Nach VW-Skandal EU-Parlament fordert realistischere Abgastests

Der VW-Abgasskandal könnte Konsequenzen für alle Autobauer haben. Das EU-Parlament verlangt neue Fahrtests unter realen Bedingungen - und zwar zügig.

Was kommt hinten raus? Ein neuer Test soll ab 2017 realistische Werte ermitteln
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Was kommt hinten raus? Ein neuer Test soll ab 2017 realistische Werte ermitteln


Die Mitglieder des Europaparlaments fordern als Konsequenz aus dem VW-Dieselskandal die zügige Einführung von Abgastests unter realen Fahrbedingungen. Dies geht aus einer Entschließung hervor, die die Parlamentarier mit großer Mehrheit verabschiedet haben. Außerdem sollte die EU-Kommission prüfen, ob es sinnvoll ist, eine EU-Aufsichtsbehörde zu schaffen, um nationale Zulassungsstellen wie das Kraftfahrtbundesamt zu kontrollieren.

Nach bisheriger Planung der EU-Kommission soll ab 2017 ein neues Prüfverfahren mit Tests unter reellen Fahrbedingungen gelten. Die beanstandeten Tests von Volkswagen waren unter Laborbedingungen vorgenommen worden. Durch eine spezielle Software in den Fahrzeugen wurden die Messungen verfälscht.

"Der neue Test muss gewährleisten, dass die Emissionswerte auf dem Papier den tatsächlichen Emissionen entsprechen", betonte der SPD-Abgeordnete Matthias Groote, einer der Initiatoren der Entschließung. Autos auf dem Markt müssten endlich die bereits vor zehn Jahren beschlossenen Grenzwerte einhalten.

400.000 Menschen sterben pro Jahr vorzeitig durch Schadstoffe

Die deutsche Grüne Rebecca Harms forderte die EU-Kommission und die Mitgliedstaaten auf, sich nicht länger gegen eine "umfassende Untersuchung aller europäischen Automobilhersteller" zu sperren. Es müsse geklärt werden, ob neben Volkswagen auch andere Autobauer Abgastests systematisch manipulieren. Auch die Rolle der nationalen Zulassungsbehörden müsse untersucht werden. Der CDU-Abgeordnete Peter Liese verwies auf Untersuchungen, nach denen in der EU jährlich 400.000 Menschen vorzeitig durch die Belastung der Luft mit Stickoxiden, Feinstaub und anderen Schadstoffen sterben.

In seiner Entschließung erinnerte das EU-Parlament daran, dass eine Untersuchung der Kommission bereits 2011 Zweifel an der Korrektheit der Emissionstests hatte aufkommen lassen. Die gemeinsame Forschungsstelle der Kommission war bereits damals zu dem Schluss gekommen, dass die durchschnittlichen Stickoxidemissionen von Dieselfahrzeugen in der Fahrpraxis erheblich über den zulässigen Grenzwerten liegen. Die Grenzwerte wurden demnach in ganzen Testreihen um das Zwei- bis Vierfache überschritten, bei Einzeltests waren die Emissionen bis zu 14 Mal höher als erlaubt.

mhu/AFP/dpa



insgesamt 64 Beiträge
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hwdtrier 27.10.2015
1. Der Zweck
dieser Abgastests kann nur sein Autos vergleichbar zu machen. Reale Bedingungen können nie vergleichbar sein da der reale Ablauf sich immer ändert.
#4711 27.10.2015
2. So ein Quatsch!
Ein neuer Abgastest würde von interessierten Ratgebern so umformuliert, das alles bleibt wie es ist. Wo kämen wir denn hin..........
rolarndt 27.10.2015
3. daraus wird nichts
Dass daraus nichts wird, dafür wird die Autolobby schon sorgen. Wofür hat sie denn ungehinderten Zugang zu den Abgeordneten?
raber 27.10.2015
4. Nachgebesserte Audi/VW-Software nach 2011 oder wieso?
Nicht nur der Schadstoffausstoss sollte unter reelleren Bedingungen durchgeführt werden sondern auch die Tests zur Findung der Verbrauchswerte. Es kann nicht angehen, dass die Autos so verklebt und "abgeglättet" werden, dass völlig daneben liegende Werte rauskommen. Der am besten tricksen (betrügen) kann, erzielt die besten Werte. Halte die EU-Forderung für völlig richtig und zwar schnellstens. Es ist traurig und aussagend, dass bereits vor 4 Jahren erhebliche Überschreitungen festgestellt wurden und trotzdem nichts unternommen wurde. War VW damals schon dabei? Unverständlich wenn es bei Einzeltests um das 14-fache überschritten wurde. Wieso VW jetzt sogar um das 40-fache in der Praxis liegt, lässt die Frage offen ob damals falsch gemeldet wurde oder Audi/VW in der Zwischenzeit ihre Software "nachgebessert" hat.
Birnenpflücker 27.10.2015
5. Na jetzt,
wo sich nun die "Experten" damit befassen, wird ja genau das Richtige herauskommen! Ihr werdet kastriert werden: 75PS und Tempolimit 120 km/h! (wie beim Staubsauger: Weniger Leistung, dafür länger fahren, äähm, saugen...) Habt ihr aber so gewollt, Ihr Schisser und Weltverbesserer. "Ich will wissen, was die Karre wirklich braucht...?"; Die ganzen Toten! Jetzt wird alles nach und nach kommen!
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