28. April 2013, 08:33 Uhr

Wachsende Kritik an Dieter Zetsche

Crashtest für den Daimler-Chef

Das Desaster beim Crashtest des Lieferwagens Citan war für Daimler-Manager keine Überraschung - seit über einem Jahr waren die Probleme nach SPIEGEL-Informationen bekannt, doch offenbar sollte der Verkaufsstart nicht verschoben werden. Führende Manager greifen Daimler-Chef Zetsche scharf an.

Stuttgart - Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz wusste bereits seit 2011, dass der Lieferwagen Citan bei Crashtests schlecht abschneiden würde. Das Mercedes-Benz-Modell, das vorigen Herbst auf den Markt kam, erhielt beim Crashtest nur drei von fünf möglichen Sternen. Der ADAC bemängelt, "hohe Verletzungsgefahr für Fahrer und Beifahrer im Brustbereich".

Das schlechte Abschneiden des Citan bei einem Crashtest könnte auch für Konzernchef Dieter Zetsche Folgen haben. Im Unternehmen wächst die Kritik an Zetsche. Der SPIEGEL zitiert einen hochrangigen Manager mit den Worten: "Der Dieter kann es nicht." Der Aufsichtsrat hat Zetsches Vertrag zwar erst vor kurzem um drei Jahre verlängert - doch schon das gilt als Gnadenfrist. Nach dem Citan-Desaster sagt ein Aufsichtsrat nun: "Wenn es so weitergeht, müssen wir neu nachdenken."

Der Wagen basiert auf dem Renault Kangoo, der in Details verändert wurde. Für einen besseren Fußgängerschutz hätten die Karosserie und die Elektronik geändert werden müssen. Dies hätte die Einführung des Mercedes-Benz-Modells um ein Jahr verzögert und über hundert Millionen Euro gekostet. Daimler-Entwickler kritisieren, mit solchen Entscheidungen gefährde der Konzernchef das Markenimage von Mercedes-Benz. Sicherheit sei für Mercedes-Kundschaft ein zentrales Kaufargument.

ade


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