Von Tom Grünweg
Der neue Audi A3 tritt ein schweres Erbe an. Von den beiden Vorgänger-Generationen wurden insgesamt rund 2,5 Millionen Fahrzeuge verkauft. Daran wird sich die aktuelle Ausgabe messen lassen müssen. Neue Rivalen in der Kompaktwagen-Klasse erschweren die Aufgabe - der Ingolstädter muss sich nun auch gegen den BMW 1er sowie gegen die bald erhältliche Mercedes A-Klasse und den Volvo V40 behaupten. Im Sommer stellt sich der Audi A3 der Herausforderung.
Der neue A3 ist nicht nur für Audi, sondern für den ganzen Volkswagen-Konzern ein besonderes Auto: Als erstes Modell wurde es mit dem sogenannten modularen Querbaukasten (MQB) konstruiert. Völlig neu sind also die Bodengruppe, das Fahrwerk und auch die Motoren - das Format des Fahrzeugs hingegen bleibt im Vergleich zum Vorgänger nahezu unverändert. Dass der A3 dennoch etwas größer und schnittiger wirkt, liegt am gewachsenen Radstand und an der geringeren Höhe.
Gesenkt haben die Audi-Entwickler das Gewicht des Wagens, und zwar um bis zu 80 Kilogramm. Unter anderem deshalb, weil die Kotflügel und die Motorhaube jetzt aus Aluminium gepresst sind. Die leichteste A-3-Variante wird weniger als 1,2 Tonnen wiegen. Mit ein Grund, weshalb der A3 nun durchschnittlich zwölf Prozent weniger Sprit verbraucht.
Sparsame Varianten mit Hybrid- oder Erdgasantrieb folgen
Anfangs wird der Wagen mit zwei Benzin- und einer Dieselmotorisierung angeboten. Das Basismodell wird von einem 1,4 Liter großen Vierzylinder-Turbo mit 122 PS angetrieben. In der kräftigsten Variante arbeitet ein 1,8-Liter-TFSI-Motor mit 180 PS. Er bringt den A3 auf eine Höchstgeschwindigkeit von 232 km/h. Dritter im Bunde ist der Zwei-Liter-Dieselmotor mit einer Leistung von 143 PS und einem Durchschnittsverbrauch von 4,1 Liter je 100 Kilometer.
Noch in diesem Jahr werden weitere Motorisierungen folgen, darunter ein 1,2-Liter-Benziner mit Zylinder-Abschaltung, ein 1,8-Liter-Benziner-Saugmotor und ein 1,6-Liter-Diesel mit 3,6 Liter Verbrauch. Für die nächsten Jahre hat Audi zudem eine Hybrid-Version, den mit Erdgas betriebenen A3 TCNG sowie die sportlichen Varianten Quattro und S3 auf dem Plan.
Da sich Audi bei Plattform und Antrieb aus dem Konzernbaukasten bedient, handelt es sich beim A3 eigentlich um einen hübscher verpackten und teurer angebotenen Golf. Für den feinen Unterschied soll indes der Innenraum sorgen.
Der A3 lässt sich aufrüsten wie eine Luxuslimousine
Das Cockpit wirkt aufgeräumt, Materialauswahl und Detailverliebtheit erinnern an die Oberklasse-Limousine A8. Auch die Ausstattung ist fast so üppig wie beim Audi-Flaggschiff. "Fast alle Assistenz- und Infotainmentsysteme des A8 kann man auch für den neuen A3 bestellen", sagt Produktmanager Heiko Pabst von Ohain. Dazu gehören beispielsweise die automatische Abstandregelung, das Soundsystem von Bang & Olufsen oder der Flachbildschirm, der auf Knopfdruck aus der Mittelkonsole fährt.
Neu ist der Drehknopf auf der Mittelkonsole, in den erstmals in dieser Klasse ein Touchpad integriert ist. Mit dessen Hilfe lassen sich zum Beispiel Navigationsziele einfach mit dem Finger aufschreiben.
In Genf wird erst einmal nur die dreitürige A-3-Variante vorgestellt. Ergänzt wird die Baureihe dann durch einen fünftürigen Sportback und ein Cabriolet. Und erstmals wird es den A3 auch als Stufenhecklimousine geben - vor allem für die Kundschaft in China und den USA.
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