Kfz-Versicherung 2016 Für jeden fünften Autofahrer wird es billiger

Wie viel die Kfz-Versicherung kostet, darüber entscheiden die sogenannten Regionalklassen der Versicherer. Jetzt wurden die Tarife aktualisiert. Während sich Autofahrer in Hessen über niedrigere Beiträge freuen dürfen, wird in Berlin abkassiert.

GDV

Wo verursachen Autofahrer besonders viele Schäden? Und wo fahren sie sicher?

Eine Antwort auf diese Fragen gibt die sogenannte Regionalstatistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Sie spiegelt die Schadensbilanz einer bestimmten Region wider und ist für die Kfz-Versicherer einer von mehreren Anhaltspunkten, um die Beiträge für die Kfz-Haftpflicht sowie Voll- und Teilkaskoversicherung zu berechnen. Je höher die Regionalklasse, desto teurer der Versicherungsbeitrag.

Jetzt hat der Verband die aktuelle Statistik für die insgesamt 415 Zulassungsbezirke in Deutschland veröffentlicht. Mit dem Ergebnis: Jeder fünfte Autofahrer profitiert von einer besseren Einstufung, nur 15 Prozent werden heraufgestuft und müssen künftig mehr zahlen.

Bei den Kasko-Versicherungen gibt es laut GDV nur wenig Änderungen. Für jeweils knapp 90 Prozent der Voll- oder Teilkaskoversicherten bleibe alles beim Alten. Die beste Schadensbilanz in der Vollkaskoversicherung erreiche der Landkreis Wesermarsch in Niedersachsen, in der Teilkaskoversicherung der Zulassungsbezirk Münster/Westfalen. Hingegen habe der bayerische Landkreis Ostallgäu sowohl bei der Voll- als auch bei der Teilkasko die höchste Schadensbilanz.

Fotostrecke

5  Bilder
Kfz-Versicherung 2016: Für jeden fünften Autofahrer wird es billiger

  • Besonders niedrige Einstufungen ergeben sich laut der Statistik für Autofahrer in Brandenburg, Schleswig Holstein, Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern.
  • Hohe Regionalklassen in der Haftpflichtversicherung gelten dem GDV zufolge vor allem in Großstädten sowie in Teilen Bayerns.

Hier sehen Sie, wie die Tendenz für das jeweilige Bundesland ausfällt. Ihre persönliche Regionalklasse erfahren Sie hier:

