Luxusauto Maybach Premiere hinter Panzerglas

Auf dem Genfer Automobilsalon reaktivierte Mercedes-Benz-Markenvorstand Jürgen Hubbert heute offiziell die Marke Maybach. Nach mehr als 60 Jahren Produktionspause sollen im Herbst die ersten neuen Maybach-Modelle vorfahren.


Viel zu sehen gab's nicht von dem neuen Maybach
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Viel zu sehen gab's nicht von dem neuen Maybach

In Genf wurde jetzt lediglich das Comeback der Marke eingeläutet, die im DaimlerChrysler-Konzern die Spitze des Autobaus repräsentieren soll. Hubbert sprach von Maybach als einer "Highend-Luxusmarke", die "Mythos und Modernität" verbinden solle. Zwölf Cellisten der Berliner Philharmoniker spielten zur Eröffnung des Messestandes, dann fielen diverse Hüllen.

Unter einer kam ein Maybach Sport-Cabriolet aus dem Jahre 1938 zum Vorschein. Ein anderes Tuch hatte den neuen, riesenhaften Motor namens "Typ 12" verdeckt. Dieses Zwölfzylinderaggregat mit Doppelturbo-Aufladung und einer Leistung von 550 PS (405 kW) sowie einem Drehmoment von 900 Nm soll künftig die Dickschiffe mit dem "MM"-Logo antreiben. Das größte Tuch schließlich wurde vom neuen Maybach selbst gezogen. Der Wagen ist in Genf jedoch nur durch getöntes Panzerglas zu sehen. "Das Auto ist noch nicht ganz fertig", begründet Maybach-Sprecher Stefan Diehl die strikte Trennung von Mensch und Maschine. Erst im Herbst, beim Pariser Autosalon, soll die offizielle Weltpremiere stattfinden.

57.000 Euro Anzahlung

Kurz darauf beginnt die Auslieferung der ersten Fahrzeuge, die in der Version mit langem Radstand 6,16 Meter messen. Schon jetzt lägen zahlreiche Bestellungen vor, heißt es bei Maybach. Bei der Vertragsunterzeichnung wird eine Anzahlung von 57.000 Euro fällig. Erst dann beginnt in der Maybach-Manufaktur in Sindelfingen die Arbeit, wo das Auto in unmittelbarer Nachbarschaft zum Techniklieferanten Mercedes gebaut wird.

Der Gesamtpreis eines Maybach-Modells wird bei etwa 340.000 Euro liegen. Wobei die Wünsche des Kunden erheblich Ausschläge nach oben zur Folge haben können. Denn jeder Wagen soll ein Unikat werden. Wer also spezielle Holzintarsien, eine besonders große Bordbar oder einen Humidor in einem ganz bestimmten Farbton wünscht, kann den Preis flugs in die Höhe treiben.

Die Konkurrenz des Maybach ist erlesen. Bentley, zum Volkswagen-Konzern gehörig, gehört dazu und auch Rolls-Royce, die ab 1. Januar 2003 unter das Dach von BMW schlüpfen werden. Die neue Produktionsanlage in Goodwood entsteht gerade, am neuen Rolls-Royce-Modell wird emsig gearbeitet. Voraussichtlich im Herbst nächsten Jahres wird das Auto fahr- und verkaufsfertig sein.

Wichtigste Märkte für Luxuskarossen dieses Kalibers sind der Mittlere Osten, Asien, Nordamerika und - mit einigem Abstand - auch Europa. Weltweit wird das Volumen für solche Kfz-Kleinode auf etwa 2500 Exemplare pro Jahr veranschlagt. Bei Maybach können bis zu 1000 Fahrzeuge pro Jahr montiert werden.



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