Mobilität der Zukunft Benzin statt Batterien

Die größten Autobauer trotzen dem Elektro-Hype. Statt in Batterietechnologie stecken sie das meiste Geld in sparsame Verbrennungsmotoren. Anders sieht das nur in Indien, Russland und China aus.

Neues Auto, alte Technik: Achtzylinder in der Corvette Stingray
General Motors

Neues Auto, alte Technik: Achtzylinder in der Corvette Stingray


Die größten Autobauer stecken auch künftig das meiste Geld in Verbrennungsmotoren statt in alternative Antriebe. Drei von vier Herstellern aus Europa, den USA und Japan planen bis 2019 die größten Investitionen für die Entwicklung von sparsameren Verbrennungsmotoren ein. Batterie- und Hybrid-Antriebe spielen dagegen nur eine Nebenrolle, wie aus einer aktuellen Studie von KPMG hervorgeht. Dazu hatte die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft weltweit rund 200 Top-Manager der wichtigsten Hersteller, Autozulieferer und Händler befragt.

Anders sieht es bei den Konzernen der zweiten Reihe etwa aus China, Indien oder Russland aus: Dort konzentriert sich nur gut jeder dritte Hersteller auf den Benzin- oder Dieselmotor. Stattdessen gaben zwei von fünf Unternehmen an, ihre größten Investitionen in den nächsten fünf Jahren entweder für reine Elektroautos oder für Plug-in-Hybride einzuplanen.

Diesen Autos, die sowohl mit Verbrennungsmotor als auch mit einer Batterie laufen, die an der Steckdose geladen wird, trauen die Manager indes die besten Chancen unter den strombetriebenen Autos beim Kunden zu. Jeder dritte erwartet für solche Plug in-Modelle die größte Nachfrage in den nächsten fünf Jahren. Bei den reinen Elektroautos glaubt nur jeder siebte Top-Manager an den großen Durchbruch. Immerhin ein Viertel der Befragten sieht beim Brennstoffzellen-Antrieb die größten Chancen.

Toyota kündigt ein Brennstoffzellen-Auto für 2015 an

Der weltgrößte Autobauer Toyota kündigte unterdessen auf der Elektronik-Messe CES in Las Vegas an, 2015 ein erstes Brennstoffzellen-Auto für Verbraucher auf den Markt zu bringen. Der Verkaufsstart sei zunächst nur im US-Staat Kalifornien geplant. Der Wagen hat einen Elektro-Antrieb, und der Strom dafür wird mit Brennstoffzellen-Technologie erzeugt. In den Tank kommt Wasserstoff. In Las Vegas wurde ein Prototyp mit dem Namen FCV in schimmerndem Blau gezeigt. Der Vorteil der Technik ist, dass in die Umwelt nur Wasserdampf ausgestoßen wird.

dpa, mhu

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 202 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
j.b.999 07.01.2014
1. Nicht verwunderlich
Ich beschäftige mich schon lange mit spritsparenden Technologien und habe mich lange gefragt, warum die Hersteller diese nicht nutzen. Die Antwort war ganz einfach: Die Eigner der Ölkonzerne haben sich bei den Automobilkonzernen soweit eingekauft, dass sie dies verhindern können.
shardan 07.01.2014
2. Er wäre nicht das erste mal....
... dass die alte Welt die Realität verschläft. Wer heute hauptsächlich auf Verbrenner setzt, macht das Autofahren der Zukunft zu einem Luxusmarkt für Geld-Eliten. Mineralöl ist eine knapper werdende Ressource, der Spritpreis kennt nur eine Langzeittendenz, und die geht nach oben. Es wäre allerdings ach nicht das erste mal, dass die alte Welt sich das Heft aus der Hand nehmen lässt. Dann heißt das Auto der Bevölkerung in Zukunft eben nicht mehr Volkswagen oder Ford, sondern es ist ein russischer oder chinesischer Autobauer. BMW und Mercedes können sich dann auf das Bauen einzelner handgefertigter Luxusschlitten mit sparsamen Benzinmotoren konzentrieren.
muellerthomas 07.01.2014
3.
Zitat von j.b.999Ich beschäftige mich schon lange mit spritsparenden Technologien und habe mich lange gefragt, warum die Hersteller diese nicht nutzen. Die Antwort war ganz einfach: Die Eigner der Ölkonzerne haben sich bei den Automobilkonzernen soweit eingekauft, dass sie dies verhindern können.
Haben Sie dafür auch Belege? Weder bei Toyota, noch bei GM, Renault-Nissan oder VW und Ford ist dies der Fall.
prophet46 07.01.2014
4. Schöne Zukunft
Da BMW mit Toyota eine Kooperation zur Entwicklung einer Brennstoffzelle hat, wird auch BMW wohl bald (2017?) mit einem Fahrzeug mit Brennstoffzelle auf den Markt kommen. Die momentan noch bestehende Begrenzung bei er Reichweite von Elektrofahrzeuge dürfte sich dann erledigt haben.
herrdainersinne 07.01.2014
5. Warum auch nicht ?
Dank neuer Fördermethoden ist ja auch noch genug ÖL zum verbrennen da, ganz im Ernst. Wenn sich das nicht mehr lohnt, können wir ja immer noch mit diesen Batterie-Kinder Autos weitermachen. Solange China jede Woche ein neues Kohlekraftwerk ans Netz schickt und unzählige Schiffe giftiges Schweröl ungefiltert als "Treibstoff" verwwenden, brauchen wir uns doch wegen unserer mit immer weniger Abgasen fahrenden Autos nicht verrückt zu machen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.