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Wachsende Kritik an Dieter Zetsche: Crashtest für den Daimler-Chef

Mercedes Citan: Crash mit Ansage Zur Großansicht
Euro NCAP

Mercedes Citan: Crash mit Ansage

Das Desaster beim Crashtest des Lieferwagens Citan war für Daimler-Manager keine Überraschung - seit über einem Jahr waren die Probleme nach SPIEGEL-Informationen bekannt, doch offenbar sollte der Verkaufsstart nicht verschoben werden. Führende Manager greifen Daimler-Chef Zetsche scharf an.

Stuttgart - Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz wusste bereits seit 2011, dass der Lieferwagen Citan bei Crashtests schlecht abschneiden würde. Das Mercedes-Benz-Modell, das vorigen Herbst auf den Markt kam, erhielt beim Crashtest nur drei von fünf möglichen Sternen. Der ADAC bemängelt, "hohe Verletzungsgefahr für Fahrer und Beifahrer im Brustbereich".

Das schlechte Abschneiden des Citan bei einem Crashtest könnte auch für Konzernchef Dieter Zetsche Folgen haben. Im Unternehmen wächst die Kritik an Zetsche. Der SPIEGEL zitiert einen hochrangigen Manager mit den Worten: "Der Dieter kann es nicht." Der Aufsichtsrat hat Zetsches Vertrag zwar erst vor kurzem um drei Jahre verlängert - doch schon das gilt als Gnadenfrist. Nach dem Citan-Desaster sagt ein Aufsichtsrat nun: "Wenn es so weitergeht, müssen wir neu nachdenken."

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Mercedes-Kastenwagen Citan: Der Crashtest-Gau

Der Wagen basiert auf dem Renault Kangoo, der in Details verändert wurde. Für einen besseren Fußgängerschutz hätten die Karosserie und die Elektronik geändert werden müssen. Dies hätte die Einführung des Mercedes-Benz-Modells um ein Jahr verzögert und über hundert Millionen Euro gekostet. Daimler-Entwickler kritisieren, mit solchen Entscheidungen gefährde der Konzernchef das Markenimage von Mercedes-Benz. Sicherheit sei für Mercedes-Kundschaft ein zentrales Kaufargument.

ade

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insgesamt 197 Beiträge
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1. Das passt ja auch nicht ...
OlafKoeln 28.04.2013
... an einem m Renault Kangoo einen Stern dran montieren (das wird sicher DAS geänderte Detail gewesen sein) und dann einen Mercedes Preis verlangen .... Demnächst kooperiert Daimler mit Dacia ....
2. Was der Aufsichtsrat
adam68161 28.04.2013
im Fall Zetsche - auf schwäbisch - verseckelt hat, geht auf keine Kuhhaut. Wie kann man einen solchen Kapital vernichtenden Schaumschläger so lange halten? Und das nach dem Herrn Schremp, der mit seinen Eskapaden das Unternehmen zuvor ausgeblutet hat! Das ist der eigentliche Skandal! Die Aufsichtsräte der Kapitalseite und ihr AR-Vorsitzender müssten längst ausgewechselt sein.
3. Vergangener Glanz
orle 28.04.2013
Tja, das deckt sich leider voll mit meinen Erfahrungen. Mercedes ist lange nicht mehr das, was es mal war. Ich bin seitdem ich 18 ca. 20 Jahre lang nur Mercedes gefahren. Und dabei ist leider nicht nur die Qualität der Fahrzeuge, sondern vor allem auch der Service meiner Erfahrung nach mit der Zeit immer schlechter geworden. Und damit sind beider die beiden für mich wesentlichen Argumente entfallen, einen Mercedes zu fahren. Ich fahre daher jetzt keinen Mercedes mehr und habe mir auch gerade ein neues Auto bestellt, dass auch kein Mercedes mehr sein wird. Und die A-Klasse, die meine Frau noch fährt, wird als Nachfolger auch keinen Mercedes mehr bekommen. Eigentlich schade, denn früher hat Mercedes mal wirklich gute Autos gebaut.
4. Was für eine vermurkste Karre!
BorisBombastic 28.04.2013
Kein Wunder, dass sich die MB Kundschaft abwendet, wenn Daimler es zulässt, das an dies Modellreihe ein silberner Stern glänzen soll. Herr Zetsche versteht nichts von Marketing. der Konzern verliert immer mehr seinen Kunden aus den Augen.
5. Das ist nicht...
Tungay 28.04.2013
...das erste Mal, dass Daimler auf eine Billigproduktion einen Stern drauf packt und das ganze teuer verkauft. Der Smart Forfour war ein Mitsubishi Colt z.B., verkauft zum Bestpreis und spektakulär versagt. Die Marke Mercedes wurde von Jürgen Schrempp versenkt und wird sich nie wieder davon erholen. Gleiches erlebten wir bei der Marke Deutsche Bank, die Josef Ackermann ausgeschlachtet hat. Perfektes angelsächsisches Management, nur auf das nächste Quartal zielend und das positive Image ausnutzend bis es keines mehr gibt. Dem Zetsche diesen Niedergang anzuhängen wäre nicht fair. Ihn trifft nur ein Teil der Schuld. Schliesslich muss er mit dem Rest leben, den Schrempp zurück gelassen hat. Jeder in diesem Land sollte sich genau anschauen, was hoch bezahltes Management mit Top Marken gemacht hat und was das mit Top und höchster Bezahlung zu tun hat. Top war nur die Zerstörung der Marken. Es ist kein Kunststück mit dem Vertrauen einer Marke einmalig Sondergewinne zu realisieren, wenn das Motto heisst "nach mir die Sintflut".
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