Motorradgottesdienst: Zehntausende Biker und ein schwerer Unfall

Laute Motoren, stille Gebete: Zehntausende Motorradfahrer gedachten beim Gottesdienst in der Hamburger Innenstadt verunglückter Biker. Zwei Motorradfahrern half das nicht. Bei einem Wettrennen auf einer abgesperrten Autobahn kam es zu einem schweren Unfall.

Hamburg - Für mehrere Minuten überstieg der Lärmpegel in der Hamburger Innenstadt deutlich die sonntagnachmittäglichen Verhältnisse: Unter dem Donnern Zehntausender Auspuffrohre setzte sich ein kilometerlanger Konvoi in Bewegung. Angeführt wurde er von Pastor Erich Faehling, der zuvor vor rund 39.000 Bikern, Trike-, Quad- und Motorrollerfahrern im Hamburger Michel eine Messe zelebriert hatte. Beim 25. Motorradgottesdienst (MoGo) gedachten die Biker jenen, die in der Vergangenheit bei Unfällen starben oder schwer verletzt wurden. Der Hamburger MoGo ist nach Veranstalterangaben das weltgrößte Ereignis seiner Art.

Pastor Erich Faehling lobte, der Motorrad-Gottesdienst bringe der Kirche jedes Jahr Zehntausende Besucher: "Unter diesen überwiegen die Menschen, die ansonsten der Kirche eher distanziert gegenüber stehen. Der Motorradgottesdienst ist kein Pastoren-Spleen, sondern Volksmission", erklärte er. Erstmals wurde der Motorradgottesdienst auch europaweit über Satellit ausgestrahlt.

Aufruf zu rücksichtsvollem Verhalten

Unterstützer und Veranstalter des Motorradgottesdienstes haben im Rahmen der Veranstaltung zu rücksichtsvollem Verhalten im Straßenverkehr aufgerufen. Motorradfahrer seien im Straßenverkehr besonders gefährdet, sagte Pastor Faehling. Fast jeder fünfte Verkehrstote in Deutschland ist den Angaben zufolge ein Motorradfahrer.

Der Hamburger MoGo war 1983 vom damaligen Polizeipastor Reinhold Hintze als Solidaritätsgottesdienst begründet worden. Im vergangenen Jahr kamen zu dem Treffen nach Polizeischätzungen 35.000 Biker. Seit Jahren predigt Faehling das Motto "Fahre nie schneller, als dein Schutzengel fliegen kann".

Biker bei Wettrennen lebensgefährlich verletzt

Bevor der Konvoi sich auf der A7 zur Abschlussveranstaltung in Richtung Kaltenkirchen bewegte, überschattete ein Unfall die Veranstaltung: Auf der Autobahn, die für den Konvoi gesperrt worden war, hatten sich zwei Motorradfahrer auf der freien Bahn ein Wettrennen geliefert. Wie die Polizei mitteilte, stießen die beiden bei einem Überholmanöver zusammen. Einer von ihnen erlitt lebensgefährliche Verletzungen und wurde mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

reh/ddp/dpa/AP

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