Lamborghini Gallardo Nera Darth Vader macht Führerschein

Beim Autosalon in Paris wird Audi mit dem R8 seinen ersten echten Sportwagen präsentieren. Natürlich wird er Gemeinsamkeiten mit dem Modell Gallardo der Schwestermarke haben. Um sich abzugrenzen, hat Lamborghini seinen Sportler als schwarzen Rächer eingekleidet.


Ein Sondermodell von Lamborghini - das klingt zunächst arg übertrieben, denn die Autos aus Sant' Agata Bolognese sind ohnehin so rar, dass sie stets wie "Sondermodelle" wirken. Aber besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen. Weil auf dem Autosalon in Paris (30. September bis 15. Oktober) Audi seinen Heißsporn R8 vorstellt, der auch von der Sportkompetenz bei der Schwestermarke Lamborghini profitiert, grenzt sich die Marke mit dem Stier-Emblem durch eben jenes Sondermodell gut erkennbar von den Ingolstädter Sportskameraden ab.

Gallardo Nera heißt das Auto, und bei einem solchen Namen kann es sich nur um einen Wagen in Schwarz handeln. Lackiert ist die Karosserie allerdings, nun ja, zweifarbig: in glänzendem "nero serapis" und mattem "nero noctis". Dazu kommen mattschwarze Felgen, hinter denen silberne Bremssättel hervorblitzen. Die Seitenblinker in Weiß sitzen wie kleine Sahnekleckse an den Flanken, die abgedunkelten Heckleuchten erinnern an den Ultraschurken Darth Vader aus der Kinosaga "Krieg der Sterne".

Selbst Lamborghini spricht angesichts der Düsternis dieses Sportwagens von einem "martialischen Look". Immerhin gibt es im Innenraum ein wenig Erholung für die Augen, denn dort wechseln sich schwarze Oberflächen mit weißen Lederpolstern, Seitenverkleidungen oder Teppichen ab. Von diesem extrem gestalteten Auto werden ab Oktober 185 Exemplare weltweit ausgeliefert, davon 91 in Europa. In Deutschland wird das Auto 168.200 Euro kosten.

In der schwarzen Hülle rumort der bekannte V10-Motor

Technisch entspricht der "Nera" dem Standard-Gallardo, wird also von einem V10-Motor mit fünf Liter Hubraum angetrieben. Die Maschine leistet 520 PS, ermöglicht eine Beschleunigung von 0 auf 100 in vier Sekunden und treibt das Auto auf maximal 315 km/h. Zur Serienausstattung des Sondermodells zählen ein Navigationssystem, Rückfahrkamera, Bordcomputer, Alarmanlage und eine maßgeschneiderte Fahrzeugabdeckung, für die einsamen Tage in der Garage, wenn Frost oder Schnee die Fahrbahn zum Todfeind dieses Allradlers machen.

Übrigens soll der pechschwarze Gallardo nicht nur ein deutliches Statement der Abgrenzung zum neuen Audi R8 sein, sondern auch auf die neuen und umfangreichen Individualisierungsmöglichkeiten aufmerksam machen, die Lamborghini seiner Kundschaft anbietet. "Ad personam" heißt das Programm, mit dem künftig jedes Auto zum Einzelstück werden soll. Es sei denn, dieses monströse Schwarz sollte sich bei der Lambo-Klientel durchsetzen.

jüp

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