Mercedes C-Klasse Fehlende Airbag-Abschaltung bringt Babys in Lebensgefahr 

Erschreckende Sicherheitspanne bei der neuen C-Klasse: Daimler lieferte erste Exemplare des beliebten Mittelklasseautos ohne Airbag-Abschaltung für den Beifahrersitz aus. Das Unternehmen hat sich mittlerweile entschuldigt.

Mercedes-Benz C-Klasse: 150 Euro als Kompensation
Daimler

Mercedes-Benz C-Klasse: 150 Euro als Kompensation


Hamburg - Die Mitfahrt in der neuen Mercedes C-Klasse kann für Babys lebensgefährlich sein. Erste Exemplare des Mittelklassemodells wurden ohne Airbag-Abschaltung für den Beifahrersitz ausgeliefert. Die für die Verwendung einer Babyschale wichtige Funktion hatte der Hersteller als Serienausstattung angekündigt, aber erst mehrere Monate nach dem Produktionsstart in die Limousine eingebaut, berichtet die Zeitschrift "Auto Bild".

"Der Serieneinsatztermin war schon immer für Juni 2014 vorgesehen - irrtümlicherweise fehlte in der Preisliste aber diese Einschränkung", erklärte ein Sprecher des Daimler-Konzerns auf Anfrage. Mittlerweile hat sich der Hersteller für die Panne entschuldigt.

Ein aktiver Airbag ist für Kinder in Babyschalen auf dem Beifahrersitz lebensgefährlich, wenn er bei einem Unfall auslöst. Warum die versprochene Airbag-Abschaltung nicht von Anfang an in der C-Klasse verbaut wurde, begründet das Unternehmen nicht.

Besonders für Daimler ist der nach eigenen Angaben absichtliche Verzicht auf eine Sicherheitsfunktion besonders peinlich. Das Unternehmen lässt sonst kaum eine Gelegenheit aus, die Sicherheit seiner Modelle zu bewerben. So nennt Daimler-Chef Dieter Zetsche die S-Klasse "sicherstes Auto der Welt".

Ein Aufkleber und 150 Euro

Das Unternehmen machte auch keine Angaben dazu, bei wie vielen Autos die Funktion fehlt. "Auto Bild" geht von 5000 Fahrzeugen allein in Deutschland aus. In diesen warnt ein Aufkleber davor, Babyschalen auf dem Beifahrersitz zu montieren. Eine Nachrüstung der Airbag-Abschaltung ist laut Hersteller nicht möglich.

Besitzern betroffener Fahrzeuge bietet Daimler "als Kompensation" 150 Euro an: "C-Klasse-Kunden wurden in einem persönlichen Schreiben darüber informiert", erklärte Daimler. Kunden müssen das nicht hinnehmen: Bei einem Mangel hätten sie das Recht auf Nachbesserung. Komme der Autohersteller dem nicht nach, käme möglicherweise ein Rücktritt vom Kaufvertrag in Betracht, sagte der Hamburger Rechtsanwalt Thomas Brehm.

mhu/dpa

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insgesamt 161 Beiträge
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Seite 1
dfb65 27.06.2014
1. Blödsinnige Überschrift
Mercedes bringt nicht Babys in Gefahr sondern verkauft nur eingeschränkt nutzbare Autos. Für Kunden u.U. natürlich total ärgerlich. Aber das ist doch Katastrophenmacherei, tendenziös-hysterisch aber kein ordentlicher Journalismus. War natürlich für die Tür vom A380 genauso. Pfui.
ratem 27.06.2014
2. Mercedes und Reue ?
Mercedes und Bedauern ... das geht ja nun wirklich nicht zusammen. Nach Ansicht des Konzerns sollen also lieber Kleinkinder sterben, als das Mercedes seinen Namen beschmutzt und die eigene Schlamperei zugibt. Mal schauen, wer den Konzern als erstes wegen Körperverletzung (oder fahrlässiger Tötung) verklagt ... in "D" ist das vermutlich nicht möglich ... in den USA sieht es sicher anders aus ... aber ich nehme an, dort zeigt sich Mercedes auch kompromisbereiter. So oder so ... ein schlimmes Eigentor für Mercedes als Marke ... nun stehen sie als sture uneinsichtige Pfuscher da.
jenzer 27.06.2014
3.
Zitat von sysopDaimlerErschreckende Sicherheitsmängel bei der neuen C-Klasse: Daimler lieferte erste Exemplare des beliebten Mittelklasseautos ohne Airbag-Abschaltung für den Beifahrersitz aus. Das Unternehmen zeigt wenig Reue. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/mercedes-c-klasse-daimler-spart-sich-die-abschaltung-fuer-einen-airbag-a-977846.html
Das mag zwar ärgerlich sein, aber wieder mal eine vollkommen überflüssige Boulevardzeitungs-Überschrift. Es gibt einen Aufkleber, der davor warnt. Wer eine Babyschale auf dem Beifahrersitz einbaut und keine Airbag-Deaktivierung findet muß die Babyschale halt auf den Rücksitzen einbauen. Lebensgefahr besteht nur dann, wenn man NICHT darüber nachdenkt, was man tut. Das ist auch der Fall, wenn man den Sitz einbaut und den Airbag (versehentlich) nicht deaktiviert. Daimler hat einen Aufkleber benutzt, um davor zu warnen, das ist gängige Praxis - auch in den USA (wo sowas sehr viel wichtiger ist wegen Produkthaftungsgesetzen) und wird als ausreichende Warnung akzeptiert. Warum hört sich der Artikel nun an, als würde Daimler Babys in Lebensgefahr bringen? Bei vielen Autos ist die Deaktivierung nur als Extra lieferbar, bei manchen überhaupt nicht. Bringen diese Hersteller dann auch Babys in Lebensgefahr?
sampleman 27.06.2014
4. Babyschalen sind lebensgefährlich
In einer viertürigen Limousine hat ein Baby im Kindersitz auf dem Beifahrersitz nichts verloren. Er lenkt nur die Mutter vom Verkehr ab. Insofern ist eine nicht vorhandene Babyschalen-Airbagabschaltung nicht lebensgefährlich, sondern eine Babyschale auf dem Beifahrersitz.
quark@mailinator.com 27.06.2014
5. Tja
Man sollte als Besitzer eines Autos Dinge wie Airbags, oder Gurt-Piepen ganz normal abschalten können. Wenn ich z.B. nach einer langen Fahrt als Beifahrer mal die Beine hoch über das Handschuhfach lege, dann will ich nicht, daß bei Tempo 30..40 dort der Airbag gezündet wird. Ja ja ja ... schon klar, daß ich das nicht machen sollte. Mache es aber dennoch gelegentlich. Bin halt etwas größer als die meisten. Das ist mein Körper, meine Entscheidung. Und da will ich einen Schalter, mit dem ich das Ding zeitweise abschalten kann - abhängig von der Verkehrslage z.B. Und dieser Schalter sollte eben nicht irgendwo versteckt sein, wo man während der Fahrt nicht ran kommt, sondern neben dem Airbag. Kann von mir aus rot sein und beide Hände brauchen. Etc.pp. Die ganze Grundphilosophie der Bevormundung durch den Hersteller ist mir ein Dorn im Auge.
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