Lancia Fulvia Coupé Rückwärts in die Zukunft

Die feine Fiat-Tochter Lancia zeigt auf der IAA eine Studie mit nostalgischen Anklängen. Einen zweitürigen und zweisitzigen Sportwagen mit klassischem Stufenheck und dem großen Namen Fulvia. Den trug schon Lancias erfolgreichstes Modell der sechziger Jahre.


Design der Sechziger und Siebziger: Lancia Fulvia
GMS

Design der Sechziger und Siebziger: Lancia Fulvia

Das Auto galt bei seiner Präsentation auf dem Genfer Salon des Jahres 1965 als ideale Symbiose von italienischer Eleganz und sportlicher Rasanz. Fortan sprachen Kenner nur noch von der "Fulvia", wenn von dem Auto aus der Feder des Designers Pietro Castagnero die Rede war. Den sportlichen Höhepunkt erreichte die Fulvia-Karriere im Januar 1972 als Sieger-Auto der Rallye Monte Carlo. Bis 1976 wurden insgesamt 140.000 Fulvia-Modelle gebaut.

Demnächst könnte das Zählen wieder beginnen, denn die Neuinterpretation des Fahrzeugs, die Lancia auf der IAA vorstellt, sieht durchaus realitätsnah aus. Stilistisch orientiert sich das Fulvia Coupé stark am erfolgreichen Vorgänger aus den Sechzigern. Stummelheck, starke Schulterlinie, schlankes Dach und eine lange Motorhaube sind die Charakteristika der Studie. Der optische Schwerpunkt des Autos liegt auf den Vorderrädern, deren Radhäuser kräftig ausgestellt sind. Lancia sagt, so wolle man die "Wirkung des Frontantriebs unterstreichen: der Wagen wird sicher gezogen statt geschoben".

Im Innenraum orientierten sich die Designer im Centro Stile Lancia an Möbelaccessoires aus den siebziger Jahren. Die Bedienknöpfe sehen ein wenig aus, als stammten sie von Stereoanlagen aus dieser Zeit. Wie immer, wenn es edel und nostalgisch wirken soll, sind die Oberflächen des Interieurs mit Leder und Holz verkleidet, hier und da findet sich blankes Metall. Auch die Analoginstrumente sind sehr hübsch, weisen aber eher nach rückwärts als in die Zukunft. Insgesamt ist "die Fulvia" des Jahrgangs 2003 sparsam ausgestattet. Schlichte Eleganz könnte man das nennen - Armani lässt grüßen.

Beim Antrieb der Lancia-Studie handelt es sich um einen 1,8-Liter-Vierzylindermotor mit Vierventiltechnik, der 140 PS (103 kW) leistet. Die Italiener geben an, dass der Wagen dank seiner guten Aerodynamik und, auf Grund einer Aluminiumkarosserie, seines geringen Gesamtgewichts von 1000 Kilogramm eine Höchstgeschwindigkeit von 213 km/h erreicht. Von 0 auf 100 km/h beschleunigt das Auto in 8,6 Sekunden, als Durchschnittsverbrauch liegt nach Auskunft von Lancia bei 7,3 Liter je 100 Kilometer.

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