ADAC-Skandal Das Problem sitzt an der Spitze

Manipulierte Stimmen, ein Urlaubstrip im Krankenflieger, Rettungshubschrauber für Dienstreisen: Der ADAC hat eine lückenlose Aufklärung der jüngsten Skandale angekündigt. Doch der Verein hält nicht, was er verspricht.

Zerstörtes ADAC-Logo: Salamitaktik bei der Aufklärung
DPA

Zerstörtes ADAC-Logo: Salamitaktik bei der Aufklärung

Ein Kommentar von Margret Hucko


Wenn es doch alles so einfach wäre wie bei der Pannenhilfe. Auto defekt, Notrufnummer gewählt, die Gelben Engel kommen geschwind und leisten Hilfe. Aber ausgerechnet der ADAC, Retter in der Not, braucht in diesen Tagen selber Unterstützung - am besten von außen. Schuld an der Misere ist allein die Führungsriege des ADAC.

Seit der oberste Kommunikationschef eingestanden hatte, dass er über Jahre eine Abstimmung zum "Lieblingsauto" der Deutschen bei der Autotrophäe "Gelber Engel" manipuliert hat, jagt ein Skandal den nächsten. Der ADAC versprach reflexhaft lückenlose Aufklärung. Doch weder scheint der Autoclub an der Wahrheit wirklich interessiert, noch kann oder will er die lückenlose Aufklärung tatsächlich leisten. Denn die fast täglich neuen Ungereimtheiten werden leider nicht von den selbsterklärten Aufklärern offenbart.

Das bisherige Sündenregister reicht von einem Präsidium, das sich in Rettungshubschraubern chauffieren lässt, bis zu Regionalfürsten, die sich vom Verein eine Villa bauen lassen. Auch auf Kosten der Mitglieder.

Lückenlose Aufklärung heißt doch aber, kommunikativ in die Offensive zu gehen, selber Missstände aufzudecken. Stattdessen setzen die Verantwortlichen die Salamitaktik ein, Geständnisse gibt es lediglich scheibchenweise und nur dann, wenn Journalisten etwas aufdecken.

Spitzfindige Antworten

Mit Spitzfindigkeiten versuchen die Verantwortlichen, sich aus unbequemen Situationen zu lavieren. Auf die Frage von SPIEGEL ONLINE, ob das Präsidium auch Rettungsflieger für private oder dienstliche Reisen nutzte, antwortete die Pressestelle am 24. Januar klar mit Nein. Und verschwieg damit galant, dass ein Angehöriger einer Führungskraft diesen Service für seinen Urlaubsflug nutzte - was zwei Tage später dann in der "Bild am Sonntag" stand. Zwar hat die Pressestelle nicht gelogen - aber lückenlose Aufklärung sieht anders aus.

Dass ein derartiges Rumlavieren toleriert wird, liegt maßgeblich an den Aufklärern selber. Der Präsident des Clubs, Peter Meyer, und sein Geschäftsführer Karl Obermair geben zwar öffentlich bekannt, das verlorene Vertrauen der Mitglieder zurückgewinnen zu wollen. Dabei waren sie es, die in der Vergangenheit versagt haben. Die beiden Führungskräfte spielen Problemlöser. Dabei sind sie Teil des Problems.

Meyer fehlt der Anstand

Warum das so ist? Meyer fehlt es an Anstand. Wer wie ein Herrscher mit dem Helikopter zu Terminen fliegt, statt Auto oder Bahn zu nutzen, ist der Realität entrückt. Eines der Kernprobleme des ADAC, die fehlende Kontrolle, wird im Auslöser des ADAC-Skandals offenbar. Sowohl Obermair als auch Meyer wollen nichts von der gefälschten Auszählung von Stimmen bei der Wahl zum "Lieblingsauto" der Deutschen gewusst haben. Schlimm genug, denn im Paragraf 13 der ADAC-Satzung steht, dass der Präsident die Grundsätze der Kommunikation festlegt und als Herausgeber die Mitgliederzeitschrift leitet. Wer satzungsstreu handelt, muss wissen, was sein Kommunikationschef treibt.

