Lexus LS 600 H Landaulet: Das Hochzeitsauto von Fürst Albert und Charlene

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Kaum sind William und Kate im Ehealltag angekommen, steht die nächste Hochadelshochzeit ins Haus. Am 2. Juli geben sich Fürst Albert und Charlene Wittstock in Monaco das Ja-Wort. Für die kurze Fahrt durchs Fürstentum hat Hoflieferant Lexus eigens ein Landaulet gebaut.

Hybrid-Hochzeitsauto: Einzelstück für zwei Kilometer Fotos

Fürst Albert von Monaco gibt sich gerne ökologisch. Er spricht auf Umweltkongressen, leitet Klima-Stiftungen und will seinen Stadtstaat zum Vorreiter der elektrischen Mobilität machen. Wer so auftritt, kann sich keinen barocken Prunkwagen leisten. Deshalb fährt der Fürst in offizieller Mission seit geraumer Zeit mit den Hybridlimousinen von Lexus. Doch wenn Albert am Samstag nächster Woche Charlene Wittstock zum Altar führt, werden die beiden in einem ganz besonderen Auto sitzen. Eigens für die Hochzeit hat ihm Lexus, der Auto-Hoflieferant des Fürstentums, ein Landaulet mit politisch korrektem Hybridantrieb gebaut.

Die Hightech-Hochzeitskutsche basiert auf dem Lexus-Flaggschiff LS 600h in der Langversion und wurde in mehr als 2000 Stunden Handarbeit vom belgischen Karosseriebauer Carat Duchatelet umgerüstet. Der hat zwar schon 40 Jahre Erfahrung im Bau von gestreckten und gepanzerten Sonderfahrzeugen für Regierungen, Königshäuser und andere Prominente, war bislang aber immer zur Diskretion verpflichtet. Doch bei der Hochzeitskutsche mit Hybridantrieb ist das anders. "Zum ersten Mal dürfen wir öffentlich bei so einem prestigeträchtigen Projekt in Erscheinung treten", freut sich Entwicklungschef Benoit Ceulemans.

Beim Umbau wurde natürlich nicht einfach das Dach über dem Fond abgeflext. Sondern um die nötige Stabilität zu garantieren, wurde der Wagen praktisch entkleidet und danach von innen mit einer Wabenstruktur aus Karbon verstärkt. Rund 20.000 Einzelteile seien dafür ausgebaut und nach der Behandlung in Spezialöfen wieder montiert worden, berichtet Lexus. Das erklärt auch, weshalb das zehnköpfige Team aus Belgiern und Japaner allein mit der Endmontage des Autos zwei Wochen lang beschäftigt war. Neu lackiert wurde der Wagen natürlich auch. Die Hochzeitslimousine strahlt in einem eleganten Mitternachtsblau, das in sechs Schichten aufgetragen und jedes Mal von Hand nass geschliffen wurde.

Weil es für die Braut und die Boulevardpresse wohl kaum etwas Schlimmeres als eine verregnete Frisur gibt, wurde sicherheitshalber auch ein Verdeck entworfen. Sollte sich der Himmel am Hochzeitstag tatsächlich eintrüben, lässt sich über dem Fond eine transparente Kuppel aus Polycarbonat installieren. So hat das Brautpaar bei der Promenade stets einen guten Aus- und das Volk den perfekten Einblick. Die Haube ist nur acht Millimeter dick, wiegt lediglich 26 Kilogramm und stammt von einem Zulieferer, der sonst die Kanzeln für Kampfjets und Hubschrauber herstellt.

Fährt auch der Papst bald im Elektroauto?

Weit fahren muss der Lexus am Hochzeitstag nicht. Die Paradestrecke führt vom Palast an den Hafen und dann über den Boulevard Albert I. zur Kirche Sainte-Devote. Das sind kaum mehr als zwei Kilometer, auf denen der Achtzylinder-Benziner des Luxus-Landaulets wohl die meiste Zeit still stehen wird. Denn auf Kurzstrecken rollt der LS 600h geräuschlos und abgasfrei allein mit der Kraft des 224 PS starken Elektromotors.

