Gesetzentwurf der Regierung: Elektroautos fahren zehn Jahre steuerfrei

Ladekabel an einem E-Mobil: "Stärkere Anreize schaffen" Zur Großansicht
dapd

Ladekabel an einem E-Mobil: "Stärkere Anreize schaffen"

Elektroautos werden künftig zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Das beschloss die Bundesregierung und verdoppelte damit die bisherige Dauer der Vergünstigung. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, muss das E-Mobil allerdings in einem bestimmten Zeitraum zugelassen werden.

Berlin - E-Fahrzeuge sollen künftig zehn statt bisher fünf Jahre von der Kfz-Steuer befreit werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf beschloss am Mittwoch das Kabinett in Berlin. Die Steuerbefreiung soll für Fahrzeuge gewährt werden, die in der Zeit vom 18. Mai 2011 bis 31. Dezember 2015 erstmals zugelassen werden. Nach 2015 soll die Steuerbefreiung für reine E-Fahrzeuge für fünf Jahre fortgeführt werden - bei erstmaliger Zulassung vom 1. Januar 2016 bis 31. Dezember 2020.

Die Förderung soll nicht mehr nur auf reine Elektro-Pkw beschränkt, sondern auf andere reine E-Fahrzeuge erweitert werden. Vor allem bei Nutzfahrzeugen und Leichtfahrzeugen lägen erhebliche Potentiale für den Klimaschutz sowie nachhaltige Mobilität.

Mit der Vergünstigung werden Teile des vor einem Jahr vorgelegten "Regierungsprogramms Elektromobilität" umgesetzt. Ziel ist es, den "Anreiz zur Anschaffung eines umweltfreundlichen Elektrofahrzeugs zu verstärken".

Die Bundesregierung wünscht sich, dass bis 2020 eine Million Elektroautos auf den Straßen fahren. Experten der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) hatten dieses Ziel bei den derzeitigen Umständen für utopisch erklärt und kürzlich dazu aufgefordert, den Kauf von Elektromobilen durch politische Maßnahmen attraktiver zu machen.

cst/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 114 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
alarmist 23.05.2012
Straßen oder Parkplätze nur für Elektroautos würden wesentlich mehr bewegen. Zumindest in Hamburg.
2. Der Hl. St. Florian wird zum Regierungsprinzip
zooombie 23.05.2012
So lange der Strom für Elektroautos nicht aus rein regenerativen Energien stammt, ist die Förderung von Elektrofahrzeugen der reine Verschiebebahnhof und völliger Blödsinn. Nach dem derzeitigen Stromerzeugungsmix ist ein Elektrofahrzeug um ca 30% CO2 Intensiver als ein vergleichbares sparsames (!) Fahrzeug mit konventionellem Antrieb. Man kann die Probleme besonders gut erkennen an der wachsenden Elektromobilität in der VR China, wo ein Gros der elektrischen Energie aus Kohlekraftwerken kommt.
3. Sehr gute Entscheidung!
distel60 23.05.2012
Besteuerung nach rumfahren und nicht nach rumstehen. Das gilt übrigens auch für die KFZ-Steuer für alle anderen PKW. Außerdem Diesel und Benzin nach Energieinhalt besteuern und dann den Markt wirken lassen in dem Sinne, dass sich der Preis für Benzin und Diesel entsprechend der Nachfrage ohne steuerliche Verzerrung einpendelt.
4. noch ein rohrkrepierer…
Wile_E_Coyote 23.05.2012
…wie der scherz mit dem wechselkennzeichen. ein moderner kleinwagen kostet ca 60.- bis 90.- euro kfz steuer pro jahr, diesen satz zugrundegelegt ergibt sich eine grosszügige förderung i.h. v. max. 900 euro in 10 jahren. was kostet derzeit der billigste viersitzer mit elektromotor gleich wieder? über 30000 euro? solange sich keiner traut, die kfz steuer auf den benzinpreis umzulegen wird das auch nichts mit alternativen antrieben, und nein, davon wäre ich selber heftig betroffen, bei 60000 beruflichen km pro jahr
5. .
Jule25 23.05.2012
Toll, das sind bei einem A8 4,2l quattro mit 335PS gerade mal 404€ pro Jahr. In 10 Jahren sind es... ach, rechnet selbst! Aber in spätestens 10 Jahren brauche ich eine neue Batterie! Die bekomme ich nicht für 4040€ ;-) Übrigens, das Argument weiterer Kostenersparnis durch die Ersparnis an der Tankstelle zieht nicht! Der Staat wird es nicht auf sich sitzen lassen wenn die Einnahmen an der Tankstelle wegbrechen. Der Strom für E-Fahrzeuge wird besteuert werden. Noch glaubt daran niemand aber wartet es nur ab und denkt an mich wenn es soweit ist ;-)
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Verkehrspolitik Deutschlands
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 114 Kommentare
Facebook

Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)
Fotostrecke
Elektroautos im Aufwind: Modelle und Meilensteine


Aktuelles zu