Geschwindigkeitskontrollen Polizei startet erneut bundesweiten Blitz-Marathon

Beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon sind im vergangenen Jahr 83.000 Temposünder erwischt worden. Jetzt findet eine Neuauflage der Aktion statt. Die aktuelle Zahl der Verkehrsopfer spricht für das harte Vorgehen.

Polizeikontrolle: Zweite bundesweite 24-Stunden-Aktion angekündigt
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Polizeikontrolle: Zweite bundesweite 24-Stunden-Aktion angekündigt


Hamburg - Der zweite bundesweite Blitz-Marathon startet am 18. September. Nach Angaben des Innenministeriums von Nordrhein-Westfalen finden dann von Donnerstag 6 Uhr, bis Freitag 6 Uhr in ganz Deutschland zahlreiche Tempokontrollen statt. Wie beim ersten Blitz-Marathon im vergangenen Jahr sollen auch dieses Jahr die Standorte wieder vorab bekannt gegeben werden.

"Geschwindigkeit ist nach wie vor der Killer Nummer eins", sagte Ralf Jäger, Innenminister von NRW. Jeder dritte Tote im Straßenverkehr sei zu hoher Geschwindigkeit geschuldet. Die Unfallstatistik 2014 zeigt zudem, dass wieder mehr Menschen auf Deutschlands Straßen sterben. Allein in den ersten sechs Monaten dieses Jahres wurden 1.576 Verkehrsopfer gezählt, das sind 9,5 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. "Mit dem Blitz-Marathon bringen wir die Menschen zum Nachdenken", so Jäger. "Wir wollen Leben retten. Deshalb bremst die Polizei bundesweit die Raser."

Schwerpunkt auf der Sicherheit des Schulweges

Einige Verkehrsexperten bezweifeln den Nutzen der umfangreichen Blitz-Aktionen und sehen sie als ein Strohfeuer. Polizeisprecher Wolfgang Beus vom Innenministerium NRW hält dagegen: Untersuchungen hätten gezeigt, dass dadurch das Geschwindigkeitsniveau inner- wie außerorts gesunken sei.

Beim ersten bundesweiten Blitz-Marathon im vergangenen Jahr waren mehr als drei Millionen Autofahrer kontrolliert worden. Trotz der Vorwarnungen zählte die Polizei dabei mehr als 83.000 Tempoverstöße in ganz Deutschland. Damals waren rund 15.000 Polizisten im Einsatz.

Im Vorfeld der geplanten Blitzer-Aktion am 18. September werden Kinder und Jugendliche in Schulen gefragt, wo aus ihrer Sicht besonders gefährliche Straßenabschnitte sind. Laut Angaben der Polizei sollen die Ergebnisse dieser Befragung dazu dienen, die Messstellen gezielter einzurichten.

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Andreas-Schindler 29.08.2014
1. Beim Blitzen geht es nur ums Geld
Die Unfälle kommen eher selten durch stark überhöhte Geschwindigkeit. Sehen kann man das in den Russischen Videos auf Youtube. Wohl auch ein Grund warum der Staat die DashCams in den Autos nicht haben will.
politik-nein-danke 29.08.2014
2. Sinnlos und nur als kommunaler Kassenfüller
Die Polizei muss nicht nur an einem Tag Präsenz auf der Straße zeigen, es muss dauerhaft viel mehr Präsenz her. Und die Politik muss endlich mal mitziehen. Es kann nicht sein, das Raser durch juristische Tricksereien nie um ihren Führerschein bangen müssen und Totraser immer wieder mit erhobenem Zeigefinger davon kommen.
j1958 29.08.2014
3. Nebelwerfer
Wie immer, wenn der Staat davon ablenken möchte ernsthaft etwas zu tun, wird der Nebelwerfer rausgeholt. Ich glaube kaum, dass Tempo der größte Killer ist. Ich fahre täglich etwa 50 km im niedersächsischen Flachland. Da sind etwa 1/3 der Fahrer nicht angeschnallt; sie essen Eis am Steuer, hängen am Handy oder (kein Witz) lackieren sich die Nägel. Die andere große Gruppe sind sehr, sehr alte Menschen die wahrscheinlich nicht wissen was für ein Tag ist aber fröhlich Auto fahren. Und dann landen sie irgendwann am Baum, am Trecker oder unter dem LKW. Die Geschwindigkeit auf meiner Bundesstraße halten 90% (mit etwa 10 km/h Toleranz) ein. Aber da müßte man natürlich zu vielen Wählern auf die Füße treten, also wird die Pseudogruppe der Raser aus dem Mottenschrank geholt. Bloss nicht die wahren Ursachen ansprechen! Beide Hände gehören ans Lenkrad, der Gurt angelegt und Menschen ab 65 sollten alle 2 Jahre zu einer Beurteilung ihrer Fahrtüchtigkeit. Dann würde die Zahl der Toten sinken.
Wunderläufer 29.08.2014
4. Lächerlich
"Geschwindigkeit ist nach wie vor der Killer Nummer 1", sagte Ralf Jäger, Innenminister von NRW. " Das kann wohl nicht sein, Herr Jäger; denn wenn dem so wäre, dann könnte das längst überfällige Tempolimit helfen. Zudem darf es nicht bei einmaligen Showeinlagen der Polizei bleiben; vielmehr muss regelmäßig kontrolliert werden. Spürbare Strafen könnten das Bündel wirksamer Strafen abrunden
Motorkopf 29.08.2014
5. Was jetzt?
letzte Woche hieß es noch, die höher Zahl an Unfällen dieses Jahr ist dem schlechten Wetter geschuldet - was auch nachvollziehbarer ist! Aber man verklärt sich die Argumente, wie man sie braucht...(Kopfschüttel) Dieses Blitzen und die ständige Überwachungsmentalität ist ein schlechter Witz und dient lediglich der modernen - weil legalen - Piraterie. Aber bald kommt ja die Maut inkl. der neuen Punkteregel (beides Dank der CSU). Dann können/dürfen die Verkehrsminister ganz legal unserer Geldbeutel noch mehr schröpfen.
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