Stattdessen haben Obermair und Meyer ihm nach eigenen Aussagen naiv geglaubt. Durch fehlende Kontrolle haben sie einen Großteil der 19 Millionen Mitglieder enttäuscht, die ehrenamtlichen Helfer und die Gelben Engel, die den Verein unterstützen, vor den Kopf gestoßen. Ein Neuanfang beim ADAC setzt deshalb einen Wechsel an der Führungsspitze voraus. Meyer, Obermair - jetzt reicht es.

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insgesamt 69 Beiträge
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Seite 1
pepe_sargnagel 29.01.2014
1.
Zitat von sysopDPAManipulierte Stimmen, ein Urlaubstrip im Krankenflieger, Rettungshubschrauber für Dienstreisen: Der ADAC hat eine lückenlose Aufklärung der jüngsten Skandale angekündigt. Doch der Verein hält nicht, was er verspricht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kommentar-zum-adac-skandal-um-hubschrauber-fluege-und-stimmen-a-946170.html
Laut SZ vergab die University of New York insgesamt 72 Mio US-Dollar an verbilligten Krediten für "Starprofessoren und Dekane". Skandal? Nein - es sind die besten und die Unis bezahlen dafür. In Deutschland gibt es keine Studiengebühren und trotzdem geht die Richtung immer mehr Richtung Lehrbeauftragte (schlecht bezahlt und jederzeit "abbestlelbar") und einige wenige Stars, die sich schön die Taschen (NUR aufgrund Verhandlungsgeschicks natürlich) voll machen. Das Problem ist, dass die Unis in Deutschland trotz der völlig unterschiedlichen Finanzierung nacheifern... Das wird bald zu einigen (sehr wenigen) Luxus-Professoren führen. Werden die Medien dann auch von einem Skandal sprechen, weil auf der anderen Seite immer mehr "Tagelöhner" an den Unis unterrichten? Man darf gespannt sein. Ich schlage hiermit vor, dass die Medien sich mal untereinander unterhalten und gemeinsam der Gesellschaft etwas Gutes tun und ihre Moralvorstellungen kund tun. Das hat auch eine gesellschaftliche Funktion, denn Ärzte, Müllmänner und sogar Journalisten haben dann einen "Ethikkodex"! Wer sich nicht daran hält, der darf dann gerne öffentlich zerrissen werden. Wer aber innerhalb dieser regeln lebt, der darf unbehelligt bleiben. Das würde ein wenig Klarheit in unser aller Leben bringen.
magetasalex 29.01.2014
2. Schon ok....Fünf Mitglieder unseres Familienclans....
Zitat von sysopDPAManipulierte Stimmen, ein Urlaubstrip im Krankenflieger, Rettungshubschrauber für Dienstreisen: Der ADAC hat eine lückenlose Aufklärung der jüngsten Skandale angekündigt. Doch der Verein hält nicht, was er verspricht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kommentar-zum-adac-skandal-um-hubschrauber-fluege-und-stimmen-a-946170.html
Schon ok....Fünf Mitglieder unseres Familienclans haben letzte und diese Woche die Mitgliedschaft aufgekündigt.
mene9999 29.01.2014
3. kann ich...
diesen Service denn als einfaches Mitglied bitte auch nutzen? Ich würde es i.Z. auch abstreiten und die Presse beschimpfen... :-)
nsa 29.01.2014
4.
Zitat von sysopDPAManipulierte Stimmen, ein Urlaubstrip im Krankenflieger, Rettungshubschrauber für Dienstreisen: Der ADAC hat eine lückenlose Aufklärung der jüngsten Skandale angekündigt. Doch der Verein hält nicht, was er verspricht. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/kommentar-zum-adac-skandal-um-hubschrauber-fluege-und-stimmen-a-946170.html
Besser hätte es selbst Franz Josef Wagner nicht ausdrücken können.
sachsen-power 29.01.2014
5. Reisschmeissen
sollte man die 2. Nur dann bekommen sie eine tolle Abfindung und lachen uns alles aus. Eine Verkäuferin die ein altes Brötchen mit nimmt was sonst in die Tonne fliegt ist dagegen ein Verbrecher.
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