Autoschäden durch Marder Auf einen Schlag ist das Problem gelöst

Sie knabbern Hunderttausende Autos kaputt: Durch Marderbisse entsteht jährlich ein Millionenschaden. In einer Scheune in Niedersachsen werden Mittel gegen die Plagegeister getestet - die Betreiber haben eine klare Empfehlung.

Marder: "Wenn da nur ein Zahn durchgeht, fällt das ganze Auto aus."
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Marder: "Wenn da nur ein Zahn durchgeht, fällt das ganze Auto aus."


Hankensbüttel - Holzbalken, ein Wagenrad, im Hintergrund ein ausgedienter Kleinwagen mit offener Motorhaube - das Labor ist eingerichtet wie eine alte Scheune. Die Ruhe ist trügerisch an diesem kalten Wintermorgen: Hier in Hankensbüttel im niedersächsischen Landkreis Gifhorn arbeiten John, Kate und William für die Automobilindustrie. Die drei Marder sollen herausfinden, welche Kabel ihren Artgenossen schmecken und welche nicht.

"Seit den Achtzigerjahren treten Schäden an Autos durch Steinmarder vermehrt auf", heißt es beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin. "Nach unseren Berechnungen verursacht der Marder einen jährlichen Schaden von mehr als 60 Millionen Euro an Kraftfahrzeugen", sagt Sprecherin Kathrin Jarosch. Mehr als 200.000 Fälle werden jedes Jahr bundesweit gemeldet, Tendenz steigend.

"In manchen Gegenden wie Stuttgart weisen bis zu einem Drittel der im Freien geparkten Fahrzeuge Marderspuren auf", sagt Mathias Herrmann, Säugetier-Experte des Naturschutzbundes Nabu. "Das ist aber längst kein süddeutsches Problem mehr", betont er. Mittlerweile hätten sich die Steinmarder auch in den Städten des Nordens wie Hamburg ausgebreitet.

"Wir arbeiten für fast alle großen Hersteller"

Hier setzt die Arbeit des Otter-Zentrums in Hankensbüttel an. In großen Freigehegen leben fast alle einheimischen Marderarten. Seinen Namen verdankt das Zentrum den Fischottern, einer an das Wasserleben angepassten Marderart. Träger ist ein gemeinnütziger Verein. "Wir arbeiten letztlich für fast alle großen Hersteller, vor allem über die Zulieferer", berichtet Hans-Heinrich Krüger, zuständig für die Tierforschung. "Dabei testen wir Schläuche und Kabel auf Mardersicherheit."

An einer großen Scheibe sind in Schlaufen schwarze und orangefarbene Leitungen befestigt, manche haben eine glatte Oberfläche, andere sind gewellt. Einige sind unberührt, andere durchgebissen. "Das dauert drei, vier Tage, dann beginnen die Marder daran zu knabbern." Krüger schaut sich die Ergebnisse der Nacht zuvor an. Schädlich seien die Versuche für die Marder nicht, betont er. "Die Tiere erkunden nur mit den Zähnen, wie wir es mit den Händen tun würden, sie fressen das Material nicht."

Seit rund zehn Jahren schon läuft das Projekt, neuerdings auch für Autos mit Elektroantrieb. "Da ist noch mehr Kabelage", sagt Krüger. "Wenn da nur ein Zahn durchgeht, fällt das ganze Auto aus. Dabei können mehrere Tausend Euro Schaden entstehen." Wegen hoher Spannungen bestehe sogar Brandgefahr.

Die Tipps gegen Marderschäden

"Der Motorraum eines Autos ist ein warmer Unterschlupf für den Steinmarder", weiß Krüger. "Er beißt in Kabel und Schläuche, um sich dort Platz zu schaffen, um ihn gegenüber Artgenossen zu markieren oder einfach nur im Spiel." Besonders häufig betroffen seien Zündkabel, Kühlwasser-Schläuche, Stromleitungen sowie Manschetten an Lenkung und Antriebswellen.

"Jedes Jahr werden uns im Mittel allein rund 16.000 durch Marder verursachte Pannenfälle gemeldet", sagt Helmut Klein, Ingenieur beim ADAC in Landsberg. Er empfiehlt mechanischen Schutz der Kabel oder eine Abschottung des Motors. "Bewährt haben sich Geräte, die nach dem Prinzip des Weidezauns leichte elektrische Schläge verteilen."

Das kann Krüger vom Otter-Zentrum bestätigen. "Geruchsstoffe und Ultraschall helfen oft nur kurzfristig, weil sich die intelligenten Tiere rasch daran gewöhnen", sagt Krüger. So müssen ständig neue Schläuche und Kabel verbaut werden, die den Mardern nicht schmecken.

"Eine neue EU-Verordnung verlangt künftig für marderabweisende Mittel Nachweise der Wirksamkeit", so Krüger. "Wir machen dann ein Gutachten. So helfen uns die Marder, die Anlage zu finanzieren, und tragen zur Unterhaltung bei - im doppelten Sinne." John, Kate und William werden noch viele Leitungen testen können.

von Peer Körner, dpa/smh

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insgesamt 67 Beiträge
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Seite 1
taglöhner 11.12.2014
1.
Ich hatte, obwohl stets im Freien geparkt, noch nie einen Marderschaden, unsere Nachbarn ständig. Mein Tipp: Unsere Autos riechen immer ziemlich nach Hund.
rdiess 11.12.2014
2.
Zitat von taglöhnerIch hatte, obwohl stets im Freien geparkt, noch nie einen Marderschaden, unsere Nachbarn ständig. Mein Tipp: Unsere Autos riechen immer ziemlich nach Hund.
Dann doch lieber Marderbisse...
scottbreed 11.12.2014
3. quatsch
Ultraschall ist riesengroßer Blödsinn weil die meisten Marder in der Stadt schon taub sind... gerade durch Ultraschall. ich mache es immer so, ich parke immer da wo der hausmarder ist und dann passiert auch nix. nur wenn man tum beispiel da parkt wo nen anderer Marder ist kommt es zu Problemen.. Gartenanlagen oder Häuser mit Garten.. da sollte man aufpassen das man das Auto nicht über Nacht stehen läßt... Und regelmäßig Auto Wäsche und Motor Wäsche bring auch schon was..
Thomas Mainka 11.12.2014
4. Der Karnickeldraht
auf einen Holzrahmen tackern und dann so unter dem Motor platzieren, dass der Marder anders nicht reinkommt. Preiswert und wirksam. Der Marder mag nicht gerne über das Geflecht gehen.
reever_de 11.12.2014
5. Wirksam ...
Das meiner Erfahrung einzig probate Mittel ist ein Holzrahmen unter dem Auto, der mit Drahtgeflecht bespannt ist; sieht man hier bei uns "auf dem Dorf" überall. Der Marder tritt da anscheinend nicht gern drauf. Alles andere; Kloduftsteine, chemische Mittel, elektorische Pfeifen und auch das was die Autodindustrie selber baut taugt (bisher) nicht viel ...
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