Elektromobilität in Deutschland Das Millionen-Ziel ist in Gefahr

Von Begeisterung keine Spur: Laut einem Bericht der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE) kommt das E-Mobil in Deutschland nicht in Fahrt. Wie sich das ändern lässt, darüber sind die NPE und Verkehrsminister Ramsauer unterschiedlicher Ansicht.

Elektroauto an einer Stromtankstelle: "Nicht generell gegen Kaufanreize"
DPA

Elektroauto an einer Stromtankstelle: "Nicht generell gegen Kaufanreize"


Berlin - Noch acht Jahre, dann fahren eine Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen: Diesen Wunsch könne sich die Bundesregierung abschminken, sagen die Experten der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE). Entwickeln sich die Dinge wie bisher, sei höchstens mit 600.000 Autos zu rechnen, heißt es in einem Bericht, den die NPE am Montag in Berlin auszugsweise vorgelegt hat.

Um das Millionen-Ziel zu erreichen, muss nach Ansicht des NPE-Vorsitzenden Henning Kagermann nachgelegt werden: Beispielsweise bei der Qualifizierung von Fachkräften. Zudem müsse die internationale Diskussion um Normen und Standards etwa für Batterien und Stecker stärker vorangetrieben werden.

"An beiden Enden brennen"

Peter Ramsauer (CSU) mahnt dagegen zu Geduld. Der Bundesverkehrsminister will sich vom langsamen Fortschritt der Elektromobilität nicht entmutigen zu lassen. Solche Entwicklungen brauchten ihre Zeit, sagte er auf einer E-Mobilitäts-Konferenz des "Tagesspiegels". Man könne "die Reifung bestimmter Prozesse nicht x-beliebig per Dekret beschleunigen".

Er sei "nicht generell gegen Kaufanreize" für E-Autos, sagte Ramsauer, "aber sie müssen Sinn machen und finanzierbar bleiben". Die Mittel dafür im Bundeshaushalt seien sehr begrenzt.

cst/dapd/dpa



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insgesamt 42 Beiträge
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Andrycha 21.05.2012
1.
E-Autos sind momentan einfach zu teuer. Diejenigen die sich so was leisten können haben auch kein Problem mit den Benzinpreisen. Aber wenn man für ein E-Auto knapp 33% mehr zahlt als für ein vergleichbaren Benziner ist dieses Ergebnis eigentlich klar.
Möglw. 21.05.2012
2. Au weia...
Wie rückständig sind diese Politiker eigentlich? Man denke sich mal einen kaputten BMW i: Carbon muss in Werkstatt 1 gemacht werden (es wird Ewigkeiten dauern, bis alle Werkstätten dieses recycling-schwache Material bearbeiten können). Der kaputte Hochvolt-Akku muss in einer anderen Werkstatt bearbeitet werden usw. usw. Es sind noch weitere Infrastruktur-Probleme denkbar. Mir hat noch niemand die Fragen beantwortet: - Die heutige Position der Akkus lässt keinen schnellen Austausch zu. Was nützt mir also ein gekaufter oder geleaster Zweitakku? - Was mache ich dann bei einer Tanke/einem Händler a) in der Pampa, wo ich stundenlang auf die Aufladung des Akkus warten muss und meine Familie in der Blumenwiese hockt und die Kinder quengeln. Oder b) dem Innenstadthändler, der so oder so nie genug Parkplätze hat. Kostenlos parken und shoppen gehen? Wer hat denn die Zeit für sowas? Muttis Zweitwagen vielleicht, aber nicht der Standardkunde. - Wo sollen die Autos alle beim Aufladen stehen? Tankvorgang heute: 2-5 Minuten. Elektro: etliche Stunden. Was soll das bitte für Aufläufe und Schlangen geben? - Welcher Strom soll die ganzen Autos aufladen? Die gefloppten Offshore-Windräder in der Nordsee? Das riecht nach teuer eingekauftem Atomstrom. Usw. usf. Die Probleme sind dermaßen vielfältig und es liegt noch nicht eine zufriedenstellende Antwort auf dem Tisch! Alles guckt immer nur auf die Reichweite der Akkus, aber nicht auf die Probleme mit Logistik, Distribution und Infrastruktur im Alltag. Ich sehe schwärzer als schwarz für diese Fehlentwicklung.
Agiluk 21.05.2012
3. Noch acht Jahre?
...dann fahren eine Millionen Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen? Weit gefehlt. Noch in diesem Jahr wird die Millionengrenze erreicht: Dann sind 1.000.000 Pedelecs in Deutschland unterwegs.
vander1 21.05.2012
4. Pedelecs, echt?
Ich bin überrascht, woher stammt die Zahl den? Das ein paar der Dinger im Aldi verkauft wurden kann nicht der Grund sein und gegenüber nem "normalen" Rad hat man beim "Markenpedelec" ein ähnliches Problem wie beim PKW. Für fast jeden Einsatzzweck zu teuer im Vergleich.
mauimeyer 21.05.2012
5. Super-Hype E-Mobilität
Wieso kümmert sich die Politik überhaupt um technische Lösungen??? In den Parlamenten sitzen doch nur Leute, die von Technik nicht den geringsten Schimmer haben. im Verein mit ein paar Öko-Fetischisten hat die Industrie die chinesische Gefahr an die Wand gemalt. Auf einmal wollten alle was für den Automobilstandort Deutschland tun! Herr Zetsche verlangt nach Subventionen! Das ist krank! Entweder er ist ein toller Manager und geht ins Risiko - oder er läßt es! Wieso sollen Manager-Gehälter und Dividenden vom Steuerbürger gesichert werden. Wenn Universitäten Geld für die Grundlagenforschung (Batterien) bekommen, deren Ergebnisse allen offenstehen, dann ist es o.k. Keine Subventionen und Privilegien für E-Fahrzeuge!! Es braucht den Anschub nicht. da wo es Sinn macht, wie z.B. bei E-Fahrrädern, setzt sich die Technik von ganz allein durch. Herr Ramsauer sollte für gute Straßen sorgen - dann hat er schon genug am Hut. Kauri
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