Führerschein mit 15 Jahren: Mobil mit dem Moped

Mopedfahrerin: Modellversuch für Moped-Führerschein mit 15 Jahren Zur Großansicht
Getty Images

Mopedfahrerin: Modellversuch für Moped-Führerschein mit 15 Jahren

Auf dem Land sitzen viele Jugendliche sprichwörtlich fest, öffentliche Verkehrsmittel fahren oft nur selten. Drei Bundesländer machen gegen dieses Problem mobil - sie erlauben den Moped-Führerschein bereits ab 15 Jahren.

Berlin - Für junge Menschen auf dem Land sind solche Situationen nicht ungewöhnlich: Im Sprint zur Haltestelle, doch geholfen hat es nichts - der Bus ist weg. Und der nächste fährt erst wieder in einer Stunde. Wer einen wichtigen Termin hat oder zur Arbeit will, könnte froh sein, wenn ein motorisiertes Gefährt zur Verfügung steht - zum Beispiel ein Moped. Doch bislang liegt die Altersgrenze für die entsprechende Fahrerlaubnis bei 16 Jahren.

Das ändert sich nun. Ein Modellversuch für den Moped-Führerschein mit 15 Jahren startet am 1. Mai in Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Ziel sei eine bessere Mobilität vor allem junger Leute auf dem Land, teilten die Verkehrsministerien der drei Länder am Freitag mit. So soll es den Jugendlichen möglich sein, auch Ausbildungsstellen anzunehmen, die nicht oder nur unzureichend mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen sind. Damit wurde ein Bericht in der Freitagsausgabe der "Ostthüringer Zeitung" bestätigt.

In dem Versuch können Jugendliche über eine Fahrschulausbildung schon in Alter von 15 Jahren den Führerschein der Klasse AM für Mopeds mit einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h bekommen. Der auf fünf Jahre angelegte Test soll wissenschaftlich begleitet werden. Inwiefern dies zum Vorbild einer bundesweiten Neuregelung werden könnte, ist noch offen.

Die Furcht des Bundesverkehrsministeriums

Die EU ermöglicht ihren Mitgliedstaat das Absenken der Altersgrenze auf 15 Jahren für den Moped-Führerschein. Allerdings hatte sich Deutschland bislang dagegen entschieden, weil das Bundesverkehrsministerium negative Einflüsse auf die Verkehrssicherheit befürchtete. Nun könnten gesicherte Erkenntnisse diese Einschätzung widerlegen.

Nach dem Versuch würden auch die Auswirkungen auf die Sicherheit analysiert, sagte ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums auf Anfrage in Berlin. Erst danach könnten weitere Aussagen getroffen werden. Sachsen hatte 2011 die Initiative für einen solchen Test ergriffen. Ressortchef Sven Morlok (FDP) sagte, die jungen Leute sollten mit einer fundierten Vorbereitung in Theorie und Praxis Schritt für Schritt an den Straßenverkehr herangeführt werden.

Die Grünen im Thüringer Landtag kritisierten, Gefahren würden heruntergespielt. Es sei zu hoffen, dass die zusätzlichen Ausbildungsanforderungen tatsächlich fruchteten.

rom/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
Robert B. 26.04.2013
Zitat von sysopAuf dem Land sitzen viele Jugendliche sprichwörtlich fest, öffentliche Verkehrsmittel fahren oft nur selten. Drei Bundesländer machen gegen dieses Problem mobil - sie erlauben den Moped-Führerschein bereits ab 15 Jahren.
Das ist lange Überfällig. Den Mofaschein für ein Jahr zu machen plus Mofakauf lohnt nun wirklich nicht. Wenn 15 jährige arbeiten (Lehre) warum nicht auch Mokick/Moped fahren
2. Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h
Mario V. 26.04.2013
Hab mich lange nicht mit Kleinkrafträdern beschäftigt, und vielleicht gibt es dieses Limit ja schon lange für andere Altersklassen, aber für mich ist das neu und absoluter Schwachsinn. ich glaub die lernen das nie. Genau wie damals die Begrenzung von (80er?) Rollern auf 80 km/h, die damit zum Hindernis für LKW auf Autobahnen wurden und diese unnötigerweise zu gefährlichen Überholmanövern zwangen, macht eine Begrenzung auf 45 km/h die Fahrer solcher Mopeds zum Hindernis im Stadtverkehr. Sie können nicht im fließenden Verkehr mitschwimmen, also werden sie wieder dauernd überholt, mit entsprechender Gefährdung. Warum lässt man die Roller nicht 50 fahren?
3. Gehören verboten
mittagspause 26.04.2013
Mit den Mopeds ist es unmöglich im Verkehr mitzufahren, die Folge daraus ist, dass man ständig zum Teil extrem riskant überholt wird. Für alle wäre es sichrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit so weit zu erhöhnen, dass man am Verkehr normal teilnehmen kann.
4. Entschuldigung
whopper 26.04.2013
aber Mofas gibt es sowieso keine mehr. Dank den Pedelecs darf jeder 25km/h fahren.
5. 60km/h!
stuntman_mike 26.04.2013
In der DDR war es meines Westwissens nach möglich, mit 15 ein Moped mit 60 km/h zu fahren. Zugegebenermaßen ist der Verkehr heute wesentlich dichter. Warum man aber die Höchstgeschwindigkeit heutiger Roller auf ausgerechnet 45 km/h festgelegt hat, erschließt sich mir nicht. Wenigstens 55 km/h wären ok, um den in der Stadt mitunter gefährlichen Überholmanövern seitens der Autofahrer nicht ausgesetzt zu sein. Ich wäre weiters dafür, das Fahren von 125cm³-Krädern mit jedem Autoführerschein grundsätzlich zu erlauben. Da sind aber wahrscheinlich diverse Lobbygruppen vor...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Auto
Twitter | RSS
alles zum Thema Motorräder
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 30 Kommentare
Facebook


Aktuelles zu