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19. Mai 2017, 13:06 Uhr

Selbstverpflichtung von Anbietern

Was bringen die neuen Mietwagenregeln?

Von Steve Przybilla

Die Beschwerden gegen Autovermieter häufen sich. Deshalb hat die EU Regeln ausgearbeitet, die das Geschäft transparenter machen sollen. Das Problem: Die Einhaltung ist freiwillig - und bisher machen nur fünf Firmen mit.

Sie wollen mit dem Mietwagen in den Urlaub? Dann sollten sie sich den Anbieter ganz genau anschauen. Eine Statistik zeigt, wie oft es Ärger gibt: Bei den Europäischen Verbraucherzentren haben sich die Beschwerden über Mietwagenfirmen zwischen den Jahren 2010 und 2016 verdoppelt. Zuletzt fühlten sich mehr als 2000 Kunden ungerecht behandelt.

Immerhin: Die vielen Proteste zeigen eine erste Wirkung.

Die fünf Branchenführer Avis, Europcar, Enterprise, Hertz und Sixt setzen mittlerweile eine Selbstverpflichtung um, die Fairness und Transparenz garantieren soll. Sie wurde unter anderem von der EU-Kommission ausgearbeitet.

Konkret verpflichten sich die Autovermieter darin zu folgenden Punkten:

Sollen diese Regeln nur der Beruhigung der Kunden dienen? Oder hat sich seit ihrem Inkrafttreten tatsächlich etwas verbessert?

Das für deutsche Bürger zuständige Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) in Kehl sieht die Richtlinien als Schritt in die richtige Richtung. "Grundsätzlich begrüßen wir es, dass sich große Firmen dazu bereit erklären", sagt EVZ-Jurist Patrick Oppelt. "Das Problem sind aber diejenigen, die eine solche Selbstverpflichtung nicht unterschreiben." Von 58 Beschwerden, die das EVZ im Jahr 2016 bearbeitet hat, seien lediglich 19 auf die fünf Branchenführer entfallen. "Ärger gibt es eher bei kleinen, national tätigen Unternehmen", so Oppelt.

Deshalb wünschen sich die Verbraucherschützer, dass die Mietwagen-Regeln auf die gesamte Branche ausgedehnt werden. Ob das tatsächlich passiert, ist derzeit aber unklar.

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