Malaysia Mit Billig-Knöllchen gegen Korruption

Die Regierung von Malaysia will das Portemonnaie ihrer Landsleute schonen. Die Strafen für leichtere Vergehen im Straßenverkehr werden um bis zu 70 Prozent gesenkt. Damit soll auch die Korruption bekämpft werden.


Kuala Lumpur – Knöllchen werden in Malaysia günstiger. Mit dem Versuchsprojekt will die Regierung gegen die Korruption ankämpfen. Wie der Direktor für Innere Sicherheit und Öffentliche Ordnung Mustafa Abdullah der Zeitung "New Straits Times" mitteilte, würden Strafzettel für Geschwindigkeitsüberschreitungen, das Überfahren einer roten Ampel und das Telefonieren mit dem Handy beim Fahren um bis zu 70 Prozent billiger werden. Das solle den Menschen helfen, die mit hohen Lebenskosten und dabei besonders mit den explodierenden Benzinpreisen zu kämpfen hätten. "Wir hoffen, dass die Verkehrssünder ihre Bescheide nun bezahlen", sagte Abdullah. Gleichzeitig hoffe er, dass die Versuche, Polizisten zu bestechen zurückgingen.

Täglich werden in dem 25-Millionen-Einwohner-Staat rund 11.000 Strafzettel ausgestellt. Die Strafen für schwere Verstöße wie das Verursachen eines tödlichen Unfalls, Trunkenheit am Steuer und rücksichtsloses Fahren werden aber nicht gesenkt. Verkehrssünder, die ihre Bescheide vor Montag erhalten hätten, müssten jedoch die alten Beträge zahlen. Nach ein oder zwei Monaten werde eine Bilanz gezogen, teilte Abdullah mit. Bei den Maßnahmen wird es nur bleiben, wenn sie nicht dazu führe, dass Verkehrsregeln häufiger gebrochen würden.

fho/AP



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