Kostenvergleich Rad gegen Auto: Das Velo ist Sieger der Herzen

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Autofahren ist teuer, radeln billig? Die Wirklichkeit ist komplizierter. Verkehrsforscher aus Österreich haben die Kosten der beiden Transportmittel im Detail verglichen. Das Auto schlägt sich dabei erstaunlich gut - trotz CO2-Emission und teurem Benzin - verliert aber am Ende doch.

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Fahrrad gegen Auto: Die beiden Verkehrsmittel im Kostenvergleich

Es gibt viele Gründe, Rad zu fahren: Man nimmt die Welt intensiver wahr als im Bus oder Auto, es macht Spaß, vor allem auf kurzen Wegen in Städten sind Radler oft schneller am Ziel als Autofahrer. Und nicht zuletzt hilft das Pedalieren der Umwelt. Das Rad rollt emissionsfrei, weder stinkende Abgase noch klimaschädliches CO2 werden in die Luft gepustet.

Ein gewichtiges Argument sind natürlich auch die Kosten. Ein Auto ist in der Anschaffung viel teurer als ein Velo, gleiches gilt erst recht für die Betriebskosten. Schließlich wird das Rad von Muskelkraft angetrieben und schluckt kein Benzin. Wie aber fällt die Gesamtbilanz aus, wenn man möglichst alle Faktoren berücksichtigt, die sowohl Fahrer als auch die Gesellschaft tragen müssen?

Einen solchen gesamtwirtschaftlichen Vergleich von Pkw- und Radverkehr haben Verkehrsforscher aus Wien jetzt auf dem Kongress Velo-City 2011 in Sevilla vorgestellt. Gregor Trunk und Michael Meschik vom Institut für Verkehrswesen haben in ihrer Untersuchung sowohl die internen Kosten berechnet, die der Fahrer selbst tragen muss, als auch jene, die nicht der Einzelne bezahlt, sondern die Gesellschaft. Diese sogenannten externen Kosten, etwa Gesundheitsschäden durch Abgase, haben die Forscher auf den Verursacher umgelegt.

All diese internen und externen Kosten wurden dann pro Kilometer umgerechnet - für Rad und Pkw gleichermaßen. In den Kalkulationen ging es ausschließlich um den Stadtverkehr in Wien, Überland- oder Autobahnfahrten wurden nicht berücksichtigt, weil nach ihrer Aussage zum Beispiel der etwas höhere Verschleiß in der Stadt kaum eine Rolle spielt.

Radeln teurer als erwartet

Eine erste Überraschung lieferte die Kalkulation der Betriebskosten. Nachdem Trunk und Meschik die Positionen Anschaffung, Unterhalt, Reparaturen, Parken und Kraftstoff für beide Verkehrsmittel addiert und wiederum pro Kilometer berechnet hatten, landete das Auto bei 38,3 Cent, das Fahrrad bei 10,2 Cent. "Ich hätte gedacht, dass Radfahren viel billiger ist", sagte Meschik.

Die Betriebskosten sind jedoch nur ein Teil dessen, was Radler und Pkw-Fahrer selbst bezahlen müssen. Hinzu kommen noch die Folgekosten von Unfällen und die Kosten der Fahrzeit - beides Positionen, bei denen Radfahrer nach der Untersuchung der Wiener Verkehrsforscher mehr bezahlen als Autofahrer.

Bei den Kosten für die Fahrzeit haben Meschik und Trunk angenommen, dass eine Stunde im Verkehr die Betroffenen tatsächlich Geld kostet. Wenn jemand beruflich unterwegs ist, rechneten die Forscher mit 30 Euro pro Stunde. Der Weg zur Arbeit wurde mit 11 Euro, die Fahrt zum Supermarkt mit 8 Euro kalkuliert. Der Durchschnitt über alle Fahrten liegt bei 10 Euro pro Stunde.

