Edle Hülle fürs Auto: Vollkommen eingesackt

Von Christian Frahm

Edle Hülle fürs Auto: Der Liegewagen Fotos
Angela Moore

Maßanfertigung für Autoliebhaber: Ein Designlabel bietet für Fahrzeuge passgenaue Hüllen aus feinem Stoff. Die Überzüge sind aber nicht nur als Schutz gedacht - mit dem richtigen Inhalt befüllt, laden sie auch zum Kuscheln ein.

Für stilbewusste Menschen gibt es maßgeschneiderte Designerkleidung, und wer unbedingt möchte, kann passende Textilien auch für den Hund erwerben. Dass jetzt auch Autos teuren Stoff tragen können, ist jedoch neu.

Auf die Idee kam das in Berlin und Paris ansässige Label Bless. Die Designerinnen Ines Kaag und Desirée Heiss entwarfen ein Gewand für einen Citroën BX. Tatsächlich aber, und das ist der Witz, lässt sich das Bless-Projekt mit dem Namen No. 35 Automatica Carcanapé auch als außergewöhnliches Sofa nutzen. Ruckzuck nämlich ist der Überzug mit ein paar großen Säcken Polystyrol befüllt - und schon kann man es sich auf dem Dach oder der Motorhaube bequem machen.

Lack in Leder

Die passgenaue Hülle sollte zunächst nur Autos einkleiden: Ein Modemagazin hatte einige Designer aufgerufen, sogenannte Car Cover zu entwerfen, die den Fahrzeuglack vor Staub und Feuchtigkeit schützen. Innerhalb eines Monats schneiderten die Bless-Mitarbeiter den Überzug aus einem strapazierfähigen Material, das aus 70 Prozent Wolle und 30 Prozent Viskose besteht. Den Designern war ihr Produkt dann offenbar für den alleinigen Einsatz in der Garage zu schade - vollgestopft mit weichem Inhalt lässt sich damit nun auch die Wohnung aufmöbeln.

Die vielseitige Verwendbarkeit des Carcanapé ist allerdings auch nötig, um den Preis zu rechtfertigen: Ein Überzug aus dicker Baumwolle kostet 9000 Euro, die Baumwoll-Viskose-Variante 15.000 Euro, und die teuerste Version aus Leder wird für 30.000 Euro offeriert. Die Form ist nicht auf den Citroën BX beschränkt, auf Wunsch wird für jedes Auto das passende Kleid geschneidert.

Die größten Vorteile des Autosofas, neben der Bequemlichkeit: Das Ding stößt keine Schadstoffe aus, kostet keine Steuern, muss nicht versichert werden, und wenn mal mehr als fünf Leute aufsteigen möchten, kümmert das auch keinen.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Alfa Brera...
msl-west 11.03.2013
ist die korrekte Bezeichnung für das zugrunde liegende Modell - nicht zu verwechseln mit dem gleichzeitig angebotenen Modell Alfa GT
2. Gehts noch?
Beijinger 11.03.2013
Unter Massanzug verstehe ich etwas, was passt und keine Falten wirft. Diese "Massanzuege" fuer Autos sind jedoch so lieblos in der Ausfuehrung und sehen einfach Sch..... aus, zumal in der kackbraunen Farbe. Dass dann so ein Schritt noch in einem SPON Artikel vorgestellt wird, ist komplett ueberfluessig und erzeugt allenfalls Augenkrebs
3. Die Deutschen lieben ihr Auto .....
pinselhexe 11.03.2013
mehr als alles andere? Wer braucht so ein Autogewand? Niemand! Und was ist, wenn ich das Auto zum Fahren brauche? Muß man dann erst auspacken..... Was ein Aufwand. Wenn man die Karre erst auspacken muß, um loszukommen,ist man ja mit dem Bus oder der Bahn schneller. Und um das Auto vor Schmutz und Staub zu schützen, da täte es auch eine Garage und wenn man keine hat, geht die Welt auch nicht unter. Das Innovativste ist noch die Nutzung zum Sofa. Aber das ist auch nur ein Gadget um das liebste Stück des Deutschen vielleicht vor leidtragenden Partnerinnen zu verteidigen, die sich wegen des Autoticks ihres Mitmenschen wohl schon ernsthaft fragen, ob sie noch eine Rolle spielen neben dem Auto. Als Sofa könnte man auch ein Sofa in Autoform kreiieren und das wäre dann der Rückzugsort für den autoverrückten Mann im Haus und die Söhne. Aber den Dreck, den es macht, die FÜllung aus der Hülle zu nehmen, die Garage, die dann völlig verdreckt wäre, ganz davon abgesehen, daß es viel zu lang dauert, das Auto erst in Betrieb zu nehmen, weil man es ja erst auspacken muß, all das klingt nach einer Spielerei aus dem Männerparadies. Vermutlich für Leute, die sich immer einen Zweitwagen halten, der nie bewegt wird und den Mann dann an und auskleidet wie Mädchen ihre Barbiepuppe. Kurz - Dinge, die die Welt nicht braucht. Verkaufen wird sich das Ding sicher phänomenal - ein Stück Irrsinn im Alltag.
4.
barlog 11.03.2013
Zitat von pinselhexemehr als alles andere? Wer braucht so ein Autogewand? Niemand! Und was ist, wenn ich das Auto zum Fahren brauche? Muß man dann erst auspacken..... Was ein Aufwand. Wenn man die Karre erst auspacken muß, um loszukommen,ist man ja mit dem Bus oder der Bahn schneller. Und um das Auto vor Schmutz .....
Man darf wohl davon ausgehen, daß Hausfrauen, die sich Gedanken über Dreck in der Garage machen, wenn der Hausherr seinen Opel jeden Tag in so eine Hülle verpacken würde, nicht zur typischen Klientel der Herstellerfirma gehören.
5. Kleiner Tip...
vitma 11.03.2013
Man braucht ja kein richtiges Auto sondern kann das ganze auch einfach ausstopfen! Wie waere es mit dem Anschein einen Bugatti Veyron in der Garage stehe zu haben? Umweltfreundlich, keine Sorgen um Diebstahl, keine Versicherung oder laestige Inspektionen,...und man kann das "Auto" nun auch mit in den Urlaub nehmen! Perfekt!
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Autodesign
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 7 Kommentare
Facebook


Aktuelles zu