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Ladebuchsen an Elektroautos: Suche nach dem Anschluss

Von Jürgen Pander und Markus Bruhn

Auf dem Autosalon in Genf stehen zahlreiche Elektrofahrzeuge. Wir haben diesen Modellen jetzt unter den Tankdeckel geschaut, uns siehe da: Die Buchsen, die man dort findet, sind höchst unterschiedlich. Das Durcheinander wird die E-Auto-Revolution nicht gerade befördern.

E-Auto-Ladebuchsen: Wer hat einen passenden Stecker? Fotos
Jürgen Pander

Geht es nach den Plänen der Bundesregierung, sollen bis 2020 in Deutschland eine Million Elektroautos über die hiesigen Straßen rollen. Die Reichweite der mit Akkustrom betriebenen Fahrzeuge ist dabei ein viel diskutiertes Problem. Ein anderes ist die Versorgung mit Strom: Bislang gibt es kein flächendeckendes Netz von E- Zapfsäulen - und der Aufbau einer solchen Infrastruktur gestaltet sich schwierig. Eine offene Frage lautet beispielsweise, wie das Stecksystem zwischen Auto und Ladestation der Zukunft aussehen soll. Derzeit ist noch keine Einigung Sicht. Selbst innerhalb der EU - von einer weltweiten Standardisierung ganz zu schweigen - konnte man sich bislang noch nicht auf ein einheitliches Steckersystem für Elektroautos einigen.

Warum ein standardisierter Anschluss nötig ist, erklärt Günter Hecht, Key Account beim Steckvorrichtungs-Hersteller Mennekes aus Kirchhunden: "Entscheidend ist nicht nur der Ladeprozess, sondern eine funktionierende Kommunikation zwischen Auto, Ladestation und Energieversorger." Ein solcher Datenaustausch sei unverzichtbar, weil in Zukunft vermehrt erneuerbare Energien, wie zum Beispiel Windkraft für die Gewinnung von Mobilitätsstrom genutzt werden sollen. Diese "fluktuierenden Energien" liefern einen stark schwankenden Stromzufluss. Hecht: "Das bedeutet, dass ein umfangreiches Energiemanagement stattfinden muss. Und das wiederum erfordert ein intelligentes Stromnetz."

Was das mit dem Stecker zu tun hat? Wenn eine stabile Kommunikation zwischen Elektroauto und Ladestation nötig ist, wäre ein einheitlicher Anschluss eine große Erleichterung für alle Beteiligten. Auf dem Automobilsalon in Genf offenbart sich hingegen, blickt man unter die Ladebuchsenklappen von E-Modellen, die ganze Vielfalt aktueller Stecksysteme. Verschläft die Automobilbranche hier eine wichtige Entscheidung? Experte Hecht ist anderer Meinung: "Wir sind aufgewacht." Die größten europäischen Energieversorgungsunternehmen und Automobilhersteller hätten sich immerhin auf einige grundsätzliche Anforderungen für die Stecker geeinigt. "In diesem Bereich werden gewaltige Investitionen getätigt, die Entwicklung ist nicht mehr aufzuhalten", sagt Hecht. Das klingt optimistisch, auch wenn ein Blick auf die Steckverbindungen noch längst kein einheitliches Bild ergibt.

