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Autodichte in Großstädten: Landeier fahren dem Trend hinterher

Pkw-Ranking: Die Städte mit den wenigsten Autos pro Einwohner Fotos
DPA

Je größer die Stadt, umso weniger Autos gibt es pro Einwohner. Zu diesem Schluss kommen Experten in einer Untersuchung. Der Trend geht dabei zum Verzicht auf das eigene Automobil, sagen die Macher der Studie. Eine Liste zeigt, wo er am stärksten ist.

Berlin - In der Autonation Deutschland kommen auf 1000 Einwohner im Schnitt 472 private Pkw. Das geht aus einer Auswertung des Car Centers Automotive Research (CAR) der Universität Duisburg-Essen hervor. Dabei müsse differenziert werden, sagt Studienautor Ferdinand Dudenhöffer: "Es gilt: Je ländlicher die Gegend, umso mehr Autos besitzen die Bürger. Oder umgekehrt, je größer die Stadt, umso weniger Autos pro Einwohner."

So kämen in Städten mit mehr als einer Millionen Einwohnern auf 1000 Menschen nur 322 private Pkw. Bei Städten über 600.000 Einwohner seien es 328 Fahrzeuge auf 1000 Einwohner. Und in Städten und Gemeinden unter der 500.000-Marke kämen auf 1000 Menschen 498 Fahrzeuge.

"Der Trend zu Car-Sharing und anderen Mobilitätsangeboten lässt den Wunsch nach dem eigenen Auto nicht mehr so wichtig erscheinen", sagt Dudenhöffer. "Gerade in den Großstädten werden solche gesellschaftlichen Trends gesetzt. Der Status des Autos wird deshalb auch in ländlichen Gegenden beeinflusst werden."

Im Vergleich deutscher Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohnern besitzen die Dortmunder noch die meisten privaten Autos. Die geringste Autodichte unter den Großstädten hat dagegen Berlin. Hier kommen auf 1000 Einwohner gerade einmal 289 private Fahrzeuge. "Die Urbanisierung läuft", sagt Dudenhöffer, "die Großstädte werden immer dichter besiedelt. Damit wird sich der Trend zu weniger Autos in Zukunft noch verstärken."

cst/dapd

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1.
c.PAF 23.07.2012
Zitat von sysopDPAJe größer die Stadt, umso weniger Autos gibt es pro Einwohner. Zu diesem Schluss kommen Experten in einer Untersuchung. Der Trend geht dabei zum Verzicht auf das eigene Automobil, sagen die Macher der Studie. Eine Liste zeigt, wo er am stärksten ist. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,845878,00.html
Da git es ja auch i.d.R. einen funktionierenden ÖPNV.
2.
meinmein 23.07.2012
Zitat von c.PAFDa git es ja auch i.d.R. einen funktionierenden ÖPNV.
Und wie ist es in Berlin? Auto geht nicht, ÖPNV funktioniert nicht.
3. differenzierte Überschrift ?
greatdane66 23.07.2012
eine etwas differenzierte Überschrift wäre eventuell angebracht. Schließlich kommt der Beitrag ja zu dem Schluss dass die Urbanisierung mit all den dadurch zur Verfügung stehenden Alternativen zum Indiviualtransport ein treibender Faktor für die sinkende Dichte der PKWs in den Ballungszentren sei. Und da genau diese Angebote in ländlichen Gebieten fehlen, sind die Bewohner dieser Regionen noch stärker auf eigene Mobilität angewiesen. Der Autor mag, um dem doch eher abwertenden Titel "Landei" zu entgehen, gerne einmal versuchen, ohne eigenes Auto von Balingen nach Stuttgart zu gelangen, in einem adäquaten Zeit -Aufwand-Verhältnis. Die Überschrift kommt schon eher wie billige Effekthascherei daher.
4. Der Status des Autos wird deshalb auch in ländlichen Gegenden beeinflusst werden
derdingens 23.07.2012
Der Besitz eines Autos ist in ländlichen Gegenden mangels ÖPNV eine Notwendigkeit. Der Status drückt sich da nicht im Besitz eines Autos, sondern in er Marke oder dem Modell aus. So lange der ÖPNV auf dem Land sich nur nach Schulzeiten richtet, wird sich an der Zahl der Autos dort auch nichts ändern.
5. Nahverkehr und Reichweite
greentiger 23.07.2012
Zitat von c.PAFDa git es ja auch i.d.R. einen funktionierenden ÖPNV.
Nicht nur das - in vielen grossen Städten fährt der ÖPNV bis weit in das Umland, in den Städten sind nur teure Parkplätze frei, wenn überhaupt und man staut sich so zur Arbeit und zurück. Ich lebte früher in West-Berlin und habe meinen Führerschein erst mit 35 gemacht, als ich ein paar Jahre lang wegzog. Der Grund war ganz simpel der, dass man ein Auto in der Stadt einfach nicht brauchte. Busse und U-Bahnen führen teilweise rund um die Uhr und Taxis waren teilweise auch billig. Als ich nach Karlsruhe zog, habe ich erst mal ganz schnell auf ein Auto verzichtet - keine Parkplätze, nur Staus in der Stadt und der Umgebung, inclusive Autobahnen, ein sehr gut ausgebautes Strassenbahn- und S-Bahnnetz und die Innenstadt ist Autofrei.
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