Der erste Eindruck: Hübsch steht er da, der neue Outlander. Gemessen am Vorgänger ist seine Frontpartie so glatt und geschmeidig wie das Kinn eines Rasierschaum-Models. Auch an Heck und Flanken haben die Japaner ein wenig gefeilt. So sieht die dritte Generation sportlicher aus und schneidet besser durch den Wind.
Trotzdem wirkt das Format des Wagens weiterhin unentschlossen: Wo andere Hersteller auf kleine SUVs wie den Opel Mokka oder den CitroënC4 Aircross setzen, hält Mitsubishi an der Kreuzung aus Geländewagen, Van und Kombi fest. Mit 4,66 Metern Länge und der Option auf eine dritte Sitzreihe misst sich der Outlander nicht mit anderen Geländewagen wie dem VW Tiguan, sondern eher mit Vans wie dem VW Touran oder dem Opel Zafira.
Das sagt der Hersteller: Der Outlander ist für Mitsubishi ein Erfolgsmodell. Immerhin wurden weltweit in elf Jahren fast eine Million Exemplare verkauft. Einige davon tragen allerdings andere Logos. Denn in der letzten Auflage gab es den Japaner auch als Klon von Citroën und Peugeot. Diese Partnerschaft läuft jetzt aber aus - nicht zuletzt, weil die im PSA-Konzern vereinten Franzosen nun mit General Motors kooperieren.
Für die Neuauflage wirbt Mitsubishi vor allem mit sparsameren Motoren und jeder Menge Assistenzsystemen. Unter anderem wurden dem Outlander automatische Abstandshalter, elektronische Spurführungshilfen und ein Notbremsassistent spendiert.
Über die Preise schweigen sich die Japaner aus. "Die werden zwischen Europa und Japan noch verhandelt", sagt Pressesprecher Helmut Bauer und nennt als Richtwert nur den Basispreis des Vorgängers. Der stand zuletzt mit 24.490 Euro in der Liste. Und weil Mitsubishi nicht gerade in der Position ist, satte Aufschläge durchzusetzen, dürfte sich daran bis auf ein paar Hunderter kaum etwas ändern.
Das ist uns aufgefallen: Dass man mit dem großen Wagen gelassen reisen kann. Der 150 PS-Diesel knurrt zwar laut und vernehmlich, steht aber ordentlich im Futter und bringt den Outlander mit bis zu 360 Nm in Fahrt. Wer von Hand statt automatisch schaltet, kann sogar 380 Nm abrufen. Das reicht für manchen Ausflug auf die linke Spur - zumal die schnellsten Varianten immerhin 200 km/h schaffen. Dabei ist der Outlander betont komfortabel ausgelegt und eignet sich so als gutmütiger Langstreckenläufer.
Das liegt auch am geräumigen Innern: Weil man die Sitze in der zweiten Reihe jetzt um 25 statt 8 Zentimeter verschieben und noch weiter nach vorne klappen kann, ist selbst die dritte Reihe keine Strafbank mehr.
Das muss man wissen: Der Outlander kommt im September 2012 in den Handel - wie bisher mit Front- oder Allradantrieb, Handschaltung oder Automatik. Neben dem von uns getesteten Diesel mit 2,2 Litern Hubraum gibt es noch einen 2,0-Liter-Benziner, der ebenfalls 150 PS leistet. Er kommt im besten Fall auf einen Verbrauch von 6,9 Litern und schafft maximal 190 km/h. Außerdem plant Mitsubishi einen Plug-in-Hybrid mit zwei Elektromotoren und einem Akku. Das Auto, das im Normzyklus kaum mehr als zwei Liter verbrauchen soll, steht im Oktober auf dem Pariser Salon und kommt im nächsten Jahr auch in Deutschland in den Handel.
Das werden wir nicht vergessen: Die Schaltwippen am Lenkrad. Selbst für einen Sportwagen zu groß, wirken sie im gemütlichen Outlander einfach nur albern.
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