Nach Auto-Hack Fiat Chrysler ruft 1,4 Millionen SUV zurück

Zwei US-amerikanischen Tüftlern war es gelungen, einen Jeep Cherokee aus der Ferne zu hacken. Nun reagiert der Hersteller Fiat Chrysler und ordert 1,4 Millionen SUV in den USA in die Werkstätten.

Jeep Cherokee: Hacker verschafft sich Kontrolle - jetzt reagiert der Hersteller
Jeep

Jeep Cherokee: Hacker verschafft sich Kontrolle - jetzt reagiert der Hersteller


Der italienisch-amerikanische Autobauer Fiat Chrysler Automobiles (FCA) ruft in den USA 1,4 Millionen Autos wegen mangelndem Schutz vor Hackerangriffen zurück. Betroffen seien verschiedene Modelle der Marken Dodge, Ram und Jeep, teilte der Konzern mit. Durch einen Tausch der Software solle verhindert werden, dass die Fahrzeuge aus der Ferne manipuliert werden können.

Genau das war Sicherheitsexperten in den USA mit einem Jeep gelungen. Das Tec-Magazin "Wired" hatte vor wenigen Tagen über den Fall berichtet.

Die Hacker schafften es, über eine Sicherheitslücke in dem Unterhaltungssystem des Wagens, das mit dem Internet verbunden ist, bis zur Steuerung des Wagens vorzudringen. Sie konnten die Bremsen, Geschwindigkeit, Klimaanlage und Radio des Jeep Cherokee fernsteuern.

Fahrzeuge in Europa seien von dem Problem nicht betroffen, teilte FCA bereits Mitte der Woche mit. Das betroffene Mobilfunk-Modul zum Internetzugang sei hier nicht verbaut. "Der Zugang geschah über eine GSM-Schnittstelle im Fahrzeug, die es nur bei Autos auf dem amerikanischen Markt gibt", sagte ein FCA-Sprecher.

Ein entsprechendes Sicherheits-Update hatte der Hersteller bereits im Internet veröffentlicht - es muss jedoch über einen USB-Stick ins Auto-System gespielt werden.

smh/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 27 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
wo_st 24.07.2015
1. Warum nicht Online überspielen?
Wenn schon die Interface offen ist, dann doch schnell den Fix Online einspielen. Das spart doch sehr viel Zeit.....
mit66jahren 24.07.2015
2. Vorgeschmack auf die Zukunft
Das Jeep-Hack ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es sein wird, wenn Autos ohne Steuermann unterwegs sein werden. Das Restrisiko wird mit an Bord sein, denn ein komplexes Softwaresystem ohne Fehler gibt es nicht. Terroristen brauchen Bremsleitungen nicht mehr mechanisch durchtrennen, denn ein entsprechendes Softwarekommando kann das gleiche Unheil bewirken. Und Übeltäter können dies sogar vom anderen Ende der Welt aus tun. Sicherheitspannen, die wir von den Computern her kennen, werden bei vernetzten Autos in ähnlicher Form auftreten. Man wird spezielle Virenscanner für KFZs brauchen, die mit täglichen Updates auf den neuesten Stand gebracht werden. Oder man baut einen Sicherheitsschalter ein, mit dem Befehle vom IP-Netz unwirksam gemacht werden können.
frankstroehlein 24.07.2015
3. Dass die Systeme...
...zum Fahrzeugmanagement nicht von den Unterhaltungssystemen getrennt sind ist ein guter Witz. Dies darf man so überhaupt nicht zulassen für den Straßenverkehr. Systeme zum Fahrzeugmanagement sind physikalisch zu trennen und dürfen nur offline, also üblicherweise beim Service, zugänglich sein.
anonguest 24.07.2015
4. Und demnächst Pflicht in Europa
Dieses automatische Notrufsystem. Das sich leider eben nicht auf Notrufe beschränkt, sondern auch noch beliebige weitere Funktionen bieten darf. Wenn so ein Auto Amok fährt, ist man nicht mal sicher, wenn man seinen 15 Jahre alten Oldtimer behält.
hdudeck 24.07.2015
5. Was ist das fuer ein Bloedsinn?
Zitat von mit66jahrenDas Jeep-Hack ist ein kleiner Vorgeschmack darauf, wie es sein wird, wenn Autos ohne Steuermann unterwegs sein werden. Das Restrisiko wird mit an Bord sein, denn ein komplexes Softwaresystem ohne Fehler gibt es nicht. Terroristen brauchen Bremsleitungen nicht mehr mechanisch durchtrennen, denn ein entsprechendes Softwarekommando kann das gleiche Unheil bewirken. Und Übeltäter können dies sogar vom anderen Ende der Welt aus tun. Sicherheitspannen, die wir von den Computern her kennen, werden bei vernetzten Autos in ähnlicher Form auftreten. Man wird spezielle Virenscanner für KFZs brauchen, die mit täglichen Updates auf den neuesten Stand gebracht werden. Oder man baut einen Sicherheitsschalter ein, mit dem Befehle vom IP-Netz unwirksam gemacht werden können.
Haben Sie jemals von einem Terroristen gehoert, der eine Bremsleitung duchgeschnitten hat? Na also, so, warum schreiben sie sowas? Bremmsleitungen werden im Allgemeinen von Laien (Nachbarn, Verwandte) beschaedigt. Profis haben bessere Wege. Und Terroristen benutzten im Allgemeinen Sprengstoff fuer so etwas. Und da kann man auch nicht am anderen Ende der Welt sitzten, das es uebrigens nicht gib, da die Erde eine Kugel ist.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.