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1. ...
j.schiffmann 08.03.2011
Zitat von sysopAuf dem Autosalon in Genf stehen zahlreiche Elektrofahrzeuge. Wir haben diesen Modellen jetzt unter den Tankdeckel geschaut, uns siehe da: Die Buchsen, die man dort findet, sind höchst unterschiedlich. Das Durcheinander wird die E-Auto-Revolution nicht gerade befördern. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,749236,00.html
Wie gut, das wir SpOn haben! Ich hätte echt gedacht, das es völlig wurscht ist wenn der Stecker nicht in die Buchse paßt....
2. ...
felisconcolor 08.03.2011
ohne ssstecker kein ssstrom würde der Hamburger sagen. Nur hört das Problem mit der Kommunikation ja nicht in der heimischen Stromversorgung auf. Und welches Eigenheim od. welche Tiefgarage ist schon an ein smart grid angeschlossen. Für die normale Ladung sollte doch ein CE Stecker (Blau) ausreichend sein. UNd für das smart grid bietet sich ein USB HC an (Universal serial bus high current) den Standard gibt es zwar noch nicht aber wäre für mich das naheliegenste.
3. Schilda lässt grüßen!
Benjowi 08.03.2011
Hört sich ja zunächst witzig an, ist aber eigentlich todernst. Es ist schon schlimm genug, dass man im Jahr 2011 in Europa immer noch mit einem halben Dutzend unterschiedlicher Stecker beim normalen 400/230V Netz herumtun muss, aber bei einer neuen Technologie, die obendrein vital darauf angewiesen ist, nicht vom ersten Tag an genormte Steckersysteme zumindest auf EU-Ebene vorzuhalten ist schlicht und ergreifend eine Eselei. Eigentlich dürfte es keinen Cent Staatsförderung geben, wenn nicht aus dem Stand ein solches einheitliches System eingeführt wird.
4. wie immer
ascanier 08.03.2011
Das ist ja nichts neues. Jeder entwickelt für sich und dann dauert es Jahre, bis der Standard kommt. Wenn es sich nicht um Elektroautos handeln würde, brächte mich das schon wieder auf die Palme. Da es sich hier aber um Technik handelt, welche die Marktreife eh nicht erreicht, sehe ich das gelassen. Machen wir uns nichts vor, Elektroautos sind doch wirtschaftlich gar nicht gewollt. Solange noch Öl da ist, werden wir es in Autos verbrennen. Der Einfluss der Wirtschaft ist einfach zu groß. Würden Sie ein sauteures E-Auto kaufen, dass sich durch die hohen Anschaffungskosten überhaupt nicht rechnet? Eben. Und dann der Ärger mit den Ladestellen... Ach kommt, hört auf. Wir machen jetzt erstmal das Öl alle und dann schaumama.
5. Was für eine Überraschung.
varesino, 08.03.2011
Wenn ich auf Reisen gehe habe ich einen tollen internationalen Adapter-Stecker dabei. Vor WFI einen Beutel mit Telefonkabel-Adaptern. Daheim liegt ein Dutzend Ladegeräte mit unterschiedlichen Endsteckern herum, fuer diverse akku-betriebene Geräte. Wen wundert da die Dummheit und Normungsresistenz der Auto-Industrie und Versorger. Wo ist denn die EU und ihre sonstige Regulierungswut? Immerhin sieht man überall 5 Hauptkontake und zwei Hilfskontakte. Die Hoffnung stirbt zuletzt.
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Autos in Europa
Hintergrund und Berechnungsgrundlage
Weltweit subventionieren etliche Länder saubere Autos. In China winken umgerechnet 6500 Euro, in den USA zwischen 1800 und 5300 Euro und in Japan sogar bis zu 11.500 Euro. In Deutschland gibt es bislang keine Förderung. Wie und wo in Europa Autos mit besonders geringem CO2-Ausstoß bezuschusst werden, zeigt die Zusammenstellung von SPIEGEL ONLINE. Als Referenzmodell bei Steuervergleichen diente ein Mercedes B 180 mit einem CO2-Ausstoß von 152 g/km.

Österreich
Österreich: Befreiung von der einmaligen Verbrauchsabgabe (1602 Euro) und der Kfz-Steuer (403 Euro pro Jahr).
Norwegen
Fahrer von Elektroautos dürfen die Bus- und Taxispuren benutzen, und zudem sind alle Parkplätze kostenfrei.
Italien
1500 Euro Zuschuss für ein privat genutztes Elektroauto. Bei gewerblichen Fahrzeugen steigt der Bonus auf 4000 Euro. Stufenweiser Rabatt auf Kfz-Steuer in den ersten fünf Jahren (219 Euro pro Jahr).
Irland
50 Prozent Steuernachlass oder 2500 Euro Zuschuss für Fahrzeuge mit Hybrid- oder Flexfuel-Antrieb.
England
Ab 2011 sollen Käufer von Elektroautos mit einer Summe zwischen umgerechnet 2300 und 5000 Euro unterstützt werden - zunächst ist die Subvention begrenzt bis 2016.
Frankreich
2000 Euro Bonus für Hybrid-, Erd- oder Flüssiggasantrieb mit weniger als 140 g/km CO2-Ausstoß. 5000 Euro für alle Fahrzeuge mit weniger als 60 g/km. Gewerbliche Fahrzeuge werden zudem von der Dienstwagensteuer befreit (1250 Euro pro Jahr).

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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)

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