Aus diesem Wert und den Durchschnittsgeschwindigkeiten von Autos und Rädern in Wien ergeben sich dann die gesuchten Zeitkosten pro Kilometer. Das schnellere Auto kommt dabei auf 54,3 Cent, das Fahrrad auf 66,5 Cent. Zumindest wenn die zurückgelegten Wege mit Auto und Rad gleich lang sind, zahlt der Radfahrer nach dieser Kalkulation also drauf. Das Erstaunliche an diesen Zahlen ist zudem, dass die Kosten der Fahrzeit deutlich über den laufenden Aufwendungen für Kraftstoff, Abschreibung und Reparaturen liegen.

Ein weiterer wichtiger Block sind die internen, also von Fahrer selbst zu tragenden Unfallkosten. Während die Belastung der medizinischen Behandlung größtenteils von der Allgemeinheit getragen werden (über die Krankenversicherung), muss der Verunglückte andere Positionen fast vollständig selbst übernehmen. Dazu gehört unter anderem der Wert menschlichen Leids, den Gesundheitsökonomen durchaus quantifizieren können.

Auch bei den internen Unfallkosten schneidet das Auto mit 1,4 Cent pro Kilometer besser ab, weil die Unfallfolgen für Pkw-Insassen innerorts meist weniger schwer sind als für Radfahrer. Radler kommen mit 6,3 Cent auf einen mehr als viermal so großen Wert.

