Neuer Dienst "Maven" GM steigt ins Carsharing-Geschäft ein 

Neuer Konkurrent im Carsharing-Geschäft: Nach Daimler und BMW will nun auch GM mit der Kurzzeitmiete von Autos Geld verdienen. Doch wichtige Details bleibt die Opel-Mutter schuldig.

Blick durch die Heckscheibe: Carsharing wird immer beliebter
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Blick durch die Heckscheibe: Carsharing wird immer beliebter


Nach BMW und Daimler steigt nun auch der Autokonzern GM in das Carsharing-Geschäft ein. In mehreren Städten in den USA solle das Angebot unter dem Namen "Maven" gestartet werden, teilte das Unternehmen mit. Zunächst gehe es um eine vergleichsweise kleine Zahl von Autos, sagte GM-Präsident Dan Ammann. Er ließ jedoch offen, wie viel Geld GM für das Geschäft ausgebe und wie viele Autos auf die Straße gebracht werden sollten. In Deutschland wird GM entgegen einer früheren Reuters-Meldung ihr Carsharing-Programm vorerst nicht ausweiten.

Die Nachfrage nach Carsharing wächst seit einigen Jahren kontinuierlich. Vor allem in Großstädten verzichten immer mehr Menschen auf einen eigenen Wagen und mieten sich stattdessen ein Auto oder einen Roller für kurze Zeit.

In Ann Abor, einer Stadt im US-Bundesstaat Michigan, hat GM nach einem Bericht der "Detroit News" bereits einen Testlauf von Maven gestartet. Derzeit konzentriert sich das Angebot auf das Gebiet rund um die Universität und nur eine kleine Testgruppe hat Zugang zu den Autos, doch das soll sich laut GM bald ändern. Insgesamt 21 Stationen gibt es in Ann Abor, wo die Autos entliehen und wieder abgestellt werden können. Ein sogenanntes stationsungebundenes Modell wäre aber auch denkbar, da die Autos via App geortet und auch gemietet werden können. Die Mietpreise beinhalten Versicherung und Sprit, in USA soll ein Chevy Spark beispielsweise sechs Dollar (etwa 5,50 Euro) die Stunde kosten.

GM hat massiv in das Geschäft mit Mobilitätsangeboten investiert

GM hat im Vergleich zur Konkurrenz Nachholbedarf bei neuen Mobilitätsangeboten. Daimler und BMW betreiben seit Jahren mit Car2Go und DriveNow weltweit Carsharing-Flotten. Die GM-Tochter Opel ist bislang mit einem Angebot zum privaten Teilen von Autos vertreten. Dabei können Autobesitzer ihr Auto über eine App verleihen.

GM hat in den vergangenen Wochen massiv in das Geschäft mit der Mobilität von morgen investiert. Anfang Januar gab der US-Konzern bekannt, 500 Millionen Dollar in Lyft, den Konkurrenten des umstrittenen Fahrdienstes Uber, zu stecken. Die Allianz soll in den USA ein Netzwerk von autonom fahrenden Fahrzeugen aufbauen. Diese könnten später auch für den Carsharing-Dienst Maven genutzt werden.

mhu/Reuters

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insgesamt 2 Beiträge
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stinkfisch1000 21.01.2016
1. Stationsbasiert?
Damit dürfte GM in Deutschland keinen Blumentopf gewinnen. Warum soll man zu irgendeiner station laufen und das Auto dorthin zurückbringen, wenn man das bei der Konkurrenz nicht muss?
orbit72 21.01.2016
2. Gab es da vor einigen Monaten...
... nicht mal "Spot-Car" von Opel in Berlin?! Habe es nach der Akkreditierung leider nicht wirklich ausprobieren können, weil das Projekt nach wenigen Wochen wieder "eingestampft" wurde...
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