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25. Februar 2013, 15:54 Uhr

Briefmarken mit Muscle-Cars

Da geht die Post ab

Pontiac GTO, Dodge Charger oder ein Shelby-Mustang - diese Autos treiben Muscle-Car-Fans Tränen der Freude in die Augen. Mehr noch: Sie sind ein amerikanisches Kulturgut. Die US-Post hat fünf legendären Modellen deswegen nun ein kleines, gezacktes, selbstklebendes Denkmal gesetzt.

Es gibt ja Leute, die halten die USA für Kulturlos. In manchen Bereichen mag das vielleicht aufgrund der kurzen Geschichte der Vereinigten Staaten stimmen - in Bezug auf die Automobilkultur ganz sicher nicht. Immerhin haben wir den US-Autokonzernen die futuristisch überbordenden Blechorgien der fünfziger Jahre zu verdanken - und die nüchterne, rohe Gewalt der Muscle-Cars.

Muscle-Cars waren der Geniestreich der Strategen in Dearborn und Detroit in den sechziger Jahren. Das Rezept war einfach: Man nehme eine Mittelklasselimousine, stopfe den größtmögliche Motor unter die Haube, rupfe möglichst viel an Ausstattung raus und bekommt ein leichtes, schnelles und vor allem günstiges Auto. Herrscharen jugendlicher amerikanischer Auto-Aficionados verfielen der Idee, Karren wie der Pontiac GTO oder die Dodge Super Bee wurden zu Ikonen.

Kein Wunder also, dass die US Postal Service, die amerikanischen Post, mit neuen Marken fünf legendären Muscle-Cars der sechziger und siebziger Jahre ein Denkmal setzt.

Wertbeständig bis in alle Ewigkeit

Der neue Muscle-Car-Briefmarkensatz ist eine weitere Folge der Serie "America on the Move", die 2005 mit einer Reihe von Marken mit Sportwagen aus den fünfziger Jahren begann und 2008 mit Motiven klassischer Heckflossen-Fahrzeuge fortgesetzt wurde.

Die aktuellen Bilder der Muscle-Car-Serie stammen Tom Fritz, einem auf Auto-Motive spezialisierten Maler als Kalifornien. Auf ihrer Webseite wirbt die US-Post mit dem Slogan "Freedom, Adventure and Burning Rubber" für die Postwertzeichen, die es für Sammler natürlich auch auf Schmuckbriefen und, hübsch gerahmt und hinter Glas, auch als Wandbild für 69,95 Dollar gibt.

Generell sind Autos ein sehr beliebtes Briefmarkenmotiv. In Deutschland beispielsweise legte die Post ab 2002 mehrere Serien von Wohlfahrtsmarken mit Oldtimern auf. Motive waren damals zum Beispiel VW Käfer, Borward Isabella Coupé, Mercedes 300 SL, Wartburg Coupé 311, Opel Olympia, Porsche 356 oder Ford Taunus.

Was an den neuen US-Briefmarken auffällt, ist der fehlende Wert. Verkauft werden sie zum Stückpreis von 46 Cent - das ist die so genannte First-Class-Rate und gilt für ganz normale Briefe oder Postkarten (bis 13 oz/368 Gramm). Aufgedruckt ist jedoch das Wort "Forever", was bedeutet, dass diese Briefmarke unbegrenzt gültig ist - und zwar auch dann, wenn das Porto in Zukunft steigt.

jüp

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