Kia Cabrio-Studie Bekenntnis zum Stoff

Die koreanische Marke Kia wird beim Genfer Autosalon eine Cabriolet-Studie enthüllen, die auf dem neuen Kompaktwagen Cee'd basiert. Der Wagen ist das erste Werk des neuen deutschen Kia-Chefdesigners Peter Schreyer - und dessen Handschrift ist deutlich zu sehen.


Peter Schreyer ist bei seinem neuen Arbeitgeber Kia nun endgültig angekommen. Seit sieben Monaten arbeitet der ehemalige Audi- und VW-Chefdesigner - der unter anderem Kultautos wie den Audi TT und den VW New Beetle optisch mitverantwortete - für die koreanische Marke. Nun, beim Genfer Autosalon (8. bis 18. März), zeigt er zum ersten Mal, wie er sich dort die stilistische Zukunft vorstellt. Denn Kia enthüllt in der Schweiz die Cabrio-Studie Ex_Cee'd, das erste Auto, das unter dem neuen Designchef entstand.

Kia Ex_Cee'd: Merkwürdiger Name für eine hübsche Studie

Kia Ex_Cee'd: Merkwürdiger Name für eine hübsche Studie

Das viersitzige Cabriolet der Kompaktklasse macht auf den ersten Blick deutlich, dass Kia die alte Biederkeit endgültig abgelegt und zu einer modernen, frischen Formensprache gefunden hat. Wesentliche technische Komponenten des offenen Konzeptautos stammen von der dreitürigen Variante des neuen Kompaktwagens Cee'd, der ab Dezember im slowakischen Kia-Werk gebaut werden wird. Das Exterieur jedoch ist vollkommen neu gestaltet.

Kommt die Stoffdach-Renaissance?

Und es gibt, anders als bei den meisten Novitäten in dieser Klasse, ein klassisches Stoffdach. Designer Schreyer wollte unbedingt ein solches traditionelles Verdeck. "Ich bin sicher, dass das Stoffverdeck eine Renaissance erleben wird. Wir leben schon lange mit der romantischen Idee des Open-Air-Fahrens, und für mich ist das Stoffdach der Schlüssel zu einem wirklich erfüllenden Cabrio-Erlebnis."

Kia feiert die Cabrio-Studie in modischem "Meringue-Weiß" mit dem Stoffdach im Farbton "Zartbitter" sogleich als "ästhetischen Höhepunkt". Doch einige der hübschen Zutaten, wie etwa die properen 19-Zoll-Leichtmetallräder oder das zweifarbige Lederinterieur - werden auf dem Weg zur Serienreife wohl auf der Strecke bleiben. "Frühestens Ende 2009", so ein Kia-Sprecher, könnte der Wagen auf die Straßen kommen. Bis dahin sollen die übrigen Versionen der Cee'd-Baureihe - nach Fünftürer und Dreitürer wird in Genf auch das Kombimodell Sporty Wagon enthüllt - in der Kompaktklasse punkten. Das Fachblatt "Auto-Bild" vermeldet in seiner aktuellen Ausgabe verstört: "Schock! Kia fast so gut wie ein Golf...und 5000 Euro billiger!"

Kia Cabrio-Studie: Das erste Werk des neuen deutschen Desingchefs

Kia Cabrio-Studie: Das erste Werk des neuen deutschen Desingchefs

Die Koreaner dürften solche Schlagzeilen goutieren, denn endlich sind sie dort angekommen, wo sie schon immer hinwollten: In der Mitte der europäischen Großserienhersteller. Denn das Modell Cee'd ist der erste Wagen, der in Europa entwickelt wurde und auch hier gebaut wird. "Ein Qualitätssprung", vermeldet Kia selbstbewußt, und offenbar sehen das manche Autotester ebenso. Auch auf dem Gebiet der alternativen Antriebe sind die Koreaner ziemlich fix: In Genf steht nämlich auch noch, als dritte Neuheit, ein Kia Rio mit Hybridantrieb.

jüp

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