Abgasskandal Kraftfahrt-Bundesamt ordnet Rückruf Hunderttausender Mercedes-Fahrzeuge an

Mercedes steht vor einem Riesenrückruf wegen Abgasmanipulationen: Vom Familienauto über Dienstwagen bis zum Nobel-SUV hat Daimler nach Ansicht der Behörden die Abgasreinigung manipuliert. Dem SPIEGEL liegt die peinliche Liste vor.

Mercedes-Modelle in Bremerhaven
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Mercedes-Modelle in Bremerhaven

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Es waren Gespräche, wie sie der Vorstandsboss eines großen deutschen Autokonzerns wohl noch nie mit einem Mitglied der Bundesregierung führen musste: Wütend hatte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) im Mai dieses Jahres Dieter Zetsche, den mächtigen Daimler-Chef, nach Berlin zitiert. Scheuers Beamte vom Kraftfahrt-Bundesamt hatten bei einem Modell nach dem anderen bei Mercedes festgestellt, dass ganz offensichtlich an der Abgasreinigung manipuliert worden war.

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Deshalb platzte dem Bayern der Kragen: Zetsche müsse ihm alle Diesel melden, die unerlaubte Mengen giftigen Stickoxids in die Luft blasen. Denn der Druck auf Scheuer wird immer größer, hart durchzugreifen, je mehr Dieselfahrern in deutschen Städten Fahrverbote drohen. Der Daimler-Boss lieferte, und jetzt kann der Minister Vollzug melden. Doch die Liste, die dabei entstanden ist, gerät für Zetsche zum Debakel.

Denn die Abgasmanipulationen ziehen sich durch beinahe alle Klassen und Typen - und manche werden bis heute verkauft. Das geht aus einer Liste des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Darauf stehen 24 Modelle, bei denen das Amt Ende Juli einen amtlichen Rückruf angeordnet hat.

Das sind die betroffenen Mercedes-Modelle, der Rückruf gilt bei vielen Fahrzeugen nur für einen bestimmten Produktionszeitraum:

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Abgasskandal: Diese Modelle werden zurückgerufen

Bei der C-Klasse geht es sowohl um das kleinste Diesel-Modell mit Renault-Motor als auch um den C300 Hybrid, der mit einem Mercedes-Motor angetrieben wird. In der E-Klasse sind diverse Modelle, darunter auch aus der aktuellen Baureihe, mit Unregelmäßigkeiten aufgefallen, in der luxuriösen S-Klasse sogar die als besonders umweltfreundlich beworbene Variante mit Hybrid-Motor. Dazu kommt die G-Klasse, mehrere Geländewagen wie der ML, GLE und GLC sowie das Sportcoupé CLS und der Roadster SLK.

Im Transporter-Segment ruft Daimler den Vito, die V-Klasse und den Sprinter in die Werkstätten. Dabei müssen per Softwareupdate sogenannte Abschalteinrichtungen entfernt werden, die dafür sorgen, dass der Wagen im realen Straßengeschehen einen höheren Ausstoß von Stickoxiden hat als im Labor.

Insgesamt sind 700.000 Autos in Europa betroffen, davon 280.000 in Deutschland. Ein Daimler-Sprecher erklärte auf Anfrage, es handele sich bei der Maßnahme um den Rückruf, der in zwei öffentlich bekannten Terminen zwischen dem Bundesverkehrsministerium, dem KBA und Daimler Gesprächsgegenstand war. Man werde Widerspruch einlegen, aber auch Software-Updates entwickeln und die Kunden informieren, sobald diese genehmigt sind.

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Anmerkung der Redaktion: In der Print-Ausgabe dieser Meldung ist die Zahl der vom Rückruf betroffenen Daimler-Fahrzeuge wie folgt angegeben: "Es betrifft 280.000 Autos in Deutschland und 700.000 weitere in Europa." Tatsächlich sind wie oben genannt 700.000 Autos in Europa betroffen, davon 280.000 in Deutschland.

insgesamt 353 Beiträge
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Seite 1
Besserwisserisch 18.08.2018
1. Krass
In den USA wäre Zetsche nicht bei einem Minister empfangen worden, sondern wäre schon längst im Knast.
Francesca F. 18.08.2018
2. wer denn bitteschön..
hat die technisch nicht einzuhaltenden Grenzwerte gefordert ? Die Supertechniker aus der Politik und den Ministerien natürlich die jetzt die Einhaltung der Grenzwerte einfordern. Und im europäischen Ausland und sonstwo fahren immer noch die Euro 1 Diesel rum. Deutschland einig Deppenland. Kernkraftwerke abschalten und Atomstrom einkaufen, ein Irrenladen ! Prost!
frankfurtbeat 18.08.2018
3. und wieder ...
und wieder wussten die Nieten in Nadelstreifen garantiert nichts von alledem und werden versuchen, die untere Kaste als die Verantwortlichen auszuweisen. Erneut trivialer Betrug am Kunden sowie fehlende Kfz-Steuern da fehlerhafte Einstufung. Auch hier gehört sicherlichein Großteil der Manacker in U-Haft um diese wich zu kochen damit das Syndikat das Schweigen bricht und das auf andere zeigen aufhört. Man kann sich nur wünschen das entsprechende Versicherungen nicht für vorsätzliches Handeln haften müssen ... widerlich wie sich diese Menschen auch noch in den Medien präsentieren.
hooge789 18.08.2018
4. Geht doch.
Was Herr Dobrindt nicht geschafft hat, holt Herr Scheut jetzt nach. Ein guter Anfang.
amon.tuul 18.08.2018
5. was eigentlich
ist mit den Autos von Fiat, Peugeot, Toyota?
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