Autogramm Mercedes GLK Der kommt uns bekannt vor

Modellpflege, die sogenannte Mopf, hat bei Mercedes Tradition. Aktuell wurde der GLK aufgehübscht. Echte Überraschungen gibt es nicht, dafür bedient sich der neue Kompakt-SUV großzügig bei anderen Baureihen.

Daimler

DER ERSTE EINDRUCK: Das soll ein neues Auto sein? Irgendwie wirkt alles am überarbeiteten GLK wie ein Déja-vu. Das liegt daran, dass sich Mercedes für seine Modellpflege, bei Fans der Marke kurz "Mopf" genannt, großzügig bei anderen Baureihen bedient hat. Im neuen GLK blickt man auf die gleichen Instrumente wie in der M-Klasse, die Gebläseausströmer erinnern an den Supersportwagen SLS, und gefühlt grüßt selbst die S-Klasse alle GLK-Fahrer, weil der Allradler nun fast so viele Assistenzsysteme bietet wie die Luxuslimousine.

DAS SAGT DER HERSTELLER: Mercedes nennt den GLK den "Lifestyle-SUV im Midsize-Segment". Was auch immer das konkret bedeuten mag. Technisch von der C-Klasse abgeleitet und stilistisch an die großväterliche G-Klasse angelehnt, kommt der GLK rund um den Globus offenbar so gut an, dass er neuerdings auch in China gebaut wird. Ziel der Modellpflege seien die "Dynamisierung eines Charaktertyps" (was auch immer das nun konkret bedeuten mag) und der Einbau sauberer Motoren gewesen (darunter kann man sich schon eher etwas vorstellen).

DAS IST UNS AUFGEFALLEN: Man sitzt höher und genießt einen besseren Ausblick als in einem normalen Kombi. Trotzdem kommt man auf engen Straßen und im dichten Stadtverkehr besser voran als mit einem großen Geländewagen im M-Klasse-Format. Der Dieselmotor klingt, typisch für Mercedes, ein wenig rauer und kratziger als die Selbstzünder aus Ingolstadt oder München. In Modellen wie dem SLK oder der E-Klasse stört das, einem Möchtegern-Geländewagen verleiht es einen Hauch von Authentizität. Mit 204 PS und stattlichen 500 Nm hat die Maschine genügend Dampf, und das Gewissen entlastet sie nun auch. Dank Ad-Blue-Harnstoff-Einspritzung (siehe "Technik erklärt" in der linken Spalte) werden die Abgase so gereinigt, dass der Motor bereits die EU-6-Norm erfüllt (gilt ab September 2014).

DAS MUSS MAN WISSEN: Der überarbeitete GLK kommt Ende Juni zu Preisen ab 36.235 Euro in den Handel. Es gibt ihn mit vier Diesel-Motorisierungen und einem Benziner von 143 bis 306 PS. Neu unter der Haube sind der EU-6-konforme Harnstoff-Katalysator für den von uns gefahrenen GLK 250 Bluetec sowie der GLK 350 CDI, dessen Motor nun 265 PS leistet und damit 34 PS mehr als bislang. Der schnellste GLK schafft 238 km/h, der sparsamste ist bei Verzicht auf den Allradantrieb nach Herstellerangaben mit 5,6 Litern zufrieden. Neu in der Preisliste stehen knapp ein Dutzend Komfort- und Assistenzsysteme, vom Müdigkeitswarner bis zum Einparkautomaten und der Offroad-Programmierung der adaptiven Scheinwerfer, die dann jeden Maulwurfshügel in Flutlicht taucht.

DAS WERDEN WIR NICHT VERGESSEN: Man fühlt sich ganz gut aufgehoben im GLK - zumindest so lange, bis man mal das Mobiltelefon in die Ablage in der Mittelkonsole packt. Die ist nämlich so verzwickt und verschachtelt, dass man es danach kaum wieder herausbekommt. Und dann ist es leider schon wieder vorbei mit der Ruhe und Gelassenheit.

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insgesamt 16 Beiträge
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favela lynch 16.05.2012
1. Mopf
Ein wunderbarer Einheitsbrei - geschaffen, um vergessen zu werden. Das ist modern und überaus markenaffin. Rollender Inzest - eine Missgeburt. Man ruft das Kind phonetisch adäquat : Mopf
dongerdo 16.05.2012
2.
Mir ist der Wagen zwar insgesamt zu bieder/spießig, aber der Innenraum ist gar nicht mal schlecht geworden. Allemal besser als der Vor-Mopf. Nur so langsam haben wir glaube ich die sinnvolle Obergrenze der Größe der "neuen" runden Luftausströmer erreicht - mit jedem Modell welches Mercedes einführt werden die Teile immer gewaltiger...
MrStoneStupid 16.05.2012
3. Optisch daneben ...
... so mein erster Eindruck aber könnte schlimmer sein, kann man sich dran gewöhnen. Wichtiger sind Qualität und Technik. (imho)
sauerkraut2k 16.05.2012
4. Typische Ahnungslosigkeit
"bei Fans der Marke kurz "Mopf" genannt" - ist ja allgemein ein geläufiger Begriff in der Automobilbranche. "Irgendwie wirkt alles am überarbeiteten GLK wie ein Déja-Vu." - nein es ist überarbeitetes Modell (deswegen MOPF). "zumindest so lange, bis man mal das Mobiltelefon in die Ablage in der Mittelkonsole packt" - ist natürlich ein zimeliches K.O. Kriterierum Fazit: schlecht geschriebener Artikel und sehr oberflächlich!
intermezzo 16.05.2012
5. Facelift...
Das ist in meinen Augen optisch mal komplett in die Hose gegangen. Facelift gut und schön, aber hier passt jetzt ja gar nichts mehr zusammen. Man sieht irgendwie einfach dass das Heck und ganz besonders die Front nur auf ein bereits vorhandenes Modell gestülpt wurden. Alles was sich zwischen Front und Heck abspielt sieht einfach aus als würde es zu einem ganz anderen Wagen gehören finde ich. Da passt das Eine einfach nicht mehr zum Anderen. Der Vorgänger war durch seine Kanten ja irgendwie schon in sich schlüssig, da find ich es schon ein bisschen problematisch da jetzt ne neue Formensprache darunter zu mischen. Wenn man es gekonnt macht, kann es vielleicht gelingen, in dem Fall hats nicht geklappt. Alles in allem nicht gut. Aber es sagt ja auch keiner dass ein Facelift immer gelingen muss, manchmal greift halt auch der plastische Chirurg komplett daneben...
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