Köln Polizei verschickt Warnbriefe an Raser

160 potenzielle Raser haben Post von der Kölner Polizei bekommen. In dem Brief warnen die Beamten die jungen Männer vor harten Konsequenzen.

Unfallstelle in Köln: Kerzen und Blumen für verstorbenen Radfahrer (Archivbild)
DPA

Unfallstelle in Köln: Kerzen und Blumen für verstorbenen Radfahrer (Archivbild)


Die Kölner Polizei versucht, illegale Autorennen mit persönlicher Ansprache zu verhindern. 160 Männer, die den Behörden seit 2015 im Zusammenhang mit Tuning oder zu schnellem Fahren aufgefallen sind, haben kürzlich einen Brief erhalten, der mit den Worten beginnt: "Sicher fragen Sie sich, was wir von Ihnen wollen!".

"Die Briefe sollen warnen, aber auch zeigen: Wir haben euch im Blick", erklärte eine Polizeisprecherin. Dabei kann das Informationsschreiben auch einen juristischen Nebeneffekt haben. "Sollte einer der Angeschriebenen erneut auffällig werden, wird es für ihn schwer, Fahrlässigkeit nachzuweisen." Das bedeute für den Raser in der Folge höhere Strafen.

Früher gab es für Raser oft nur Bewährungsstrafen

In dem Brief macht die Polizei auf eine historische Entscheidung des Berliner Landgerichts aufmerksam: Zwei junge Männer waren nach einem illegalen Rennen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Ein 69-jähriger Mann war dabei ums Leben gekommen. Noch ist das Urteil nicht rechtskräftig.

"Wer möchte schon 15 Jahre ins Gefängnis, nur weil man imponieren oder der Schnellste sein wollte?", fragt die Kölner Polizei in ihrem Schreiben. Früher kamen die Fahrer oft mit Geld- oder Bewährungsstrafen davon. Im vergangenen Jahr hatte der Bundesrat einen Gesetzesentwurf auf den Weg gebracht, um die Beteiligten härter zu bestrafen und so effektiver gegen die Raser-Szene vorgehen zu können.

In Köln gab es vor zwei Jahren eine Serie von tödlichen Unfällen, die mutmaßlich auf Raser zurückzuführen waren. Die Warnbriefe sind Teil eines seitdem laufenden Projekts der Kölner Polizei, das illegale Autorennen unterbinden soll. Ob die Briefaktion wiederholt wird, steht noch nicht fest. Zuvor hatte der "Kölner Stadt-Anzeiger" über die Warnbriefe berichtet.

mhu/dpa

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insgesamt 87 Beiträge
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Seite 1
Max Super-Powers 27.04.2017
1.
So sehr ich den Sinn dahinter verstehe, so fragwürdig finde ich diese Vorgehensweise als solche. Briefe verschicken, deren Grundtenor ist "wir haben dich im Blick", das machte früher einmal nur die Mafia mit potenziellen Gerichtszeugen. Statt für solche Späßchen Geld auszugeben, sollte die Landesregierung NRW mal dafür sorgen, dass die Polizei personell praxisnah aufgestellt wird - denn sonst sind die Briefe nur heiße Luft, weil die Raser gewiss sein können, dass sie sowieso nicht erwischt werden, solange sie nicht gerade einen Unfall bauen.
cindy2009 27.04.2017
2. Einschreiben
Kommt das Ding per Einschreiben? Wenn nicht, wird es schwer zu belegen sein, dass der Brief überhaupt gelesen wurde: "[...] Dabei kann das Informationsschreiben auch einen juristischen Nebeneffekt haben. "Sollte einer der Angeschriebenen erneut auffällig werden, wird es für ihn schwer, Fahrlässigkeit nachzuweisen." Das bedeute für den Raser in der Folge höhere Strafen. [...]"
Andreas Lücke 27.04.2017
3. Frau Hucko,
der Link am Ende des Artikels ist fehlerhaft. Hier der funktionierende Link: http://www.ksta.de/koeln/illegale-rennen-polizei-koeln-verschickt--gefaehrderbriefe--an-uneinsichtige-raser-26772636
bananenrep 27.04.2017
4. Differenzierung .....
wer mit 180 km/h durch Berlin jagt, nimmt Opfer bewußt in Kauf. Wer auf abgelegenen Strassen den jugendlichen Übermut auslebt ist dann auch schon Raser ? Die Alten waren nie jung. Und der Staat hat IMMER recht. Und wer Politiker im Auge hat, Bestechung , Schwarzgeld etc. ist eben ein Populist. Irgendwann werden die jungen Menschen fragen, wo sind die Clubs die ihr Alten verboten habt. Fazit. wenn sie draußen , abgelegen, vll. Parkplätze ihre Autos ausprobieren sollen sie doch. Wenn es in der stadt ist, sollte doch tatsächlich eingeschritten werden. Ansonsten ist für Jugendliche eh schon alles verboten.
pefete 27.04.2017
5. Wollt ihr
mich verscheißern? Damit die Raser später keine Strafe bekommen. 80% der Raser lachen sich doch kaputt.
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