  • In Baden-Württemberg verbessern sich die Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung in neun Zulassungsbezirken, darunter in Ulm, Konstanz, Calw und Tuttlingen. Höhere Einstufungen kommen auf Autofahrer in sechs Bezirken zu - darunter sind auch die Großstädte Karlsruhe und Stuttgart.
  • 31 Prozent der Autofahrer in Bayern dürfen sich über niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung freuen. Von den besseren Einstufungen profitieren Autofahrer in 35 der insgesamt 97 Zulassungsbezirke des Landes, höhere Einstufungen ergeben sich für knapp elf Prozent der Autofahrer. Wenig Änderungen gibt es bei den Kasko-Versicherungen.
  • Berlin: Die deutsche Hauptstadt ist auch in der Schadensbilanz die Nummer eins und wird wie im Vorjahr in die höchste Regionalklasse zwölf eingestuft - gleichauf mit Hamburg und München. Auch in der Vollkaskoversicherung gilt in Berlin die höchste Stufe, in der Teilkaskoversicherung die Regionalklasse zehn.
  • Brandenburg glänzt mit niedrigen Regionalklassen in der Kfz-Versicherung, für mehr als die Hälfte der Autofahrer dort gilt sogar die günstigste Einstufung eins. Eine höhere Einstufung ergibt sich hingegen für die Landeshauptstadt Potsdam und für Oberhavel.
  • Die Regionalklassen für Autofahrer in Bremen bleiben niedrig. Obwohl sich die Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung um eine Stufe erhöht, gilt für die Versicherten mit der Regionalklasse fünf weiterhin eine deutlich niedrigere Einstufung als etwa in den anderen Stadtstaaten Hamburg und Berlin.
  • Für Autofahrer in Hamburg ergeben sich keine Änderungen. In der Kfz-Haftpflichtversicherung ist Hamburg wie im Vorjahr in der höchsten Regionalklasse zwölf eingestuft, auch in der Voll- und Teilkaskoversicherung bleiben die bisherigen Einstufungen erhalten.
  • Hessen: Insgesamt profitieren rund 25 Prozent der hessischen Autofahrer von den neuen Einstufungen für die Kfz-Versicherung, unter anderem in Fulda, Gießen und im Main-Kinzig-Kreis. Für rund 70 Prozent der Autofahrer bleiben die Regionalklassen gleich, fünf Prozent werden hochgestuft.
  • Mecklenburg-Vorpommern: Hier gelten für 80 Prozent der Autofahrer in der Kfz-Haftpflichtversicherung wie im vergangenen Jahr die niedrigste Regionalklasse 1. Eine im Vergleich zum Vorjahr höhere Einstufung ergibt sich für Autofahrer in Greifswald.
  • In 36 der 48 Zulassungsbezirke des Landes Niedersachsen bleibt die bisherige Einstufung in der Kfz-Haftpflichtversicherung erhalten. Von einer niedrigeren Regionalklasse profitieren Autofahrer in sechs Bezirken, unter anderem im Emsland, in Peine, Holzminden und Salzgitter. Höhere Einstufungen ergeben sich ebenfalls in sechs Bezirken, unter anderem in Hannover, Wolfsburg und Osnabrück.
  • Für 26 der 53 Zulassungsbezirke in Nordrhein-Westfalen gelten neue Einstufungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. In zwölf Bezirken, darunter in Paderborn, Herne, Siegen und Düren, gelten zukünftig bessere Einstufungen. In 14 Bezirken erhöht sich hingegen die Einstufung, beispielsweise in Krefeld, Wuppertal, Bochum und Köln.
  • In Rheinland-Pfalz gelten für rund 37 Prozent der Autofahrer zukünftig niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, unter anderem in Trier, Ahrweiler, Mayen-Koblenz, Idar-Oberstein und Pirmasens. Höhere Einstufungen ergeben sich für 18 Prozent, darunter in Worms, Speyer und Ludwigshafen.
  • Saarland: Rund 52 Prozent der Autofahrer profitieren künftig von niedrigeren Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung, beispielsweise in Völklingen, Saarlouis, dem Saar-Pfalz-Kreis und in Merzig/Wandern. Für Saarbrücken, Sankt Wendel und Neunkirchen bleiben die Regionalklassen unverändert.
  • Für Autofahrer in Sachsen ändert sich wenig. In der Vollkaskoversicherung bleiben die Regionalklassen in allen Zulassungsbezirken gleich. In der Teilkaskoversicherung profitiert der Erzgebirgskreis von einer niedrigeren Stufe, während sich die Einstufung für Autofahrer aus Bautzen um eine Klasse erhöht. In der Kfz-Haftpflichtversicherung verbessern sich die Regionalklassen in Nordsachsen und Zwickau. Für das Vogtland und die Großstädte Dresden und Leipzig ergeben sich höhere Einstufungen.
  • In elf der 14 Zulassungsbezirke des Landes Sachsen-Anhalt bleibt die Einstufungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung erhalten. Autofahrer in Dessau-Roßlau profitieren von einer niedrigeren Regionalklasse, eine höhere Einstufung kommt auf Autofahrer in Magdeburg und Halle zu.
  • Schleswig-Holstein: Neumünster und Nordfriesland profitieren von einer niedrigeren Regionalklasse, eine höhere Einstufung ergibt sich für die Landeshauptstadt Kiel und für Segeberg. In elf der 15 Zulassungsbezirke bleibt die Einstufungen in der Kfz-Haftpflichtversicherung erhalten.
  • Für über 40 Prozent der Autofahrer in Thüringen gelten in Zukunft niedrigere Regionalklassen in der Kfz-Haftpflichtversicherung. Von den besseren Einstufungen profitieren Autofahrer unter anderem in Gotha, Weimar, Eisenach und Sonneberg. Eine höhere Einstufung ergibt sich für den Saale-Orla-Kreis, für alle anderen Bezirke bleiben die Regionalklassen unverändert.

Einen Überblick über die Regionalklassen aller Zulassungsbezirke nach Bundesländern finden Sie hier.

mhu/dpa



insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
jujo 03.09.2015
1. ...
Richtig so, in Berlin ist jeder zweite Autofahrer für mich ein halbirrer, völlig emphatiefrei und ein sozial inkompetenter Flegel, in HH ist es auch nicht viel besser.
Leser161 03.09.2015
2.
Euphemism for Runaways. Bzw. für 80% der Autofahrer wird es teurer, wäre die ehrliche Überschrift gewesen.
vo_rembremerdeng 03.09.2015
3. In Großstädten
mit Parkplatzknappheit, Umleitungen und anderen rot-grünen Schikanen, sind die meisten Autofahrer generell etwas genervter. Ist verständlich.
deegeecee 03.09.2015
4.
Zitat von Leser161Euphemism for Runaways. Bzw. für 80% der Autofahrer wird es teurer, wäre die ehrliche Überschrift gewesen.
Das ist ja nicht richtig. Für viele ändert sich gar nichts.
Crom 03.09.2015
5.
Zitat von Leser161Euphemism for Runaways. Bzw. für 80% der Autofahrer wird es teurer, wäre die ehrliche Überschrift gewesen.
Warum? Es kann für viele auch gleich bleiben.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.