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insgesamt 206 Beiträge
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1. Naja
mabra 28.03.2011
Die Berechnungen sind etwas merkwürdig. Die Kosten für das Fahrradfahren sind pro Kilometer also höher, wenn man im Schnitt 10 Euro pro Stunde an Kosten rechnet. Ich fahre ca. 3000 kilometer im Jahr mit dem Rad und etwa 12000 km mit dem Auto. Das Rad nutze ich überwiegend im Stadtverkehr für Strecken bis 10 Kilometer. Auf diesen Strecken bin ich mit dem Rad zumindest im Berufsverkehr nur minimal langsamer, denn: mich interessiert kein Stau und ich kann Wege fahren, die ich mit dem Auto nicht fahren kann. Insofern passt die Zeitrechnung nicht und "gleiche Entfernung" auch nicht. Ich brauche mit dem Rad zur Arbeit (6 km) 5 Minuten mehr. Das als Kosten zu sehen, naja. Gerade die Kurzstrecke spart enorm an Kosten, denn in den ersten Kilometern ist der Verbrauch (und der CO2-Austoß) am höchsten.
2. ...
LouisWu 28.03.2011
Zitat von sysopAutofahren ist teuer, radeln billig? Die Wirklichkeit ist komplizierter. Verkehrsforscher aus Österreich haben die Kosten der beiden Transportmittel im Detail verglichen. Das Auto schlägt sich dabei erstaunlich gut - trotz CO2-Emission und teurem Benzin - verliert aber am Ende doch. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,753206,00.html
Wie schön, das alles. "Trotzdem erweist sich das Radfahren am Ende aller Berechnungen als deutlich günstiger - und zwar aus einem einzigen Grund: Wer regelmäßig in die Pedale tritt, tut eine Menge für seine Gesundheit. Vor allem Herz und Kreislaufsystem profitieren..." Man hat - wie üblich - nicht zu Ende gedacht. Wie nett, wenn etwas für die Gesundheit getan wird. Irgendwie. Vergessen wurde, dass die Krankheitskosten für Personen >80 Jahren um Faktor fünf über dem Durchschnitt liegen. Unsterbliche Körper mit dementen, zerstörten Gehirnen. Das ist die Zukunft unserer Gesundheitsapostel.....
3. Rechenfehler
bulleblau 28.03.2011
Da sind rgendwo gewaltige Rechenfehler drn. Auf S1. des Artikels lese ich "Nachdem Trunk und Meschik die Positionen Anschaffung, Unterhalt, Reparaturen, Parken und Kraftstoff für beide Verkehrsmittel addiert und wiederum pro Kilometer berechnet hatten, landete das Auto bei 38,3 Cent, das Fahrrad bei 10,2 Cent." und auf S3 lese ich "Mithilfe der Durchschnittsgeschwindigkeiten von Auto (25 km/h) und Rad (15 km/h) kann man aus den Betriebs- und Kraftstoffkosten die laufenden Kosten pro Kilometer berechnen. Sie liegen bei 10,20 Cent (Rad) beziehungsweise 38,30 Cent (Auto) pro Kilometer." Das klingt eher plausibel. Mir scheint, da wurden im ersten Teil falsche Zahlen verwendet. Ein Auto hat natürlich höhere Anschaffungskosten verbunden mit enorm hohen Wertverlust, dazu kommt Sprit, Versicherung, Steuer, Wartung und Verschleißteile. Der "Schweizer Tagesanzeiger" hat mal die Summen berechnet, die ein Mensch so im Leben (zwischen 18 und 77 Jahren) für das Autofahren aufwendet; es wurde in D die Summe von 330.607 SFR angegeben, umgerechnet ca 5600SFR/Jahr. Das heißt also, ich könnte mir als Radfahrer jedes Jahr ein vergoldetes Velo kaufen. Oder unendlich viel teure Zeit verschwenden.
4. Keine Fahrwegekosten!?
spon-tan100 28.03.2011
Zitat von mabraDie Berechnungen sind etwas merkwürdig. Die Kosten für das Fahrradfahren sind pro Kilometer also höher, wenn man im Schnitt 10 Euro pro Stunde an Kosten rechnet. Ich fahre ca. 3000 kilometer im Jahr mit dem Rad und etwa 12000 km mit dem Auto. Das Rad nutze ich überwiegend im Stadtverkehr für Strecken bis 10 Kilometer. Auf diesen Strecken bin ich mit dem Rad zumindest im Berufsverkehr nur minimal langsamer, denn: mich interessiert kein Stau und ich kann Wege fahren, die ich mit dem Auto nicht fahren kann. Insofern passt die Zeitrechnung nicht und "gleiche Entfernung" auch nicht. Ich brauche mit dem Rad zur Arbeit (6 km) 5 Minuten mehr. Das als Kosten zu sehen, naja. Gerade die Kurzstrecke spart enorm an Kosten, denn in den ersten Kilometern ist der Verbrauch (und der CO2-Austoß) am höchsten.
Da frage ich mich doch, was ich Ihnen denn ausrechnen soll. Unter Weglassung der Lebenskosten ist der Tod eindeutig teurer! Auch Kuchen kostet ohne Mehl verhältnismäßig mehr als Speiseeis. Und ohne Westerwelle und Niebel ist Frau Gönner teurer.
5. Glaube nur Studien die Du selbst bezahlt hast....
Cholerix, 28.03.2011
Da wurde offenbar vernachlässigt, dass die höheren Kosten für Unfallfolgen bei Radfahrern nahezu vollständig infolge von Unfällen zwischen Rad und Auto zustandekommen - also unmittelbare Folge des Autoverkehrs sind, sowie der vorwiegend auf Optimierung des Autoverkehrs angelegten (städtischen) Verkehrswegeplanung. Daher ist die Aussage der Untersuchung schon aus diesem Grund mehr als nur geringfügig unvollständig, um nicht zu sagen irreführend.
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Kostenvergleich Rad-Auto
Direkte Kosten für den Fahrer (in Cent pro Kilometer) Fahrrad     Auto
Unfälle -6.29 -1.44
Betrieb -10.20 -38.30
Fahrzeit -66.53 -54.29
Gesamt
-83.02
-94.03

Von der Gesellschaft getragene Kosten (in Cent pro Kilometer) Fahrrad Auto
Gesundheit +89,89 -
Lärm - -1,02
Unfälle -8,42 -1,85
Schadstoffe - -1,48
Gesamt
+81,47
-4,35

Gesamtvergleich (in Cent pro Kilometer) Fahrrad Auto
Gesundheit +89.89 -
Lärm - -1.02
Unfälle -14.71 -3.29
Betrieb -10.20 -38.30
Fahrzeit -66.53 -54.29
Schadstoffe - -1,48
Gesamt
-1.55
-98.38


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