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Kohlendioxid-Ranking: Mercedes verursacht höchsten CO2-Ausstoß

Beim Klimaschutz taugen deutsche Autokonzerne nicht als Vorbilder: Die Pkw-Flotten französischer und italienischer Hersteller stoßen einer Studie des Umweltverbands T&E zufolge im Schnitt deutlich weniger Kohlendioxid aus als jene von Daimler und Konsorten.

Im vergangenen Jahr auf den Markt gebrachte deutsche Neufahrzeuge bliesen je gefahrenem Kilometer im Schnitt 173 Gramm klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) in die Luft. 2005 seien es durchschnittlich 172 Gramm gewesen, schreibt der Brüsseler Umweltverband T&E unter Berufung auf offizielle EU-Statistiken.

Den niedrigsten Wert kann mit 142 Gramm der französische Konzern PSA Peugeot Citroën für sich verbuchen. Grund für die Diskrepanz ist vor allem der unterschiedliche Fokus der Autohersteller: Während Franzosen und Italiener eher im Kleinwagen-Segment und der unteren Mittelklasse aktiv sind, produzieren deutsche Hersteller vor allem hoch motorisierte Limousinen. Je schwerer und PS-stärker ein Wagen ist, desto höher sind naturgemäß Verbrauch und CO2-Ausstoß.

Logos von Mercedes und BMW: Große Autos, üppiger Verbrauch, hoher CO2-Ausstoß
AP, DPA

Logos von Mercedes und BMW: Große Autos, üppiger Verbrauch, hoher CO2-Ausstoß

Im Jahr 2006 sei der durchschnittliche Kohlendioxidausstoß deutscher Neuwagen leicht angestiegen, berichtet T&E. Dies entspreche einer Zunahme um 0,6 Prozent. "Es ist ironisch, dass ein Land, das sich so sehr für neue EU-Klimaschutzziele eingesetzt hat, gleichzeitig Autohersteller beheimatet, die einen der wichtigsten Wege zur Erreichung dieser Ziele blockieren", erklärte T&E-Direktor Jos Dings.

Dagegen hätten französische und italienische Hersteller die CO2-Emissionen ihrer Neuwagen um 1,6 Prozent auf durchschnittlich 144 Gramm pro Kilometer gesenkt. Die japanischen Autobauer erzielten im vergangenen Jahr eine Verminderung um 2,8 Prozent auf jetzt noch 161 Gramm pro Kilometer, berichtet T&E.

CO2-Flottenwerte großer Autohersteller im Jahr 2006
Rang Name CO2 (g/km)
1 PSA Peugeot Citroen 142
2 Fiat 144
3 Renault 147
4 Toyota 153
5 Honda 154
6 General Motors 157
7 Ford 162
8 Suzuki 166
9 Volkswagen 166
10 Hyundai 167
11 Nissan 168
12 Mazda 173
13 BMW 184
14 DaimlerChrysler 188
Quelle: T&E
Unter den deutschen Herstellern habe einzig BMW die Emissionen um immerhin 2,5 Prozent reduziert, dies werde aber durch Steigerungen bei Daimler- und VW-Neufahrzeugen mehr als wettgemacht, erklärt die Organisation weiter. Unter den 14 untersuchten Herstellern kommt Daimler auf den letzten Platz, BMW rangiert direkt davor. Volkswagen belegt den 9. Platz.

Die durchschnittlich geringste CO2-Menge stoßen Neufahrzeuge von Peugeot aus. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Autohersteller den CO2-Ausstoß von Neufahrzeugen bis zum Jahr 2012 auf einen europaweiten Durchschnittswert von 130 Gramm pro Kilometer reduzieren, durch zusätzliche Maßnahmen wie eine verstärkte Nutzung von Biosprit soll die Treibhausgasmenge insgesamt auf 120 Gramm gesenkt werden.

Unter den Autobauern ist bereits ein erbitterter Streit darüber ausgebrochen, wie stark einzelne Hersteller zu dem Durchschnittsziel beitragen müssen.

Der Brüsseler Autoverband Acea hatte der Europäischen Kommission ursprünglich versprochen, den CO2-Ausstoß bei neu zugelassenen Pkw bis Ende 2008 freiwillig auf durchschnittlich 140 Gramm je Kilometer zu drücken. Diese Zusage wird Acea voraussichtlich jedoch nicht einhalten können.

hil/AP

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Forum - Lohnt sich Klimaschutz?
insgesamt 1964 Beiträge
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1. auf alle Fälle: Die Frage ist nur - für wen...?
atair 24.09.2007
Zitat von sysopGigantische Investitionen, kaum Nutzen: Wie sinnvoll ist der Versuch, die Klimakatastrophe aufhalten zu wollen?
Wieso? Das Geld 'verschwindet' ja nicht im Nirwana --- das wandert nur in andere Taschen. Und für deren Besitzer lohnt es sich unbedingt...
2.
jomeier 24.09.2007
Der Klimaschutz lohnt sich. Z.B. für Al Gore mit seinem CO2-Zertifikate Hedgefond. Und für die Klimawissenschaftler, die bekommen im Dezember mal wieder eine schöne Reise nach Bali von den Stromkunden in den Industrieländern bezahlt. Auch lohnt es sich für Konzern-Projekte, die ohnehin durchgeführt würden (z.B. Staudammbauten, Verwertung vom Gas bei der Ölförderung usw.) die Zuschüsse aus dem CO2-Zertifikate - Handel mitzunehmen. Für uns Bürger lohnt es sich nicht. Wir müssen das alles bezahlen.
3. Lomborg mal wie immer kein Plan!
Albedo4k8, 24.09.2007
Das faengt schon in seiner Problemliste an (in der er mal wie immer die Zusammenhaenge der Probleme nicht kapiert). Die Wasserversorung haengt ziemlich stark mit dem Klimawandel zusammen. Mehr Duerre, mehr Ueberschwemmungen, steigender Wasserspiegel damit Eindrinken von Meersalzwasser in das Suesswasserreservoir. All das wird Einfluss auf die Wasserversorgung haben. Das mit dem Hunger dito Krankheiten dito Aber was unser Lomborg ueberhaupt nicht kapiert wie fast jeder Oekonom (leider) ist die Knappheit von Resourcen insbesondere auf dem Sektor der Energietraeger. Wenn man dort die falschen Weichen stellt dann ist es ziemlich bald aus!
4. Prima Klima
Ingeboorg 24.09.2007
Glasklar ist ja wohl, dass das ganze hysterische Klimageschrei nur die Taschen der Emissionshändler füllen soll. Sparen - ja. Solar- und Windenergie voll nutzen - ja. Aber alles andere ist rausgeschmissenes Geld. Das Klima wandelt schon immer - mit und ohne MENSCH.
5.
LouisWu 24.09.2007
Zitat von sysopGigantische Investitionen, kaum Nutzen: Wie sinnvoll ist der Versuch, die Klimakatastrophe aufhalten zu wollen?
Es gibt keine Klima"katastrophe". Die Temperaturen werden sich ein wenig ändern, wie sie es in der Erdgeschichte schon häufig -und viel stärker- getan haben. Die Menschen haben Zeit genug, sich daran anzupassen, und es wird dabei wie immer Gewinner und Verlierer geben. Der Klima-Aktionismus steht in der schwachsinnigen Tradition der "Tut Buße!"- und "Das Weltenende ist nahe!"-Aufrufe, die es schon immer und zu allen möglichen (und unmöglichen) Anlässen gegeben hat.
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