Kultauto als Sportboot: Corvette Ahoi!

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Auf der Straße ist die Corvette der Inbegriff des US-Sportwagens. Der Bootsbauer Malibu bringt ihn nun aufs Wasser - mit optischen Anleihen beim Kultauto. Sogar die vier verchromten Auspuff-Endrohre des legendären Musclecars hat Malibu übernommen.

Auch wenn PS-Fetischisten mit dem Namen nichts anderes verbinden als einen Klassiker unter den US-Sportwagen - zuerst, und vor allem schon 200 Jahre länger, ist die Korvette (mit "K") ein Kriegsschiff, ein besonders wendiges und schnelles mit geringem Tiefgang.

Es ist also gar nicht so abwegig, dass der amerikanische Bootshersteller Malibu die Corvette zu Wasser lässt. Es ist eher so, dass er beide Bedeutungen eines Namens in einem Fahrzeug vereint.

Der neue Corvette ist ein Sportboot, das sich so eng wie möglich am Sportwagen orientiert. Die Lackierung wird bei General Motors eingekauft, das maritime Cockpit zitiert den Sportflitzer. Skipper und Sozius sitzen auf den Original-Schalensitzen aus der Corvette Sportversion Z06. Die maximal sechs Passagiere im Heck nehmen auf Lederpolstern Platz.

Die Embleme, mit denen das 6,25 Meter lange und 2,37 Meter breite Boot versehen ist, finden sich alle auch am Auto. Und wo beim Rennwagen die Rückleuchten sind, gibt es am Rennboot ein paar dunkle Lüftergitter. Sogar die vier verchromten Auspuff-Endrohre des legendären Musclecars haben die Bootsbauer aufs Wasser geholt.

Mit 90 Stundenkilometern übers Wasser

Der Motor steckt unter der großen, mit grauem Leder bespannten Heckklappe. Neben dem für Malibu Boats typischen V8-Motor mit gut 400 PS wird wahlweise der L7-Motor des Sportwagens eingebaut. Der leistet zu Lande wie zu Wasser beeindruckende 512 PS, um ihn herum funkeln zwei Dutzend rote LED-Leuchten.

Der L7 bringt das Boot ebenso in Fahrt wie das Auto: Offizielle Daten liegen noch nicht vor, doch schätzt Martina Lalka vom deutschen Importeur in Frankfurt die Höchstgeschwindigkeit auf stattliche 90 Stundenkilometer. Auch die Beschleunigung dürfte ordentlich sein, schätzt Lalka: "Wenn man einen Wasserskifahrer an der Leine hat, muss man in wenigen Sekunden 50 Stundenkilometer drauf haben", erläutert sie, "andernfalls kann man ihn nicht über die Oberfläche ziehen."

Es ist bereits das zweite Mal, dass ein Corvette zu Wasser gelassen wird. Die letzte Aktion dieser Art liegt allerdings zehn Jahre zurück.

Preis für das Corvette-Boot: rund 90.000 Euro

Die feuchte Corvette soll kein Einzelstück bleiben. Corvette-Hersteller General Motors plant eine Kleinserie von 70 Booten in diesem und 200 im nächsten Jahr. Es könnten sogar noch mehr Boote gebaut werden, "doch mehr Motoren können wir nicht bekommen", erläutert Importeurin Lalka die Restriktionen aus Detroit.

Doch schon mit der Kleinserie werden die Bootsbauer gutes Geld verdienen. Schließlich kostet die Wasser-Corvette umgerechnet rund 90.000 Euro, ein vergleichbares Boot ohne automobile Wurzeln gibt es schon für weniger als die Hälfte. Zudem verkauft Malibu das Schiff ausschließlich im Set mit einem passenden Trailer. Auch dieser Anhänger wurde im Corvette-Design entworfen, in Corvette-Farbe lackiert, und auf den Achsen stecken die Originalfelgen und -reifen des Sportwagens.

Obwohl das Boot erst seit ein paar Tagen fertig ist und es in Europa noch keiner gesehen hat, gibt es beim Importeur in Frankfurt schon Anfragen. Die Interessenten halten der Corvette auf auch der Straße die Treue und würden sich über das gemischte Doppel besonders freuen, glaubt die Verkäuferin. Nur eins fehlt den Corvetten-Kapitänen zu Lande und zu Wasser dann noch zu ihrem Glück: Die Anhängerkupplung an ihrem Sportwagen.

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Corvette-Boot: Im Schalensitz übers Wasser

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