Mercedes-Prototyp erwischt: So sieht die neue A-Klasse als Limousine aus 

Von Jürgen Pander

Erlkönig Mercedes A-Klasse Coupé: Enttarnt auf Island Fotos
Bernhard Kohlmeier

In der Abgeschiedenheit Islands hat Mercedes eine neue A-Klasse-Variante getestet. Ein SPIEGEL-ONLINE-Leser wurde Zeuge der Probefahrt - und drückte auf den Kameraauslöser. Hier die Bilder der Limousine, mit der die Daimler-Tochter ihre Rivalen Audi und BMW attackieren will.

Wenn Autohersteller neue Fahrzeuge testen, wenn sie die oft noch geheimen Modelle für Prospekte und Werbefilme fotografieren oder filmen, dann wählen sie dafür gerne abgelegene Orte und einsame Gegenden aus. Island zum Beispiel eignet sich gut dafür. Doch selbst dort ist Diskretion nicht immer garantiert.

In der Nähe von Grindavik am Südwestzipfel der Vulkaninsel tummelte sich in der vergangenen Woche ein Team des Autoherstellers Mercedes, offenbar um der Stufenheckvariante der neuen A-Klasse etwas Fahrpraxis zu verschaffen.

Zufällig war SPIEGEL-ONLINE-Leser Bernhard Kohlmeier vor Ort. Er hatte auf der Reise von Deutschland in die USA einen Zwischenstopp auf Island eingelegt. Die Mercedes-Leute agierten unweit von seinem Hotel, dem Northern Light Inn nahe der berühmten Blauen Lagune bei Grindavik. Und so fuhr Kohlmeier die Stufenheckvariante der neuen A-Klasse vor die Kamera.

Offiziell wird das Auto CLA heißen, wie eine Nachfrage bei Mercedes ergab. Mehr jedoch mochten die Schwaben noch nicht preisgeben über das künftige Modell, das auf der Technik von A- und B-Klasse basiert, jedoch als viertüriges Coupé vermarktet werden soll. Auf der Motorshow in Peking im April hatte Mercedes eine entsprechende Studie enthüllt, das Concept Style Coupé, das von den Stuttgartern damals als neuer "Maßstab für sportliche Limousinen in der Mittelklasse" angepriesen wurde.

Der Stufenheck-Typ wird vermutlich auf der Motorshow in Detroit Anfang nächsten Jahres vorgestellt und dann wenig später auf den Markt kommen. Genaue Informationen dazu mochte eine Mercedes-Sprecherin nicht herausgeben. Vorerst jedenfalls wird die A-Klasse ausschließlich als fünftüriges Kompaktmodell mit Schrägheck angeboten. Für dieses Auto, so die Auskunft aus Stuttgart, lägen bereits 50.000 Bestellungen vor. Und was Mercedes noch bestätigt, ist, dass auf Basis der A-Klasse fünf neue Modellvarianten geplant seien, darunter auch ein SUV-Modell.

Branchenkenner sehen in der neuen A-Klasse eine Schlüsselbaureihe für den künftigen Unternehmenserfolg von Mercedes. Die Stuttgarter befinden sich derzeit in der Defensive. Bei allen wesentlichen Kennzahlen wie Absatz, Umsatzrendite oder Gewinn rangierte die Daimler-Tochter Chart zeigen zuletzt hinter den direkten Konkurrenten BMW Chart zeigen und dem Volkswagen-Ableger Chart zeigen Audi. Mit den neuen Einstiegsbaureihen A- und B-Klasse, die zu einer Fahrzeugfamilie ausgebaut werden sollen, könnte Mercedes die Wettbewerber wieder einholen.

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insgesamt 57 Beiträge
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1. Schwein gehabt...
madmatl 12.09.2012
Zitat von sysopIn der Abgelegenheit Islands hat Mercedes eine neue A-Klasse-Variante getestet. Ein SPIEGEL-ONLINE-Leser wurde Zeuge der Probefahrt - und drückte auf den Kameraauslöser. Hier die Bilder der Limousine, mit der die Daimler-Tochter ihre Rivalen Audi und BMW attackieren will. Mercedes A-Klasse Stufenheck: Erlkönig ungetarnt auf Island - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,855323,00.html)
was sind solch Fotos eigentlich Wert?
2. Was ist mit Mercedes los?
ka117 12.09.2012
Immer barocker, immer mehr überflüssige Linien und altbackene Formelemente. Was ist mit dem Mercedes-Design los? Wo bleiben die alten Mercedes-Tugenden aus den 80-gern, Innovation(!), formale Disziplin, EIGENSTÄNDIGKEIT so schön gepaart mit Zweckmäßigkeit?
3. befinden sich in der Defensive
wolfi55 12.09.2012
Nun das ist ja auch kein Wunder. Bei denen herrschen die Banken und das schon traditionell. Solide Autos bauen, fortschrittliche Technik, sparsame Motoren ist da eher zweitrangig, hohe Profite erzielen ist viel wichtiger. Deswegen wird z.B. im gegensatz zu VW auch alles möglichst billig gemacht um ja eine hohe Marge zu erzielen. Dass ein Auto solide gebaut und zuverlässig ist, das ist mit Kosten verbunden. Bei VW kümmert sich der Vorstand sehr stark um die neuen Autos, die interessieren bis ins Detail. Bei Mercedes ist da seher global galaktisch zu sehen. Unterschied ist aber in der Anteilseignerstruktur: Bei VW hat eine Familie das sagen und bei Mercedes eher institutsonelle Anleger und Banker. Von Begeisterung fürs Auto ist dort wenig zu spüren.
4. X-men
Sugafoot 12.09.2012
Die bilder dieses auto erinnern mich an x-men und zwar weapon xi, ein bunter mischmach mit ein bisschen von allen klassen, b, c, r, s, cl, clk, slr etc.
5. Kompliment!
axelkli 12.09.2012
Da war SPON bei den Autothemen mal wieder schneller als die selbsternannten Auto-Meinungsführer auto motor sport und autobild. Der CLA gefällt mir gut, besser als das Fließheck.
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