Fürst Albert ist übrigens nicht der einzige Prominente, der auf alternative Antriebe setzt. Auch Papst Benedikt XVI. drängt angeblich auf grüne Technik für das Papamobil. Schon im vergangenen Winter waren Gerüchte laut geworden, wonach der Heilige Stuhl Interesse an einem Elektroauto habe. Und jetzt, wo Haus- und Hoflieferant Mercedes die neue M-Klasse präsentiert hat, die im kommenden Jahr auch mit Dieselhybrid-Antrieb vorfahren soll, kocht das Thema wieder hoch. Schon beim Deutschlandbesuch im September soll der Papst von den Schwaben angeblich ein neues Papamobil mit weißem Lack und grünem Antrieb erhalten. In Stuttgart weiß man davon allerdings offiziell noch nichts. "Die Idee ist faszinierend und wir setzen uns dafür gerne mit dem Vatikan zusammen", ließ Entwicklungsvorstand Weber verlauten. Mercedes-Sprecher Christian Anosowitsch dämpfte jedoch die Erwartungen. "Uns liegt aus Rom noch keine Bestellung vor."

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insgesamt 21 Beiträge
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1. Fast schon peinlich
anders_denker 24.06.2011
Zitat von sysopKaum sind William und Kate im Ehealltag angekommen, steht die nächste Hochadelshochzeit ins Haus. Am 2. Juli geben sich Fürst Albert und Charlene Wittstock in Monaco das Ja-Wort. Für die kurze Fahrt durchs Fürstentum hat Hoflieferant Lexus eigens ein Landaulet gebaut. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,770130,00.html
Gibt es denn keine "lokalere" Marke für ein entsprechend Statusträchtiges Fahrzeug. Muss ja nicht Benz sein, aber Franzosen, Italiener etc. werden doch sicher auch was schickes zu bieten haben?
2. Toyotta-Werbung
derflieger 24.06.2011
Zitat von anders_denkerGibt es denn keine "lokalere" Marke für ein entsprechend Statusträchtiges Fahrzeug. Muss ja nicht Benz sein, aber Franzosen, Italiener etc. werden doch sicher auch was schickes zu bieten haben?
Ein Maserati Quattroporte wäre in der Tat angebrachter gewesen als dieser Werbegag von Toyota. Aber wie sagt Toyota: nichts ist unmöglich. Für ein japanisches Auto ist dieses Landaulet recht gut gelungen, auch wenn er nach den klassischen Limousinen der britischen Hochzeit vor 8 Wochen recht armselig daherkommt. Aber Monaco ist ja auch ein Mikro-Fürstentum, da reichts vielleicht nicht mehr zum Rolls-Royce oder Bentley.
3. Lesen bildet
obikenwanobi 24.06.2011
Zitat von derfliegerEin Maserati Quattroporte wäre in der Tat angebrachter gewesen als dieser Werbegag von Toyota. Aber wie sagt Toyota: nichts ist unmöglich. Für ein japanisches Auto ist dieses Landaulet recht gut gelungen, auch wenn er nach den klassischen Limousinen der britischen Hochzeit vor 8 Wochen recht armselig daherkommt. Aber Monaco ist ja auch ein Mikro-Fürstentum, da reichts vielleicht nicht mehr zum Rolls-Royce oder Bentley.
Ich wusste gar nicht, dass Maserati schon Hybrid-Modelle baut...!? Schön, dass Sie sich Sorgen um den finanziellen Unterbau des Fürsten machen, aber ich denke, bei einem geschätzen Privatvermögen von 2Mrd. EUR ist das eher unnötig... Schönen Tag noch Obi-Ken Wanobi
4. Wer sich's nicht leisten kann, lästert halt ...
plastikjute 24.06.2011
Zitat von anders_denkerGibt es denn keine "lokalere" Marke für ein entsprechend Statusträchtiges Fahrzeug. Muss ja nicht Benz sein, aber Franzosen, Italiener etc. werden doch sicher auch was schickes zu bieten haben?
Was ist denn das für eine Logik? - Ich kaufe mir mein Auto doch nicht danach, wie räumlich nah mir der Hersteller ist. Das ist mir sowas von schnuppe. Und schick ist Lexus allemal.
5. von wg Hochadel
Günter Stalinski 24.06.2011
Zitat von sysopKaum sind William und Kate im Ehealltag angekommen, steht die nächste Hochadelshochzeit ins Haus. Am 2. Juli geben sich Fürst Albert und Charlene Wittstock in Monaco das Ja-Wort. Für die kurze Fahrt durchs Fürstentum hat Hoflieferant Lexus eigens ein Landaulet gebaut. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,770130,00.html
Ich meine, die Grimaldis sind ein wenig vom "Hochadel" entfernt, Prinzessin Caroline gehörte durch die Liaison mit den Prügelprinzen zeitweise dazu. Die protokollarisch korrekte Anrede für den Fürsten ist Monseigneur.
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