fahrzeuge. Ein Drittel der Untersuchungen steht allerdings noch aus.

Sind die vom KBA ermittelten Daten belastbar, würde sich der Abgasskandal auf weitere Marken ausdehnen. Bisher konnte keinem weiteren Hersteller ein betrügerisches Vorgehen bei der Ermittlung von Schadstoffen nachgewiesen werden. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hatte bei Messungen in einem Prüflabor in der Schweiz erhöhte Stickoxid-Werte bei einem Opel Zafira mit 1,6 Liter Dieselmotor festgestellt. Je nach Messmethode betrugen die Stickoxid-Emissionen das bis zu 17fache des gültigen Euro-6-Grenzwertes. Opel wies die Vorwürfe der DUH zurück.

Auch das KBA ist unter Druck

Kritiker werfen dem KBA schon seit Jahren vor, die Herstellerangaben nicht kritisch genug zu überprüfen und auf Unregelmäßigkeiten hin zu analysieren und damit Mogeleien der Hersteller zu begünstigen. Jetzt steht im Zuge der VW Abgasaffäre auch das KBA unter Druck. Die EU-Kommission hatte angekündigt, künftig die Behörden der EU-Mitgliedstaaten bei der Genehmigung von Kraftfahrzeugen zu überwachen. "Die Genehmigungssysteme der Mitgliedstaaten haben versagt. Wir wollen künftig kontrollieren und überprüfen, ob die nationalen Behörden ordnungsgemäß arbeiten", hatte EU-Industriekommissarin Elzbieta Bienkowska in der "Süddeutschen Zeitung" angekündigt.

Auslöser des VW-Abgasskandals war ein Geständnis von VW. Mitte September musste der Konzern gegenüber der amerikanischen Umweltbehörde EPA einräumen, im großen Stil bei Abgasprüfungen manipuliert zu haben. Anfänglich waren von dem Skandal nur Dieselmodelle betroffen, inzwischen ist klar, dass VW auch die Verbrauchswerte von 98.000 Benzinfahrzeugen in Deutschland falsch angegeben hat. Weltweit sind mehr als elf Millionen Autos von dem Skandal betroffen.

dpa/mhu



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insgesamt 146 Beiträge
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raber 11.11.2015
1. Die Konkurrenz ist auch nicht sauber? Haben sie auch betrogen?
Waren deshalb die anderen Marken so still? Wenn dem so sein würde, ist die Autolobby hinter den Fassaden bestimmt schwer am agieren um die Konzerne so wenig wie möglich zu bestrafen. Leider haben die Konsumenten keine millionenschwere Lobby. Umweltschützer sind nun gefragt. Diese Firmen haben Milliarden verdient und können es jetzt damit finanzieren und ihre Gewinne schmälern oder zeitweise auch negativ fahren. Der Steuerzahler darf nicht noch einmal für Betrug und andere kriminelle Aktivitäten zahlen.
snafu-d 11.11.2015
2.
Wenn die VW-Ingenieure es nicht schafften, die Vorggaben zu erfüllen, wie kommt man zu der Annahme, dass die Anderen das alle geschafft haben? Höchst unwahrscheinlich.
sterborg 11.11.2015
3. Verbrauchswerte?
Warum ist der Betrug bei den Abgaswerten eigentlich so hochgekocht, während die Verbrauchsangaben schon seit Ewigkeiten viel zu niedrig angegeben werden dürfen? Dort werden die Messungen doch auch mit Tricks künstlich niedrig gehalten, um schöne Werte verkaufen zu können.
rst2010 11.11.2015
4. augenwischerei durch staat und hersteller
anfang der 2000er hatt man noch eine chance, sein auto unter den angegeben verbrauchwerten zu betreiben. seither hab ich das nicht mehr geschafft, die werte sind seitem derart nach unten gemogelt, das kann weder mensch noch maschine so optimal betreiben, dass man innerhalb der grenzen bleibt. allerdings hatte die regierung davon den vorteil, dass sie punkto co2-ausstoss besser dasteht, auch wenn das nur geflunkere ist. man kann wohl daraus schließen, dass es mit der herkömmlichen technik einfach nicht möglich ist, noch weniger zu verbrauchen/auszustoßen.
stedaros 11.11.2015
5. erstaunlich
ist nicht, dass die anderen Fahrzeuge auch nicht sauber sind, das sehe ich regelmäßig an der Tankrechnung und den gefahrenen Kilometern. Erstaunlich ist viel mehr, dass das KBA testet. Das haben sie doch sonst nicht getan. Woher kommt plötzlich der Eifer?
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