Kfz-Versicherung 2017 Gute Nachrichten für 6,3 Millionen Autofahrer

Wie teuer eine Kfz-Versicherung ist, hängt unter anderem von den sogenannten Regionalklassen der Versicherer ab. Jetzt wurden die Tarife aktualisiert. Freuen dürfen sich vor allem Autofahrer im Norden.

GDV

Wer wissen möchte, wo Autofahrer besonders häufig Schäden verursachen, muss einen Blick in die Kfz-Regionalklassen werfen: Die Statistiken werden jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zusammengestellt. Sie basieren auf den Schadenbilanzen aus insgesamt 415 Kfz-Zulassungsbezirken - und spielen eine Rolle für die Beitragshöhe der Kfz-Haftpflicht sowie Voll- und Teilkaskoversicherung.

Dabei ist nicht entscheidend, wo ein Unfall passiert oder ein anderer Schaden entstanden ist, sondern wo sich der Wohnsitz des Fahrzeughalters befindet. Die dabei erfassten Schäden bilden die Grundlage für einen Indexwert - bei der Haftpflicht gibt es zwölf, bei der Vollkasko neun und bei der Teilkasko 16 verschiedene Klassen.

Die Regionalstatistik zeigt: In den Großstädten und in Teilen Bayerns sind die Klasseneinstufungen aufgrund der dortigen höheren Schadenbilanz oft weitaus schlechter. Viele Autofahrer in Nord- und Ostdeutschland profitieren dagegen von niedrigen Einstufungen.

Wollen Sie erfahren, wie sich die Regionalklasse in Ihrem Zulassungsbezirk entwickelt hat? Hier finden Sie eine Auflistung unterteilt nach Bundesländern:

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Kfz-Versicherung 2017: Die neuen Regionalklassen im Überblick

In dieser Übersicht des GDV können Sie auch per Eingabe der Postleitzahl die neue Regionalklasse in Ihrem Zulassungsbezirk erfahren.

Insgesamt gilt: Rund jeder Sechste darf sich freuen - nach GDV-Angaben werden von den insgesamt 39,6 Millionen Kfz -Haftpflichtversicherten rund 16 Prozent (6,3 Millionen) bei den Regionalklassen herabgestuft, sodass sie von günstigeren Tarifen profitieren. Rund zwölf Prozent (4,8 Millionen) müssen dagegen wohl tiefer in die Tasche greifen. Für fast drei Viertel der Autofahrer (fast 72 Prozent) ändert sich laut GDV bei den Einstufungen nichts.

Die Statistik ist nach GDV-Angaben zwar für die Versicherungsunternehmen unverbindlich. Dennoch bildet sie einen Anhaltspunkt für die Berechnung neuer Tarife. Für die bestehenden Verträge bedeutet das Veränderungen meist zum 1. Januar 2017.

In der neuen Regionalstatistik ergeben sich besonders günstige Einstufungen für Fahrzeugeigentümer in den Bundesländern Brandenburg, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern. Den bundesweit besten Schadenbilanzwert weist Ludwigslust-Parchim in Mecklenburg-Vorpommern auf, den schlechtesten Offenbach in Hessen.

Wie in den Vorjahren ist Schwerin die Landeshauptstadt Deutschlands mit der niedrigsten Regionalklasse (Haftpflichtklasse 1). Erfurt (3), Kiel (5) und Bremen (5) folgen dahinter. Hannover (Haftpflichtklasse 8) und Düsseldorf (11) kommen eine Stufe höher. Am schlechtesten schneiden Großstädte wie Hamburg, Berlin und München (je 12) ab.

Neue Regionalklassen gelten im Jahr 2017 auch für die Voll- und Teilkaskoversicherung. Von den insgesamt 33 Millionen Versicherten werden knapp zwei Millionen in niedrigere Klassen kommen, 2,4 Millionen in höhere. Der Kreis Wesermarsch (Niedersachsen) weist wie im Vorjahr bei der Vollkasko die beste Schadenbilanz auf, der Bezirk Bamberg in Bayern bei der Teilkaskoversicherung. Unverändert das Schlusslicht bei beiden Versicherungen ist der bayerische Landkreis Ostallgäu.

cst/dpa

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insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
mazzmazz 01.09.2016
1. Abschaffen!
Das muss ich natürlich fordern, weil ich in einem Landkreis mit relativ hohen Regionalklassen lebe, selbst aber seit vielen Jahren keinen Unfall mehr verursacht habe. Für die Teilkasko, die neben Hagel ja auch Einbruch und Diebstahl abdeckt, könnte man die Regionalklassen beibehalten und daraus auch den Grad der Polizeipräsenz ableiten.
spon-facebook-10000390617 01.09.2016
2. Abschaffen, da illegal!!
Zitat von mazzmazzDas muss ich natürlich fordern, weil ich in einem Landkreis mit relativ hohen Regionalklassen lebe, selbst aber seit vielen Jahren keinen Unfall mehr verursacht habe. Für die Teilkasko, die neben Hagel ja auch Einbruch und Diebstahl abdeckt, könnte man die Regionalklassen beibehalten und daraus auch den Grad der Polizeipräsenz ableiten.
im Radiointerview hat eine Verbansdsprecherin bestätigt, das nicht die Fahrer/innen der jeweiligen Region schlechter fahren. Die Unfälle werden also auch von nicht-regionalen Fahrer/innen verursacht. Trotzdem werden Menschen aufgrund ihres Wohnortes hier bestraft. dies ist ja wohl illegal! Wenn dann muß hier in solchen Fällen die Verkehrsplanung geahndet werden!
jasper366 01.09.2016
3.
Zitat von spon-facebook-10000390617im Radiointerview hat eine Verbansdsprecherin bestätigt, das nicht die Fahrer/innen der jeweiligen Region schlechter fahren. Die Unfälle werden also auch von nicht-regionalen Fahrer/innen verursacht. Trotzdem werden Menschen aufgrund ihres Wohnortes hier bestraft. dies ist ja wohl illegal! Wenn dann muß hier in solchen Fällen die Verkehrsplanung geahndet werden!
Unfälle die von 'nicht regionalen Fahrern' verursacht werden, werden in deren Zulassungsbezirk gezählt. Da beißt die Maus keinen Faden ab, wenn Region X in der Regionalklasse steigt, bedeutet dies das die Fahrer dieser Region mehr Unfälle verursacht haben als im Jahr zuvor. Da ist es egal ob 'daheim' oder in der weiten Welt einer größeren Stadt oder in einem anderem Bundesland. Unfallhäufigkeit hat ja nicht nur etwas mit 'schlecht' fahren zu tun, sondern vor allem auch mit 'viel' fahren. Je mehr Kilometer ich fahre, desto größer ist die Gefahrdoch einmal schuldhaft einen Unfall zu verursachen. Wir krebsten vor einigen Jahren auch bei 9 rum, aktuell ist es 6. Für einen großen Flächenkreis recht passabel, der benachbarte Kreis hat jetzt 9. Der ist zwar kleiner, aber die Einwohner müssen dank schlechterer Infrastruktur deutlich weitere Anfahrtswege zur Arbeit in Kauf nehmen.
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